Die Patientenbeauftragten der Länder Bayern, Berlin und NRW sprechen sich gemeinsam gegen eine Patientenberatung durch ein zentrales Callcenter aus

Pressemitteilung vom 08.07.2015

Im Bundesgebiet können sich Patienten bisher in 21 Beratungsstellen Rat und Hilfe vor Ort holen. Sie werden von einem Verbund aus anerkannten Patientenverbänden der gemeinnützigen UPD gGmbH getragen und von den Gesetzlichen Krankenkassen finanziert. Der Träger könnte zum Jahresende 2015 ausgetauscht und durch eine Firma ersetzt werden, die vor allem Callcenter für Krankenkassen betreibt. Es besteht damit die Gefahr des Verlusts der örtlichen Beratungsstellen.

In drei Bundesländern gibt es Patientenbeauftragte: Hermann Imhof in Bayern, Karin Stötzner in Berlin und Dirk Meyer in NRW. Sie sind sich einig, dass eine Umwandlung der Beratungsstellen der Unabhängigen Patientenberatung in ein zentrales Callcenter entschieden abzulehnen ist. Sie wenden sich gemeinsam an ihren Kollegen auf Bundesebene, den Patientenbeauftragten und Staatsekretär Karl-Josef Laumann, sich im Interesse der Patienten für eine andere Lösung stark zu machen.

Patienten brauchen nicht nur Informationen, sondern auch die Möglichkeit, ihre Anliegen mit all den Unterlagen eines Vorgangs persönlich besprechen zu können. Patientenberatung ist Vertrauenssache. Es besteht jedoch die Sorge, dass die Nähe von künftigem Dienstleister und Krankenkasse zu Interessenkonflikten führen könnte und die bestehende Unabhängigkeit gefährdet ist.

Seit 10 Jahren wurde ein professionelles Team an Beraterinnen und Beratern qualifiziert, Wissen angesammelt und dokumentiert, ein transparentes Auswertungsverfahren der Beratung entwickelt und auf sehr hohem Niveau Qualitätssicherung betrieben. Diese Kompetenz mit dem Hinweis auf Kosteneffizienz aufzugeben und Patienten mit einer telefonischen Information – in wahrsten Sinne des Wortes – allein zu lassen, ist völlig unverständlich.

Gemeinsame Erklärung von:

Karin Stötzner Hermann Imhof Dirk Meyer