Monitoringbericht 2025

Abbildung mit dem Spruch "Stark für Pflegebedürftige. Stark für An- und Zugehörige."

Der Monitoringbericht der Pflegebeauftragten für das Jahr 2025 gibt einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Anliegen und Herausforderungen, mit denen pflegebedürftige Menschen sowie ihre An- und Zugehörigen konfrontiert sind. Insgesamt wurden 193 Fälle dokumentiert, die ein breites und heterogenes Spektrum an Problemlagen widerspiegeln. Dabei handelt es sich nicht um ein repräsentatives Gesamtbild, sondern um wichtige Hinweise auf konkrete Herausforderungen im Pflegealltag.

Monitoringbericht 2025

  • Monitoringbericht 2025 der Pflegebeauftragten des Landes Berlin

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Zentrale Themen der Anfragen

Ein Schwerpunkt der Anfragen lag – wie bereits im Vorjahr – auf finanziellen und vertragsrechtlichen Fragestellungen. Viele Betroffene wandten sich aufgrund unklarer Abrechnungen, steigender Kosten oder Unsicherheiten bei Verträgen mit Pflegeanbietern an die Geschäftsstelle. Die finanzielle Belastung durch Pflege wird von vielen als erheblich und teilweise existenzbedrohend wahrgenommen. Gleichzeitig besteht häufig eine Hemmschwelle, Anbieter bei Unklarheiten anzusprechen.

Ein weiteres zentrales Thema war die Suche nach Pflegeplätzen und Leistungsanbietern. Viele Ratsuchende benötigten Unterstützung, geeignete Angebote zu finden, was die bestehenden Zugangsbarrieren im Pflegesystem deutlich macht.

Auch Hinweise auf Qualitätsmängel in der ambulanten und stationären Pflege spielten eine wichtige Rolle. Genannt wurden unter anderem Personalengpässe, organisatorische Defizite sowie Mängel in Versorgung und Hygiene.

Darüber hinaus gab es zahlreiche Anliegen zu Pflegegradfeststellungen, Krankentransport und medizinischer Versorgung, Hilfe zur Pflege sowie zum Entlastungsbetrag und alltagsunterstützenden Angeboten. Insgesamt zeigt sich, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, sich im komplexen Pflegesystem zu orientieren und ihre Ansprüche vollständig zu verstehen und durchzusetzen.

BezirksImpuls Pflege: Austausch vor Ort stärken

Ein zentraler Bestandteil des Berichts ist das neue Format „BezirksImpuls Pflege“, das 2025 erstmals durchgeführt wurde. Ziel war es, den Dialog mit den Akteurinnen und Akteuren in den Berliner Bezirken zu stärken und ein besseres Verständnis für die lokalen Versorgungsstrukturen zu gewinnen.

Im Rahmen dieses Formats wurden rund 70 Termine mit verschiedenen Institutionen durchgeführt – darunter u.a. Bezirksämter, Pflegestützpunkte, Kontaktstellen PflegeEngagement, Seniorenvertretungen sowie Dienste und Einrichtungen. Ergänzen fand eine kurze Befragung unter den besuchten Institutionen statt.

Die Ergebnisse zeigen deutlich:

  • Besonders große Versorgungsprobleme bestehen bei speziellen Zielgruppen (z. B. Menschen mit Demenz oder jüngere Pflegebedürftige), in der Kurzzeitpflege sowie bei der Übergangspflege.
  • Wichtige Handlungsfelder sind der Ausbau präventiver Angebote, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Stärkung spezieller Versorgungsangebote sowie die Entlastung pflegender Angehöriger.

Zentrale Erkenntnisse

Sowohl die Einzelfallarbeit als auch der Austausch in den Bezirken machen deutlich:

  • Das Pflegesystem wird als komplex und schwer durchschaubar wahrgenommen.
  • Es besteht ein hoher Bedarf an Transparenz, Orientierung und Beratung.
  • Der Verbraucherschutz muss weiter gestärkt werden, insbesondere bei Verträgen und Abrechnungen.
  • Der Zugang zu Pflegeangeboten ist häufig mit großen Hürden verbunden.
  • In bestimmten Bereichen bestehen Versorgungslücken.

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Pflegebeauftragte des Landes Berlin

Prof. Dr. Sinja H. Meyer-Rötz