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Serotonin

Theatertreffen 2026 | 10 bemerkenswerte Inszenierungen

Serotonin – Ein Mann in weißer Kleidung sitzt mit überschlagenen Beinen auf einer weißen Bank in einem weißen Kubus

Serotonin – Ein Mann in weißer Kleidung sitzt mit überschlagenen Beinen auf einer weißen Bank in einem weißen Kubus

nach dem Roman Sérotonine von Michel Houellebecq

Aus dem Französischen von Stephan Kleiner

Theaterfassung von Sebastian Hartmann

Hans Otto Theater Potsdam

Premiere: 13.12.2025

 

Kompromisslos und minimalistisch inszeniert von Sebastian Hartmann, porträtiert Guido Lambrecht in Serotonin mit messerscharfer Präzision einen Menschen, der an zentrale Punkte seines Lebens zurückkehrt und seine persönliche Krise mit der der westlichen Gesellschaft verwebt.

Florent-Claude Labrouste hat sein Leben in eine Sackgasse bugsiert. Geprägt von gescheiterten Beziehungen, gedemütigt durch von Antidepressiva ausgelöste Impotenz, seines Lebens überdrüssig und voller Verachtung für sich selbst und die Welt um ihn herum, bricht er alle Zelte ab. Schonungslos zieht er Bilanz – unter anderem anhand der Frauen in seinem Leben. Michel Houellebecqs Roman Serotonin stellt eine zutiefst frustrierte, traurige und klagende Figur in den Mittelpunkt. Sebastian Hartmann wählt einen entschlossenen und radikalen Zugang zu diesem Stoff: Nichts lenkt ab von der großen Erzählkunst Guido Lambrechts, der in einem beeindruckenden Solo mit seinem nuancierten, präzisen und zurückgenommenen Spiel einem Mann in Auflösung Stimme und Körper verleiht. Irgendwo zwischen Installation, Performance und Theatervorstellung angesiedelt, ist Serotonin ein faszinierend herausforderndes Roadmovie des Stillstands und eine Einladung, sich dem Bühnengeschehen auszuliefern.

Jurybegründung

„Eine derart reduzierte und puristische Inszenierung hat Sebastian Hartmann noch nie gezeigt. Seine Bühnenadaption von Michel Houellebecqs Roman Serotonin ist ein Meisterwerk des theatralen Minimalismus: Mehr als einen weißen Kasten, in dem nur eine weiße Holzbank steht, einen einzelnen Scheinwerfer und natürlich Guido Lambrecht braucht es nicht. Gut fünf Stunden verweilt Lambrecht in diesem Raum, dessen Weiß alles auszulöschen scheint, und breitet das verpfuschte Leben von Houellebecqs Ich-Erzähler Florent-Claude Labrouste aus. In diese schonungslose Beichte eines gescheiterten Mannes bricht immer wieder eine zweite, deutsch-deutsche Lebensgeschichte ein, die Labroustes toxische Sicht auf die Welt erweitert und kommentiert. Lambrechts zurückgenommenes wie präzises Spiel ist dabei eine kleine Theatersensation. Es erlaubt einem, tief in die Abgründe eines Mannes zu blicken und so zum Kern des momentan virulenten antimodernen Denkens vorzudringen.“

– Sascha Westphal für die Theatertreffen-Jury

Zum Videostatement

 

Künstlerisches Team

Sebastian Hartmann – Regie und Bühne

Lothar Baumgarte – Licht

Adriana Peretzki – Kostüme

Christopher Hanf – Dramaturgie

Besetzung

Guido Lambrecht

Dank an Lukas Roediger für seine Beratung in Fragen psychiatrischer Sachverhalte.

Aufführungsrechte: © DuMont, Köln. Aufführungsrechte vermittelt durch schaefersphilippen™, Theater und Medien GbR, Köln

Publikumsgespräch

am Sonntag, 10.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung

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5 von insgesamt 5 Terminen

  • Mi 06.05.2026 18:00 Uhr
    Serotonin

    Zeiss-Großplanetarium

  • So 10.05.2026 16:00 Uhr
    Serotonin

    Zeiss-Großplanetarium

  • Mo 11.05.2026 17:00 Uhr
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  • Mi 13.05.2026 17:00 Uhr
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    Zeiss-Großplanetarium

  • Fr 15.05.2026 17:00 Uhr
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    Zeiss-Großplanetarium

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