Die Gropiusstadt entdecken

Hochhäuser in der Gropiusstadt. Im Vordergrund ein Laubbaum durch den die Sonne scheint

Von Walter Gropius geplant (aber ohne ihn erbaut) gilt die Gropiusstadt als die Mutter der Großstadt-Siedlungen. Bei Fertigstellung gab sie über 18.000 Menschen ein neues Zuhause – heute sind es über 36.000. Berühmt und berüchtigt wurde die Gropiusstadt durch den autobiografischen Roman „Christiane F. – Wir Kinder von Bahnhof Zoo.“ Seit Jahren jedoch kämpfen Initiativen vor Ort und die Bezirksverwaltung gegen das negative Bild der Gropiusstadt an- mit betrachtlichem Erfolg. Heute ist hier vieles anders: Wohn- und Lebensqualität haben sich deutlich verbessert und die Bildungs- und Freizeitangebote sind gut.

Kornfeld vor der Gropiusstadt in Berlin

Klar gibt es in der Gropiusstadt jede Menge Beton und Bauhaus-Plattenbau-Architektur. Doch es lebt sich hier ruhiger und grüner als anderswo. Manchmal fühlt es sich an wie auf dem Dorf, nur größer. Überall sieht man Grünflächen mit alten gewachsenen Baumbeständen. Und abseits der Straßen gibt es ein Wegesystem – auf denen die Bewohner zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Kontinuierlich wird in den Grün- und Straßenraum investiert: Barrieren für Fußgänger, Sportler und Radfahrer verschwinden. Grünflächen mit biologischer Vielfalt entstehen.

Inklussionsspielplatz Gropiusstadt

Im Mai 2022 eröffnete hier am Sollmannweg der erste Inklusionsspielplatz Neuköllns. Auf dem neugestalteten Spielplatz können die Kinder sich nun in der Kletternesterlandschaft aus robusten Robinienholzstämmen austoben und auf den vielen phantasievollen Spielgeräten balancieren oder rutschen.

Bat-Yam-Platz 1 , Gemeinschaftshaus Gropiusstadt

Das Gemeinschaftshaus Gropiusstadt (Bat-Yam-Platz 1) erfreut alle Kunst- und Kulturbegeisterte. Ein wechselndes Programm für Jung und Alt bietet Musikabende, Kunstausstellungen und Theateraufführungen. Ein besonderes Highlight sind die “Blauen Mittwoche”, die im August stattfinden. Dann verwandelt sich der Bat-Yam-Platz zu einer großen Open-Air-Location. Von R’n‘B bis Country, von Schlagern bis Big-Band ist für jeden Geschmack etwas dabei. So lässt sich der Feierabend wunderbar einläuten. Ebenfalls im Sommer findet im Schatten der Hochhäuser ein Open-Air-Kino statt.

Dreiinigkeitskirche

Generell gibt es in der Gropiusstadt viel mehr zu entdecken, als man vorher vielleicht denkt: So steht hier mit dem IDEAL-Hochhaus (Fritz-Erler-Allee 120) das höchste Wohnhaus Berlins und eines der höchsten in ganz Deutschland. Durch eine spezielle Kirchengestaltung zeichnen sich die Dreieinigkeitskirche (Lipschitzallee 7), sowie die St. Dominicus Kirche (Lipschitzallee 74) aus. Letztere erinnert ein wenig an einen überdimensionalen Kaffeefilter und überzeugt im Inneren durch eine sehr klare, moderne Gestaltung. Und wer hätte gedacht, dass es hier im Schatten der Hochhäuser noch eine richtig alte Windmühle gibt?! Die Jungfernmühle (Goldammerstr. 34) ist zwar nicht mehr funktionsfähig, dafür beheimatet sie heute ein gemütliches Restaurant.

Schriftzug Gropiusstadt im Boden eingepflastert

Auch das Shopping-Erlebnis kommt dank der nahegelegenen Gropius Passagen (Johannisthaler Chaussee 317) nicht zu kurz. Durch den Grünzug kann man direkt vom Bat-Yam-Platz durchlaufen.

Wem die vielen Freiflächen zum Austoben noch nicht reichen, der wagt den Sprung ins kühle Nass im Kombibad Gropiusstadt (Lipschitzallee 27-33). Im Winter kann man in der Halle seine Bahnen ziehen – im Sommer lockt ein großer Freibadbereich mit Rutsche, Sprungturm und Liegewiese.

Man sieht, die Gropiusstadt hat sich verändert: Heute ist sie ein grünes und abwechslungsreiches Quartier. Wissen tun das noch nicht alle. Unser Tipp deshalb: Einfach mal vorbeikommen und schauen was sich in der Gropiusstadt auch weiterhin so tut!

##icon:ubahn## U7 Johannisthaler Chaussee oder Lipschitzalle oder Wutzkyallee