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Tapetenwechsel: Migration und Mobiliar seit 1960

Die Ausstellung widmet sich dem Wohnen in der Einwanderungsstadt, der „Arrival City“. Sie behandelt dabei sowohl ästhetische als auch soziale Fragen.

Tanzendes Paar im Wohnzimmer, davor Kasten mit Aufschrift "Tapetenwechsel. Migration und Mobiliar seit 1960.

– Tanzendes Paar im Wohnzimmer, davor Kasten mit Aufschrift "Tapetenwechsel. Migration und Mobiliar seit 1960.

Wie richten sich Menschen im Provisorium ein? Und wie zeigt sich anhand von Einrichtung und Geschmack der Prozess des Sich-Niederlassens?

Wohnen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Wohnungen sind Speicher für Erinnerungen und Ausdruck für das eigene Selbstverständnis. In der Migration wird das Wohnen schwierig. Es ist geprägt von Aufbrüchen und Ankünften, von Einfallsreichtum und Zwischenlösungen.

Bei Kriegsende 1945 war in Deutschland ein erheblicher Teil des Wohnraums zerstört. Arbeitsmigrant:innen in der Bundesrepublik mussten von den 1950er bis 1970er Jahren nach ihrem „Tapetenwechsel“ manchmal auf Parkbänken schlafen. Ihre „Wohnungen“ waren Gartenhäuschen, Baracken oder ehemalige Lager für Zwangsarbeiter:innen. Die Ära der „Gastarbeit“ war geprägt von mit Stacheldraht umzäunten Wohnheimen, abbruchreifen Häusern und beengten Räumen. Auch die Wohnheime für Vertragsarbeiter:innen in der DDR der 1980er Jahren können als ein Wohnen im Unbehausten, im Unheimischen beschrieben werden. Wie die Unterkünfte für Asylsuchende im wiedervereinigten Deutschland der 1990er.

Migration bedeutet immer auch: ein Zimmer einrichten, einen Tisch aufstellen, einen Vorhang anbringen. Doch das Sofa, der Fernseher, die Schrankwand, der Gummibaum sind nicht nur Dinge. Sie kennzeichnen zugleich soziale Verhältnisse. In Mietverträgen, Briefen oder der Hausordnung wird die politische Dimension des Wohnens sichtbar. Zugleich kann Wohnen als alltägliche Praxis selbst unter schwierigen Bedingungen ein Zuhause schaffen.

Die Ausstellung „Tapetenwechsel“ ist Teil eines Themenschwerpunkts am Stadtmuseum Berlin zur Geschichte der Migration. Dazu gehört auch die am 10. September 2026 beginnende Ausstellung „Geteiltes Leben“, ebenfalls im Museum Ephraim-Palais. Sie präsentiert künstlerische Arbeiten im Kontext von Migration und Exil seit den 1970er Jahren.

Gast-Kurator:innen: Burcu Dogramaci und Manuel Gogos

Laufzeit: Fr, 22.05.2026 bis So, 03.01.2027

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