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Feliciano Lana. Die Geschichte der Weißen

Feliciano Lana – Feliciano Lana

Feliciano Lana – Feliciano Lana

Die Aquarelle des 2020 verstorbenen, Indigenen Künstlers Feliciano Lana aus Brasilien beschäftigen sich mit der Geschichte des Kontakts zwischen Indigenen und Weißen am Oberen Rio Negro.

Lana erzählt in seinen Darstellungen eine lokale Version der globalen Geschichte und liefert neue, teils sehr persönliche Perspektiven auf den Vormarsch von Kolonialismus und Kapitalismus.

Die Zeichnungen zeigen u.a. den Ursprung der Weißen, ihre Vertreibung wegen unangemessenen Verhaltens bei einem Ritual und ihre Rückkehr als Soldaten, Forscher, Kolonial- und Staatsverwalter.Im Zentrum der Ausstellung stehen die Werke und die Perspektive des Künstlers (u.a. Videointerview). Zusammen mit diesen werden einige Werke jüngerer zeitgenössischer Indigener Künstler*innen aus Brasilien gezeigt sowie eine Videoinstallation mit Indigenen Zeitzeug*innen, die auf die von Lana erzählten Geschichten Bezug nehmen.

Feliciano Lana, mit Indigenem Namen Sibé, wurde 1937 in São João Batista, einer kleinen Gemeinde am Fluss Tiquié im Nordosten Brasiliens geboren.Lanas Vater war Desana, seine Mutter gehörte zur Sprachgruppe den Tukano. Im Alter von vier Jahren, 1941, wurde er in ein Internat der Salesianer gebracht, um fernab seiner Gemeinschaft im Sinne der Weißen erzogen zu werden. Hier lernte Lana die portugiesische Sprache zu lesen und zu schreiben, er bekam Unterricht in Mathematik, Physik und geometrischem Zeichnen.Die Zeit im Internat markierte zugleich den Anfang von Lanas Beziehungen zur nicht-indigenen Welt, die für einen Großteil seines weiteren Lebens prägend waren.Nach seinem Schulabschluss lebte Lana einige Jahre in Kolumbien. Nach seiner Rückkehr in seine Heimat arbeitete er als Plantagenarbeiter, Maurergehilfe, Traktorfahrer, Telegrafist, Ziegler und Minenarbeiter.Feliciano Lana gilt der westlichen Welt als einer der ersten Indigenen Künstler*innen aus dem Amazonasgebiet.Sein Wirken begann Anfang der 1970er Jahre, als er von dem aus Litauen stammenden Pater Casimiro Bécksta dazu eingeladen wurde, die Indigene Kultur der Region aufzuzeichnen. Eigentlich sollte Lana fotografieren und Audioaufnahmen erstellen, entschied sich dann aber dazu, sein Wissen in gemalten Bilder festzuhalten. Nach und nach entwickelte er sich zum Experten darin, die Traditionen und das mythische Universum der Region sichtbar zu machen.

Im Mai 2020 starb Feliciano Lana Sibé in seinem Zuhause in der Gemeinde São Francisco infolge einer COVID-19-Infektion.

Eine temporäre Ausstellung der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss in Zusammenarbeit mit dem Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.

- ab 9 Jahre

- Sprachen: Deutsch/Englisch

- 3. OG, Raum 302, Zugang über den Eingang Museum für Asiatische Kunst

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Laufzeit: Sa, 24.05.2025 bis Mo, 01.06.2026

Preisinformationen: Seit 3. Oktober 2025 gibt es im Humboldt Forum ein neues Preismodell:

Mit nur einem Ticket erhalten Sie Zugang zu den Dauerausstellungen und temporären Präsentationen – und das ganz flexibel mit einem Tages-, Zweitages- oder Gruppenticket. Mit allen diesen Ticketvarianten können Sie die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst, BERLIN GLOBAL sowie weitere temporäre Ausstellungen besuchen. Zudem gilt das Ticket auch für die Sonderausstellung Beziehungsweise Familie mit Interventionen im ganzen Haus und im Museum Knoblauchhaus im Nikolaiviertel.

Viele Bereiche und Programme sind weiterhin kostenfrei für Sie zugänglich – darunter das Humboldt Labor mit der neuen Ausstellung  On Water. WasserWissen in Berlin, die Treppenhalle mit  Einblicke. Die Brüder Humboldt, der Schlosskeller, der Skulpturensaal, das Videopanorama und die Präsentation  Spuren. Zahlreiche Veranstaltungen und Vermittlungsangebote können Sie ebenfalls ohne Eintritt besuchen.

Preis: 14,00 €

Ermäßigter Preis: 7,00 €

Informationen zum ermäßigten Preis: Ermäßigung auf den Normalpreis für Schüler*innen, Studierende, Freiwilligendienstleistende, Auszubildende bis zum vollendeten 30. Lebensjahr, Empfänger*innen von Leistungen nach ALG I, Ehrenamts-Card-Inhaber*innen und Schwerbehinderte (mindestens GdB 50).

Für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr, Begleitpersonen von Schwerbehinderten (sofern dies im Schwerbehindertenausweis mit B vermerkt ist), Personen, die Transferleistungen erhalten (Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld, Grundsicherung, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz) sowie Berlin-Ticket-S-Inhaber*innen bleibt der Eintritt wie bisher kostenfrei. Ebenfalls frei ist der Eintritt für Mitglieder des Internationalen Museumsrates (ICOM), Mitglieder des Deutschen Museumsbundes und Mitglieder des Bundesverbandes für Museumspädagogik.

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