Bruce Gildens Fotos schmeicheln nicht. Sie konfrontieren. Sein Blitzlicht fängt Blicke ein. Gesichter, die wir nicht mehr vergessen. Außenseiter und Übersehene, die er nicht nur fotografiert, sondern in ihrer Menschlichkeit sieht.
Der Name der Ausstellung "Why These?" im Fotografiska Berlin fragt nicht nur nach dem Werk des Fotografens. Er ist auch als Frage an uns gestellt. Warum sind uns diese Bilder unangenehm? Warum versuchen wir den Blicken auszuweichen und können trotzdem nicht wegschauen?
"Why These?" zeigt 41 Fotografien, die Bruce Gilden selbst ausgewählt hat. Ikonische Aufnahmen aus Coney Island, Haiti, New York und Tokyo nehmen dich auf eine fotografische Reise durch die wichtigsten Projekte seiner ersten Schaffensphase. Weitere großformatige Drucke zeigen seinen radikalen Wechsel zu digitaler Farbfotografie ab 2013; eine Entscheidung, die seinen kompromisslosen Stil um eine zeitgenössische Facette ergänzt.
Über Bruce Gilden
Bruce Gilden wuchs in Brooklyn, New York, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Als Kind verbrachte er Stunden damit die „harten Kerle“ auf den Straßen unter dem Apartment zu beobachten. Das prägte seine lebenslange Faszination für die „Charaktere“, die er später fotografieren würde. 1968 kaufte er seine erste Kamera – eine Miranda – und brachte sich selbst bei mit ihr zu fotografieren. Seine Fotos zeigen das raue Gesicht der Straße: Alltagsroutinen, flüchtige Begegnungen, Gänge zu den sogenannten Corner Stores. Seine Linse fängt nicht nur Momente ein. Durch sie hindurch spürst du die Anspannung, riechst du den Zigarettenrauch, siehst du die ungeschönte Wirklichkeit.