Alles beginnt mit einem Einfall: Der jüdische Dokumentarfilmer Jona Lubnik will mit einem provokanten Film die Bequemlichkeit seiner deutschen Mitmenschen aufrütteln. Lange hat er politische Fragen gemieden, doch nun sieht er sich zum Handeln gezwungen, denn er ist überzeugt: Vergangenheit darf nie zum Vorwand werden, um über die Gegenwart zu schweigen. Seine Frau ist eine erfolgreiche Neurologin und fürchtet, dass sich sein Filmprojekt zu einem Politskandal auswachsen könnte, der ihrer Karriere und der ganzen Familie schadet. Auch seine Therapeutin verzweifelt an Jonas neurotischem Verhalten. Obendrein entwickelt ihr Bruder nach einem Schlaganfall sonderbare Halluzinationen. Alles fällt in sich zusammen. Welchen Preis ist Jona bereit zu zahlen, um seinen Film zu realisieren? Mit scharfem Blick durchleuchtet Yael Ronen die Mechanismen der (Selbst-)Sabotage und reagiert mit den Mitteln der Komödie auf unsere krisenhafte Gegenwart. Ist Selbstsabotage uns Menschen und unseren Gesellschaften eingeschrieben? Yael Ronen wurde 1976 in Jerusalem geboren. Sie studierte Szenisches Schreiben am HB Studio in New York und Regie am Seminar HaKibbutzim in Tel Aviv. An der Schaubühne zeigte sie zunächst beim FIND ihre in Israel entwickelten Stücke. Zusammen mit dem Ensemble der Schaubühne sowie mit palästinensischen und israelischen Schauspieler_innen entwickelte sie die Arbeiten »Dritte Generation« (2009) sowie »The Day Before the Last Day« (2011). Von 2015 bis 2023 war sie Hausregisseurin am Maxim Gorki Theater. Seit der Spielzeit 2023/24 inszeniert Yael Ronen wieder regelmäßig an der Schaubühne. Bisher entstandenen »Bucket List« (eingeladen zum Theatertreffen 2024) sowie »Replay«.
110 Minuten
Künstler/Beteiligte: (Künstlerische Mitarbeit), (Licht), (Percussions (Aufnahme)), (Musik), Stefano Di Buduo (Video), Amit Epstein (Kostüme), Martín Valdés-Stauber (Dramaturgie), Magda Willi (Bühne), Carolin Haupt (Mit), Eva Meckbach (Mit), Dimitrij Schaad (Mit), Konrad Singer (Mit)
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