Aktuelle Sprache: Deutsch

Ruin und Rausch: Berlin 1910–1930

Mit „Ruin und Rausch“ nimmt die Neue Nationalgalerie ausgewählte Werke aus ihrer Sammlung der Klassischen Moderne in den Blick, die das Berlin der 1910er- und 1920er-Jahre thematisieren.

  • Otto Dix, Die Skatspieler, 1920, Detail

    Otto Dix, Die Skatspieler, 1920, Detail

  • Ernst Ludwig Kirchner, Potsdamer Platz, 1914, Detail

    Ernst Ludwig Kirchner, Potsdamer Platz, 1914, Detail

  • Hannah Höch, Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauch-Kulturepoche Deutschlands, 1919, Detail

    Hannah Höch, Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauch-Kulturepoche Deutschlands, 1919, Detail

  • Oskar Nerlinger, Stadtbahn von Berlin, 1930, Detail

    Oskar Nerlinger, Stadtbahn von Berlin, 1930, Detail

  • Otto Nagel, Weddinger Jungen, 1928, Detail

    Otto Nagel, Weddinger Jungen, 1928, Detail

  • George Grosz, Grauer Tag, 1921, Detail

    George Grosz, Grauer Tag, 1921, Detail

  • Otto Dix, Bildnis der Tänzerin Anita Berber, 1925, Detail

    Otto Dix, Bildnis der Tänzerin Anita Berber, 1925, Detail

Diese Jahrzehnte – geprägt von Erstem Weltkrieg und Weimarer Republik – oszillierten beständig zwischen Gegensätzen: Exzess und Armut, Emanzipation und Extremismus gingen in der rasant wachsenden, kosmopolitischen Metropole Hand in Hand. Mit rund 35 Werken unterschiedlicher Stilrichtungen macht die Ausstellung die Ambivalenz von Glanz und Elend, Aufstieg und Abgrund im damaligen Berlin erlebbar.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Berlin im Zuge der Industrialisierung nicht nur zu einem ökonomischen, sondern vor allem zu einem politischen und kulturellen Zentrum. Mit der Gründung von Groß-Berlin 1920 stieg die Einwohnerzahl sprunghaft auf rund 4 Millionen Menschen; Berlin wurde nach New York und London zur bevölkerungsmäßig drittgrößten Stadt der Welt. Neben den zahlreichen Neuerungen in den Bereichen Technik, Bau und Verkehr vollzogen sich gesellschaftliche Umwälzungen, wie die Demokratisierung oder die Frauenemanzipation. Die Traumata des Ersten Weltkriegs, politische Unruhen und der erstarkende Nationalsozialismus überschatteten die „Goldenen Zwanziger“. Bereits von zeitgenössischen Stimmen als „Babylon“ mystifiziert, befand sich die Metropole auf vielen Ebenen in Aufruhr: Freiheit, Konsum und Exzess standen in Kontrast zu wachsender Armut und Arbeitslosigkeit.

Die Ausstellung „Ruin und Rausch“ im Sammlungsgeschoss der Neuen Nationalgalerie macht in drei Sektionen das von Gegensätzen geprägte Berliner Großstadtleben zwischen 1910 und 1930 nachvollziehbar. Den Auftakt bildet das Gemälde „Potsdamer Platz“ von Ernst Ludwig Kirchner, der bereits 1914 das zerrissene Lebensgefühl der Zeit ins Bild setzte. Nachdem Eingangs die Dynamik der wachsenden Metropole mit Blick auf Architektur, Verkehr und Nachtleben in den Blick genommen wird, widmet sich der zweite Teil der Ausstellung dem sozialen Elend und den Entbehrungen, die den Alltag der Bevölkerung überwiegend prägten. Das dritte Kapitel beleuchtet unterschiedliche Facetten der urbanen Frau, wobei Freiheitsdrang, Selbstbestimmung und queeres Leben sichtbar werden. Am Ende steht Lotte Lasersteins melancholisches Werk „Abend über Potsdam“ von 1930, das den erstarkenden Nationalsozialismus reflektiert.

Künstler*innen der Ausstellung "Ruin und Rausch" in der Neuen Nationalgalerie

Josephine Baker, Anita Berber, Otto Dix, Heinrich Ehmsen, Paul Fuhrmann, George Grosz, Hans Grundig, Karl Hofer, Hannah Höch, Ernst Ludwig Kirchner, Georg Kolbe, Käthe Kollwitz, Fritz Lang, Lotte Laserstein, Tamara de Lempicka, Jeanne Mammen, Carlo Mense, Otto Nagel, Oskar Nerlinger, Ernest Neuschul, Walter Ruttmann, Renée Sintenis, Jakob Steinhardt, Georg Tappert, Lesser Ury, Thea von Harbou, Gustav Wunderwald

„Ruin und Rausch. Berlin 1910–1930“ wird kuratiert von Uta Caspary und Irina Hiebert Grun, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen der Neuen Nationalgalerie, mit kuratorischer Assistenz von Noor van Rooijen.

Laufzeit: Sa, 25.04.2026 bis So, 03.01.2027

Findet hier statt:

Fragen zum Veranstaltungskalender beantwortet unsere Hilfe. Nutzungsbedingungen finden Sie unter Informationen zu unseren Partnern und Nutzungsbedingungen.