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Verwandt sein

Geteilte Sprache, geteiltes Wissen?

Nlabephee Kefas Othaniel (rechts) und Pa Kanawa Musa (links) während einer Recording Session in Kwangkah village of Dza

Nlabephee Kefas Othaniel (rechts) und Pa Kanawa Musa (links) während einer Recording Session in Kwangkah village of Dza

Die Familie gilt oft als der kleinste, aber wichtigste Baustein der Gesellschaft – überall auf der Welt. Familie und Verwandtschaft bestimmen soziale Beziehungen und Zugehörigkeit durch Geburt, Heirat oder Adoption. Sie prägen soziale Rollen und Erwartungen. Menschen helfen sich gegenseitig und arbeiten zusammen. Sie tragen füreinander Verantwortung und teilen ihre Ressourcen. Verwandtschaftliche Beziehungen beeinflussen, wie größere Gruppen entstehen, Besitz und Traditionen weitergegeben und Aufgaben und Pflichten verteilt werden.

In der Familie lernen Kinder erstmals zu kommunizieren, zu sprechen und die Normen und Werte zu verstehen, die das tägliche Leben bestimmen. Innerhalb der Familie werden Sprache und Lebensweisen von einer Generation an die nächste weitergegeben – sei es durch Geschichten, Feste, Ermahnungen und Regeln oder einfache Alltagsgewohnheiten. Auf diese Weise hält die Familie Sprache und Kultur lebendig.

Staatliche Maßnahmen und politischer Druck – wie erzwungene Assimilation oder diskriminierende Gesetze – schränken Familienmitglieder ein, ihre Sprache und ihr kulturelles Erbe weiterzugeben. Migration und Vertreibung schwächen die Verbindungen innerhalb und zwischen Familien und Gemeinschaften und beeinträchtigen die Weitergabe von Sprache und Kenntnissen zwischen den Generationen. Die Globalisierung verstärkt diese Dynamiken. Da dominante Weltsprachen im Bildungsbereich, bei der Arbeit und in den Medien immer häufiger werden, verlieren lokale Sprachen und Minderheitensprachen oft an Bedeutung. Gemeinsam bedrohen diese Entwicklungen die kulturelle Identität. Für viele Gemeinschaften ist es schwer, ihre Sprachen und Kulturen in einer zunehmend globalisierten Welt zu bewahren.

In den Filmen der Ausstellung werden Sie Menschen aus Indigenen Gemeinschaften begegnen, die ihre Sprache und ihre Kultur dokumentieren, bevor es zu spät ist. In Zusammenarbeit mit dem Endangered Languages Documentation Programme und dem Endangered Languages Archive archivieren sie ihr Material und nutzen es, um Bilderbücher sowie Lern- und Unterrichtsmaterialien für ihre Gemeinschaften zu erstellen. Für diese Ausstellung haben sie ihre Ansichten über die Rolle der Familie und die Bedeutung von Verwandtschaftsbeziehungen festgehalten. Sie beschreiben ihre Lebensweise und die Veränderungen, die sie gegenwärtig in ihren Gemeinschaften erleben.

Kuratorinnen

Die Ausstellung wurde kuratiert von Ute Schüren, Kuratorin Amerikanische Archäologie, Sammlung Mesoamerika, Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Mandana Seyfeddinipur, Direktorin Endangered Languages Archive & Endangered Languages Documentation Programme, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Clusters „Beziehungsweise Familie“ im Humboldt Forum statt.

Eine temporäre Ausstellung der Stiftung Humboldt Forum (SHF) im Berliner Schloss und des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz in Zusammenarbeit mit dem Endangered Languages Archive & Endangered Languages Documentation Programme der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.

Laufzeit: seit Oktober 2025

Preisinformationen: Seit 3. Oktober 2025 gibt es im Humboldt Forum ein neues Preismodell:

Mit nur einem Ticket erhalten Sie Zugang zu den Dauerausstellungen und temporären Präsentationen – und das ganz flexibel mit einem Tages-, Zweitages- oder Gruppenticket. Mit allen diesen Ticketvarianten können Sie die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst, BERLIN GLOBAL sowie weitere temporäre Ausstellungen besuchen. Zudem gilt das Ticket auch für die Sonderausstellung Beziehungsweise Familie mit Interventionen im ganzen Haus und im Museum Knoblauchhaus im Nikolaiviertel.

Viele Bereiche und Programme sind weiterhin kostenfrei für Sie zugänglich – darunter das Humboldt Labor mit der neuen Ausstellung  On Water. WasserWissen in Berlin, die Treppenhalle mit  Einblicke. Die Brüder Humboldt, der Schlosskeller, der Skulpturensaal, das Videopanorama und die Präsentation  Spuren. Zahlreiche Veranstaltungen und Vermittlungsangebote können Sie ebenfalls ohne Eintritt besuchen.

Preis: 14,00 €

Ermäßigter Preis: 7,00 €

Informationen zum ermäßigten Preis: Ermäßigung auf den Normalpreis für Schüler*innen, Studierende, Freiwilligendienstleistende, Auszubildende bis zum vollendeten 30. Lebensjahr, Empfänger*innen von Leistungen nach ALG I, Ehrenamts-Card-Inhaber*innen und Schwerbehinderte (mindestens GdB 50).

Für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr, Begleitpersonen von Schwerbehinderten (sofern dies im Schwerbehindertenausweis mit B vermerkt ist), Personen, die Transferleistungen erhalten (Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld, Grundsicherung, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz) sowie Berlin-Ticket-S-Inhaber*innen bleibt der Eintritt wie bisher kostenfrei. Ebenfalls frei ist der Eintritt für Mitglieder des Internationalen Museumsrates (ICOM), Mitglieder des Deutschen Museumsbundes und Mitglieder des Bundesverbandes für Museumspädagogik.

Findet hier statt:

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