Cooling Point – Hitzeschutz für alle im Berliner Mauerpark
Bild: LAGeSo
Die Zahl heißer Tage nimmt auch in Berlin spürbar zu – mit Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden vieler Menschen. Besonders in dicht bebauten Stadtgebieten heizen sich Straßen und Plätze stark auf. Während Hitzewellen bestehen, bleibt der Alltag: Menschen müssen einkaufen, zur Arbeit oder zu Terminen.
Da sich Hitze im städtischen Raum nicht vollständig vermeiden lässt, braucht es neue Infrastrukturen, die Schutz und Abkühlung bieten – direkt dort, wo sich Menschen aufhalten.
Mit dem Cooling Point wird erprobt, wie sich die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum unter sommerlichen Extrembedingungen verbessern lässt – unkompliziert, niedrigschwellig und sozial gerecht.
Was ist der Cooling Point?
Der Cooling Point ist eine temporäre, modulare Sitzgelegenheit im südlichen Mauerpark (Eingang Bernauer Str.) mit integrierten Verschattungsstrukturen, einem Trinkbrunnen und seit diesem Jahr auch einer Vernebelungsanlage in unmittelbarer Nähe. Er dient der Hitzeminderung und Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.
Die Installation richtet sich insbesondere an vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen – sowie an alle, die während der heißen Monate eine Möglichkeit zur Abkühlung suchen.
Das Ensemble rund um den Cooling Point steht der Nachbarschaft des Mauerparks und den Besuchenden seit dem bundesweiten Hitzeaktionstag am 11.06.2026 bis zum Oktober wieder zur Verfügung.
Trinkbrunnen
Damit sich Menschen in der Stadt bei Hitze ausreichend mit Flüssigkeit versorgen können, ist Zugang zu kostenlosem Trinkwasser essenziell. Daher gehört zum Cooling Point ein Trinkbrunnen der Berliner Wasserbetriebe. Um die hohe Wasserqualität und eine kühle Trinktemperatur zu gewährleisten, läuft der Trinkbrunnen kontinuierlich.
Vernebelungsanlage
Ein weiteres zentrales Element des Pilotprojekts ist die Vernebelungsanlage, die bei hohen Temperaturen eine zusätzliche Abkühlung bietet. Nach Betätigung eines Tastsensors wird innerhalb von 45 Sekunden etwa ein Liter Trinkwasser aus den 32 Düsen versprüht. Die Einstellungen können im Lauf der Saison variiert werden.
Wird die Anlage nicht benutzt, findet derzeit alle 30 Minuten (abgesehen von einer Nachtruhe) eine automatische Spülung statt, um immer frisches Wasser bereitzustellen. Da die Anlage direkt an das Trinkwassernetz angeschlossen ist, werden keine weiteren Pumpen o. ä. benötigt.
Wer ist beteiligt?
Das Projekt wird vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) Berlin koordiniert und ressortübergreifend mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern umgesetzt:- Bezirksamt Pankow (u. a. Stadtentwicklung, Straßen- und Grünflächenamt, Katastrophenschutz, Gesundheitsamt)
- Union Sozialer Einrichtungen gGmbH (USE)
- Grün Berlin GmbH
- Berliner Wasserbetriebe (BWB)
- Umweltbundesamt (UBA)
Das Projekt zeichnet sich durch eine interdisziplinäre und ressortübergreifende Herangehensweise aus, die Gesundheit, Stadtentwicklung, Umwelt, Technik und Kommunikation verbindet.
Ziel
Die Erkenntnisse aus dem Berliner Modellvorhaben fließen in eine bundesweit übertragbare Handreichung, um Städte bei der Umsetzung hitzeschutzwirksamer Infrastruktur zu unterstützen.
Förderhinweis
Das Projekt ist Teil des Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).
Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (Lageso)
Postanschrift
Postfach 31 09 29
10639 Berlin
Pressestelle
Leiterin der Pressestelle:
Stephanie Reisinger – Z Press -
Bild: Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Bild: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)