Hitze in Innenräumen

älterer Mann vor Ventilator tupft sich Schweiß von der Stirn

Innenräume können sich während einer Hitzewelle stark aufheizen, was die Gesundheit belastet. Die folgenden einfachen Vorsorgemaßnahmen helfen, Innenräume bei Hitze kühl zu halten.

  • Nutzen Sie nach Möglichkeit Vorhänge, Jalousien, Rollläden und Sonnenschirme, um die direkte Sonneneinstrahlung auf Fenster und Glasflächen zu minimieren. Vorrichtungen an der Außenwand des Hauses sind dabei wirksamer als Vorhänge im Innenraum.
  • Lüften Sie möglichst nachts und in den kühleren Morgenstunden.
  • Halten Sie sich nach Möglichkeit in den kühleren Räumen auf. Räume mit Fensterfronten, die länger der Sonne ausgesetzt sind, können sich deutlich stärker erwärmen.
  • Ein Ventilator kann hilfreich sein, sofern der Luftzug als angenehm empfunden wird.
  • Schalten Sie wärmeabgebende Elektrogeräte aus, wenn Sie sie nicht benutzen.
Blutdruck

Hinweise für Hausärztinnen und -ärzte

Hausarztpraxen können ihre Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, Hitzeperioden gut zu überstehen – zum Beispiel durch Maßnahmen in den Praxisräumen, das gezielte Ansprechen von Risikogruppen und die Anpassung von Medikamentenplänen.

Welche Maßnahmen können vorsorglich ergriffen werden?

Da auch die Praxisräume von Hitze betroffen sein können, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Temperatur in den Innenräumen zu reduzieren. Dazu zählen beispielsweise ein entsprechendes Lüftungsmanagement und die Verschattung der Fenster.
  • In Vorbereitung auf steigende Temperaturen könnten ältere Patientinnen und Patienten auf Vorsorgemaßnahmen hingewiesen werden.
  • Es sollte geprüft werden, ob bei Hitzewellen gegebenenfalls Anpassungen des Medikamentenplans der Patientinnen und Patienten notwendig sind.

Welche Medikamente können die Hitzeadaption beeinflussen?

Bei bestimmten Medikamenten steigt bei Hitze das Risiko von Nebenwirkungen. Dies gilt insbesondere für Arzneimittel, die die Mechanismen des Körpers zur Hitzeadaptation beeinflussen, indem sie das Durstgefühl reduzieren, die Schweißproduktion verringern, die Hitzewahrnehmung verändern oder den Elektrolythaushalt beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise Lithiumsalze, Antiarrhythmika, Digoxin, Antiepileptika und Diuretika.

Weiterführende Links

  • Tipps des Klinikums der Universität München bei Sommerhitze für die ärztliche Praxis und die Apotheke

    PDF-Dokument

  • Hinweise der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz zu Gesundheitsrisiken bei Sommerhitze für Pflegekräfte, Heimleitungen und Hausärzte

    PDF-Dokument (71.0 kB)

Wie alte Menschen vor Hitze geschützt werden können

Hinweise für Senioren- und Pflegeheime

Seniorinnen und Senioren gehören bei Hitze zu den Risikogruppen. Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime haben daher eine besondere Verantwortung gegenüber ihren Bewohnerinnen und Bewohnern.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet sind Personen mit eingeschränkter Anpassungsfähigkeit an Hitze. Dazu gehören

  • ältere Menschen ab 65 Jahren und insbesondere Hochbetagte
  • Personen mit Erinnerungslücken oder Gedächtnisstörungen, Verständnis- oder Orientierungsschwierigkeiten, die bei alltäglichen Verrichtungen auf die Hilfe anderer angewiesen sind
  • Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen wie Beruhigungsmittel, Antidepressiva, psychotrop wirkende Medikamente, Anticholinergika, Diuretika und blutdrucksenkende Medikamente
  • chronisch Kranke mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, zerebrovaskulären Krankheiten, starkem Übergewicht, Mangelernährung, Diabetes, Morbus Parkinson, respiratorischer Insuffizienz, Niereninsuffizienz, peripheren Gefäßkrankheiten und Morbus Alzheimer
  • Menschen mit fieberhaften Erkrankungen
  • Konsumentinnen und Konsumenten von psychoaktiv wirkenden Drogen und Alkohol
  • Personen mit bekannten Störungen der Hitzeadaptation.

Welche vorbeugenden Maßnahmen können in Senioren- und Pflegeeinrichtungenergriffen werden?

  • Sensibilisieren Sie das in der Einrichtung tätige Personal.
  • Qualifizieren Sie über Fort- und Weiterbildung das Personal mit Blick auf vorbeugende Maßnahmen in Bezug auf Hitze und Unterstützung im Akutfall.
  • Berücksichtigen Sie nach Möglichkeit bevorstehende Hitzewellen bei der Dienstplangestaltung.
  • Kontrollieren Sie die Raumtemperaturen morgens zwischen 08.00 und 10.00 Uhr, mittags gegen 13.00 Uhr und abends nach 22.00 Uhr.
  • Verwenden Sie leichte Bettwäsche, so wenig Kissen wie möglich und nur Laken als Zudecke.
  • Verwenden Sie leichte luftdurchlässige Kleidung und lassen Sie alles Überflüssige weg.
  • Benutzen Sie wenn möglich eine Netzhose mit Einlage anstelle folienbeschichteter Windelhosen (Wärmestau).

Was ist in Bezug auf Essen und Trinken in Senioren- und Pflegeeinrichtungen zu beachten?

  • Das nachlassende Durstgefühl im Alter führt dazu, dass ältere Menschen oft weniger trinken.
  • Ältere Personen sollten täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Bieten Sie in jeder Stunde ein bis zwei Gläser Flüssigkeit an. Oft hilft es, die tägliche Trinkmenge sichtbar bereitzustellen.
  • Achten sie darauf, dass die Flüssigkeitszufuhr überwacht und dokumentiert wird. In diesem Zusammenhang ist ein Trinkplan sehr sinnvoll.
  • Bei starkem Schwitzen sollten Sie darauf achten, dass der Salzverlust ausgeglichen wird. Verwenden Sie natriumreiches Mineralwasser (> 20 mg/l), um einem Natriumverlust infolge starken Schwitzens vorbeugen zu können.
  • Generell sollten natriumarme Getränke wie Fruchtsäfte, Tee oder Kaffee nur dann eingenommen werden, wenn eine ausreichende Kochsalzzufuhr auf anderem Wege gesichert ist.
  • Angebrochene Lebensmittelpackungen im Zimmer können bei großer Hitze schnell verderben. Sie können so beispielsweise zu Durchfallerkrankungen führen. Werfen Sie im Zweifelsfall Lebensmittel oder Getränke frühzeitig weg.

Welche Maßnahmen können darüber hinaus in Senioren- und Pflegeeinrichtungengetroffen werden?

  • In Abhängigkeit von den Grunderkrankungen kann die Fähigkeit eingeschränkt sein, selbst Maßnahmen zu ergreifen, um den Anstieg der Körpertemperatur zu vermeiden. Das trifft bei eingeschränkter Mobilität und bei Erkrankungen wie Demenz oder Depression zu. Dann ist eine intensivere Betreuung notwendig.
  • Achten Sie auf Symptome, die auf Überhitzung hinweisen, wie einer Körpertemperatur von über 38°C, Unruhe, Verwirrtheit, Erbrechen. Auch trockene, kühle Haut bei gleichzeitig hoher Körpertemperatur kann ein Zeichen für drohenden Hitzschlag sein. In diesem Fall muss eine Ärztin oder ein Arzt verständigt werden.
  • Benutzen Sie in Gemeinschaftsräumen Ventilatoren.
  • Versuchen Sie bei Hitzebelastung, besonders gefährdete Bewohnerinnen und Bewohner in kühle Räume zu bringen wie Korridore, Speisesaal, Kapelle oder Räume an der Nordseite.

Was sollte bei Hitze in Bezug auf Arzneimittel beachtet werden?

  • Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt entscheidet, welche Arzneimittel die Patientin oder der Patient einnehmen sollte.
  • Verschiedene Arzneimittel greifen in Vorgänge ein, die der Körper nutzt, um sich an die Hitze anzupassen. Sie können deshalb die Hitzeadaptation beeinträchtigen und bei verlängerter Hitzeexposition mit anderen Risikofaktoren zusammenwirken.
  • Für bestimmte Arzneimittel steigt das Risiko von Nebenwirkungen. Dies gilt insbesondere für Lithiumsalze, Antiarrhythmika, Digoxin, Antiepileptika oder Diuretika. In keinem Fall ist eine automatische Reduzierung der Dosis oder das Absetzen eines Arzneimittels, das mit der Hitzeanpassung des Körpers in Wechselwirkung stehen kann, gerechtfertigt. Dies obliegt einer ärztlichen Bewertung im Einzelfall.

Weiterführende Links

Veröffentlichungen und Tipps des Klinikums der Universität München bei Sommerhitze in der stationären Pflege (PDFs unter Kopiervorlagen)

  • Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege

    PDF-Dokument

  • Gesundheitshinweise zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Hinweise für unterschiedliche Zielgruppen

    DOWNLOAD-Dokument

  • Was tun bei Hitze? Hinweise für Seniorinnen und Senioren

    PDF-Dokument (770.5 kB)

Ventilator im Büro

Hitze im Büro

Welche vorsorgenden Maßnahmen kann ich ergreifen?

  • Passen Sie Ihre Arbeitszeiten, wenn möglich, dem Temperaturverlauf an. Flexible Arbeitszeiten und Gleitzeit erlauben es zu Zeiten mit vergleichsweise niedriger Innentemperatur zu arbeiten.
  • Bitten Sie um Erlaubnis, die Bekleidungsregeln zu lockern. Kurzärmelige Hemden und Blusen, leichte Hosen und der Verzicht auf Jackett und Krawatte beugen einer Überhitzung des Körpers vor.
  • Ventilatoren und mobile Klimageräte kühlen den Arbeitsplatz ab.
  • Passen Sie Ihre Ernährung an. Essen Sie vorrangig leichte Kost und trinken Sie viel Wasser.
  • Suchen Sie kühlere Bereiche auf, wenn Sie sich nicht wohlfühlen.

Welche rechtlichen Grundlagen gibt es?

Die Arbeitsstättenregel ASR 3.5 Raumtemperatur regelt unter anderem die Maßnahmen bei Hitzebelastung im Büro. Darin werden beispielhaft Maßnahmen dargestellt, die die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber ergreifen muss, wenn im Büro mehr als 26°C gemessen werden. Ein Recht auf Hitzefrei oder klimatisierte Räume besteht laut Aussagen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nicht.

  • Tipps der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bei Sommerhitze im Büro

    DOWNLOAD-Dokument

Weitere Informationen

Hitzewarnung

Hitzewarnungen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert mittels Hitzewarnungen über anstehende Hitzetage. Weitere Informationen

Ein Glas wird mit Leitungswasser gefüllt

Hitzetipps

Praktische Tipps, wie Sie sich und andere bei großer Hitze schützen können – von ausreichender Flüssigkeitszufuhr über geeignete Kleidung bis hin zu Verhaltenshinweisen Weitere Informationen

Eine junge Frau, hält einer älteren Frau im Sessel die Hände

Abteilung Pflege

Informationen zur Pflegeversicherung, zum Landespflegeausschuss, zu rechtlichen Grundlagen, Altenpflege als Beruf, zur häuslichen Pflege, Pflege im Pflegeheim, Rehabilitation und zu Pflegestützpunkten Weitere Informationen

Hitzeschutz Berlin

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Abteilung Gesundheit
Referat I E