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Hinkemann

Der ehemalige Soldat Eugen Hinkemann kehrt versehrt aus dem Krieg zurück: Eine Kriegsverletzung hat ihn sein Genital gekostet, und damit auch sein Selbstwertgefühl und seine Stellung in der Gesellschaft. Er kämpft nicht nur mit der Ablehnung seiner Umwelt, sondern auch mit der Verzweiflung seiner Ehe und der eigenen inneren Leere. Als er sich schließlich als Attraktion auf einem Jahrmarkt verdingen muss, wo er rohes Fleisch mit den Zähnen zerreißt, wird sein persönliches Schicksal zur bitteren Anklage gegen eine Gesellschaft, die ihre Helden verrät und ihre Menschlichkeit verliert. Stärke und Tapferkeit, Rationalität und Disziplin, Arbeit und Karriere. Diese klassischen männlichen Attribute galten lange als das Bild eines Mannes. In der Versorgerrolle der Familie und geprägt von Patriotismus und Ehrenhaftigkeit war für den Mann im traditionellen Rollenverständnis wenig Raum für Sensibilität oder Schwäche. Im Nachgang des Ersten Weltkriegs gerieten alte Geschlechterrollen ins Wanken; Frauen hatten in der Kriegszeit verstärkt Erwerbsarbeit übernommen und der Verlust körperlicher Funktionen, wie bei Kriegsverletzungen, bedeuteten häufig auch den Verlust männlicher Identität. Ernst Toller schrieb mit seiner Tragödie über eine Zeit, in der die Kontraste zwischen traditionellem Rollenverständnis und neuen sozialen Herausforderungen zu einem Übergangszeitraum führten, in dem die Definition von Männlichkeit langsam begann, sich zu verändern – ein Prozess, der Jahrzehnte andauern sollte. zum Programmzettel Moritz Kienemann wurde für seine Darstellung des Eugen Hinkemann in der Kritiker:innenumfrage von Theater heute zu den Höhepunkten der Theatersaison 2024/25 doppelt geehrt: Wir gratulieren zur Auszeichnung zum „Schauspieler des Jahres” und zum „Nachwuchsschauspieler des Jahres”!

Künstler/Beteiligte: Ernst Toller (Autor/in), Anne Lenk, Moritz Kienemann (Eugen Hinkemann), Lorena Handschin (Grete Hinkemann), Jeremy Mockridge (Paul Großhahn), Lenz Moretti (Max, u.a.), Mathilda Switala (Fränze, Vogel, u.a.), Jonas Hien (Budenbesitzer), Almut Zilcher (Mutter Hinkemann)

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