Tino Schwierzina

Tino Schwierzina
Bild: Landesarchiv Berlin

frei gewählter Oberbürgermeister Ost-Berlins vom 30.5.1990 bis 11.1.1991

Tino-Antoni Schwierzina wurde am 30. Mai 1927 als Sohn eines Arztes im oberschlesischen Königshütte (heute Chorzów) geboren. Noch vor Schulabschluss in Magdeburg wurde er zur Wehrmacht eingezogen und geriet bei Kriegsende in amerikanische Gefangenschaft. 1948 holte er das Abitur nach und nahm anschließend an der Humboldt Universität in Berlin ein Studium der Rechtswissenschaft auf, in dessen Verlauf er sich auf Wirtschaftsrecht spezialisierte. Von 1953 bis 1989 war Schwierzina als Justitiar in verschiedenen DDR-Außenhandelsbetrieben tätig.

Im Oktober 1989 war Tino Schwiezina Gründungsmitglied der Ost-SPD (zunächst unter dem Namen SDP) und übernahm das Amt des Schatzmeisters im Bezirksverband Berlin. Bei den ersten freien Kommunalwahlen in der DDR am 6. Mai 1990 wurde die SPD in Berlin mit 34,9 Prozent stärkste politische Kraft. Am 30. Mai 1990 wählte die Stadtverordnetenversammlung Tino Schwierzina an der Spitze eines SPD/CDU-Magistrats zum Oberbürgermeister. Seine Amtszeit, während der er große Popularität gewann, stand vollständig im Zeichen der Zusammenführung der beiden Stadthälften Berlins.

Nach den Gesamtberliner Wahlen im Dezember 1990 trat Schwierzina am 11. Januar 1991 zurück, um den Weg für die Bildung einer neuen Landesregierung freizumachen. Das Abgeordnetenhaus, dem er nun angehörte, wählte ihn zu seinem Vizepräsidenten. In dieser Funktion blieb Tino Schwierzina bis zum Ende der Legislaturperiode 1995. Für das neue Abgeordnetenhaus kandidierte er in Weißensee, wurde aber überraschend nicht wieder gewählt. 1996 verlieh ihm der Senat in Anerkennung seiner Verdienste den Ehrentitel Stadtältester.

Er starb am 29. Dezember 2003 in Berlin.