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Professor Bernhardi

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Professor Bernhardi

Internist Bernhardi, Direktor einer renommierten Privatklinik, verweigert einem Pfarrer den Zugang zum Zimmer einer Patientin, der dieser die Sterbesakramente spenden möchte.

  • Professor Bernhardi, Foto: © Gianmarco Bresadola

    Professor Bernhardi, Foto: © Gianmarco Bresadola

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    Professor Bernhardi, Foto: © Gianmarco Bresadola

Im Endstadium einer tödlichen Blutvergiftung, Folge einer unsachgemäßen Abtreibung, deliriert die junge Frau, sie sei völlig geheilt. Bernhardi hält es für seine ärztlich-humanistische Pflicht, ihr ein »glückliches Sterben« zu ermöglichen und sie nicht aus dieser Illusion zu reißen. Der Pfarrer wiederum besteht auf seinem religiösen Auftrag als Seelsorger. Beide scheitern: Während sie diskutieren, verstirbt die Kranke – zuvor noch alarmiert durch das Pflegepersonal, das gegen den Willen des Arztes den Besuch des Pfarrers ankündigte.
Für den jüdischstämmigen Bernhardi weitet sich der unglückliche Zwischenfall rasch zu einem politischen Skandal aus, der seine Existenz und die der Klinik zu ruinieren droht. Ihm wird ein gezielter Übergriff auf religiöse Gefühle von Christen unterstellt. Bald bricht ein latent grassierender Antisemitismus überall offen zutage. Der Stiftungsrat des Instituts tritt aus Protest gegen Bernhardi zurück. Konkurrenten in der Ärzteschaft nutzen gezielt antijüdische Ressentiments, um Bernhardi zu suspendieren und so sich und ihre Freunde in die Leitungspositionen zu bringen. Im Parlament erreichen rechte Populisten gar die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen Bernhardi. Schließlich versagt selbst der zuständige Minister, Bernhardis Studienfreund Flint, ihm die Unterstützung, um für diesen Einzelfall nicht sein politisches Programm in Gefahr zu bringen. Dafür erfährt Bernhardi plötzlich die Solidarität linker Kreise, die ihn zum Märtyrer machen wollen. Doch er möchte sich nicht für ihre politischen Ziele instrumentalisieren lassen – und verzichtet bewusst auf einen öffentlichen Kampf gegen die Lügen und für seine Rehabilitierung.
»Professor Bernhardi« ist einer der wenigen dramatischen Texte, die minutiös einen beruflichen Kontext jenseits der emotionalen und familiären Hintergründe seiner Figuren entfalten. Die Arbeitswelt des Krankenhauses wird zugleich zum modellhaften Ausschnitt einer von Karrierismus, Konkurrenz und Ressentiment dominierten Gesellschaft, deren unterschwellige Triebkraft der Antisemitismus ist. In seiner Inszenierung von Schnitzlers Komödie – als die der Autor sein Stück doppelbödig bezeichnete – geht Thomas Ostermeier dabei besonders der Frage nach, wie ein isolierter Vorfall von einer Gruppe systematisch für die eigenen Machtbestrebungen und Partikularinteressen instrumentalisiert werden kann; wie scheinbar unbestreitbare Fakten diskursiv so weit verbogen und relativiert werden, bis das »objektiv Richtige« zusehends seine bestimmbaren Konturen verliert. Was bleibt von der Wahrheit übrig, wenn sie zwischen divergierenden Deutungen immer weiter zerrieben wird?

170 Minuten

Künstler/Beteiligte: (Wandzeichnungen), Malte Beckenbach (Musik), Florian Borchmeyer (Dramaturgie), Anastasiia Gavrilova (Kamera), Andreas Hartmann (Kamera), Stefan Kessissoglou (Kamera), Thomas Ostermeier (Regie), Jan Pappelbaum (Bühne), Erich Schneider (Licht), Arthur Schnitzler (Autor), Nina Wetzel (Kostüme), Jake Witlen (Videodesign), Jörg Hartmann (Dr. Bernhardi), Sebastian Schwarz (Dr. Ebenwald), Thomas Bading (Dr. Cyprian), Robert Beyer (Dr. Pflugfelder), Konrad Singer (Dr. Filitz), Johannes Flaschberger (Dr. Tugendvetter), Christoph Gawenda (Dr. Löwenstein), David Ruland (Dr. Schreimann/Kulka, ein Journalist), Julia Schubert (Dr. Adler), Damir Avdić (Dr. Oskar Bernhardi), Veronika Bachfischer (Dr. Wenger/Krankenschwester), Moritz Gottwald (Hochroitzpointner), Thomas Bading (Professor Dr. Flint), Christoph Gawenda (Ministerialrat Dr. Winkler), Laurenz Laufenberg (Franz Reder, Pfarrer)

Alternative Veranstaltungen

Elektra – Berlin International Youth Theatre

Blut rächt sich mit Blut … oder etwa nicht? Das Berlin International Youth Theatre (BIYT) lässt Sophokles auf Tarantino treffen, in dieser kühnen Neuinterpretation der antiken Rachetragödie ELEKTRA! Im Setting des Wilden Westens erwarten des Publikum... mehrzu: Elektra – Berlin International Youth Theatre

Termin:
Samstag, 04. Juli 2026, 19:00 Uhr
Ort:
English Theatre Berlin
Adresse:
Fidicinstraße 40, 10965 Berlin-Kreuzberg
Preis:
ab 8,80 €

Meine tolle Scheidung - Eine turbulente Komödie von Geraldine Aron

Als Angela Kennedy Lipsky erfährt, dass ihr langjähriger Ehemann Max sie wegen eines deutlich jüngeren Models verlässt und die Scheidung einreicht, steht ihre Welt auf dem Kopf. Kurz nach der angekündigten Trennung wird auch die gemeinsame Tochter flügge... mehrzu: Meine tolle Scheidung - Eine turbulente Komödie von Geraldine Aron

Nächster Termin:
Meine tolle Scheidung
Termin:
Samstag, 04. Juli 2026, 19:00 Uhr (1 weiterer Termin)
Ort:
Altstadttheater Köpenick
Adresse:
Jägerstraße 4, 12555 Berlin-Köpenick
Preis:
ab 35,77 €

Ladies Night - ganz oder gar nicht

Es geht um vier Freunde in einer englischen Industriestadt. Kein Job, kein Geld, keine Aussicht auf irgendeinen Erfolg. Als eine Männer-Strip-Show in die Stadt kommt und die Frauen zu Beifallsstürmen hinreißt, wittern die Freunde ihre Chance auf Erfolg... mehrzu: Ladies Night - ganz oder gar nicht

Nächster Termin:
Schloss Ribbeck Open Air
Termin:
Samstag, 04. Juli 2026, 19:00 Uhr (4 weitere Termine)
Ort:
Schloss Ribbeck (Nauen b. Berlin)
Adresse:
Theodor-Fontane-Straße 10, 14641 Nauen OT Ribbeck
Preis:
ab 24,30 €

BühnenBande im T-Werk zeigt: "ÜBER LEBEN" (12+)

Unter dem Druck der Normalität Eine ausgewählte Gruppe findet sich in einem von der Außenwelt isolierten Raum ein – angeblich zu einem psychologischen Experiment. Es stellt sich jedoch heraus, dass die Teilnehmenden brutalen ErpresserInnen in die Falle... mehrzu: BühnenBande im T-Werk zeigt: "ÜBER LEBEN" (12+)

Nächster Termin:
Premiere
Termin:
Samstag, 04. Juli 2026, 19:00 Uhr (1 weiterer Termin)
Ort:
T-Werk - Potsdam
Adresse:
Schiffbauergasse 4e, 14467 Potsdam
Preis:
ab 9,00 €

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