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Kunst – Menschen – Macht

Schloss Schönhausen als Tatort der NS-Aktion »Entartete Kunst«

Zwei Angestellte des Kunstdienstes präsentieren Emil Noldes „Kreuzigung“, 1912, Öl/Leinwand, 220,5 × 193,5 cm (Wvz. Urban 477) vor dem Schloss Schönhausen, Foto: Günter Ranft (vermutlich) – Zwei Angestellte des Kunstdienstes präsentieren Emil Noldes „Kreuzigung“, 1912, Öl/Leinwand, 220,5 × 193,5 cm (Wvz. Urban 477) vor dem Schloss Schönhausen, Foto: Günter Ranft (vermutlich)

Zwei Angestellte des Kunstdienstes präsentieren Emil Noldes „Kreuzigung“, 1912, Öl/Leinwand, 220,5 × 193,5 cm (Wvz. Urban 477) vor dem Schloss Schönhausen, Foto: Günter Ranft (vermutlich) – Zwei Angestellte des Kunstdienstes präsentieren Emil Noldes „Kreuzigung“, 1912, Öl/Leinwand, 220,5 × 193,5 cm (Wvz. Urban 477) vor dem Schloss Schönhausen, Foto: Günter Ranft (vermutlich)

Vom Spätsommer 1938 an lagerten in Schloss Schönhausen rund 3.750 Kunstwerke, die zuvor im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ aus deutschen Museen beschlagnahmt worden waren. Seit Beginn ihrer Herrschaft in Deutschland diffamierten die Nationalsozialisten die moderne Kunst als „entartet“ oder als „Verfallskunst“. Im Juli 1937 ließen sie zahlreiche Kunstwerke aus deutschen Museen nach München bringen, um sie in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in verhöhnender Weise zu zeigen. Danach wurden in einer weiteren Aktion über 20.000 Kunstwerke aus rund hundert Museen beschlagnahmt und nach Berlin gebracht. Ab August 1938 kam eine Auswahl von rund 3.700 Kunstwerken in Schloss Schönhausen an. Von hier aus sollten sie gegen Devisen ins Ausland verkauft werden.

Die erweiterte Dauerausstellung gibt Einblick in die Kulturpolitik des Nationalsozialismus und zeigt Schloss Schönhausen als einen wichtigen Schauplatz dieser Politik. In der bestehenden Dauerausstellung – von der Nutzung des Schlosses als Sommerresidenz der Königin Elisabeth Christine bis zum Gästehaus der DDR-Regierung – wird damit eine Lücke in der Darstellung der Geschichte des Ortes geschlossen.

In fünf Räumen können Besucher:innen das Geschehen im Schloss erkunden. Sie lernen ausgewählte Akteur:innen der „Verwertung“ kennen und erfahren, wie der Verkauf organisiert und umgesetzt wurde. Sie bekommen Einblick in die Biographien, die Motivation und die Handlungsspielräume der beteiligten Personen, der Mitarbeiter:innen der NS-Administration, der Händler, die die Kunstverkäufe vermittelten, der Sammler:innen, die die im Schloss gelagerten Kunstwerke kauften. Ein Raum ist den betroffenen Künstler:innen gewidmet. Dort werden exemplarisch die Schicksale einiger Künstler:innen vorgestellt und ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit Tagebüchern und Briefen zugänglich gemacht. Ausgewählte Original-Kunstwerke und die Schilderung ihrer Wege bis heute veranschaulichen die Facetten der Kunstpolitik des Nationalsozialismus und ihrer Folgen.

Laufzeit: seit Juni 2026

Preis: 8,00 €

Ermäßigter Preis: 6,00 €

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