Berliner Ensemble
Fräulein Else
Theatertreffen 2026 | 10 bemerkenswerte Inszenierungen

Fräulein Else – Eine Frau in einem Blazermantel steht lächelnd auf einem schwingenden Kronleuchter
© Marcel Urlaub
frei nach Arthur Schnitzler
von Leonie Böhm und Julia Riedler
Volkstheater Wien
Premiere: 8.2.2025
Mit Fräulein Else entwirft Leonie Böhm für und mit Julia Riedler ein präzise gearbeitetes, mitreißendes Solo, das die Novelle über Machtmissbrauch und die Verwertbarkeit weiblicher Körper in die unmittelbare Gegenwart bringt.
Else verbringt den Sommer in einem noblen Kurort, als sie ein Expressbrief erreicht: Der Vater sei hoch verschuldet, sie solle den deutlich älteren Kunsthändler Dorsday um Geld anpumpen, um den Ruf der Familie zu bewahren. Doch Dorsday stellt eine Bedingung: Die benötigte Summe bekommt Else nur, wenn sie sich ihm für eine Viertelstunde nackt zur Schau stellt. Leonie Böhm sucht in ihren Arbeiten immer wieder neue Lesarten kanonischer Texte, die Begegnung im Hier und Jetzt ist ein Grundprinzip ihrer Theaterpraxis. In ihrem packenden Zugriff auf Arthur Schnitzlers berühmte Novelle Fräulein Else aus dem Jahr 1924 kehrt sie zusammen mit Julia Riedler Elses inneren Monolog nach außen und lädt das Publikum dazu ein, live über ein schambesetztes Dilemma nachzudenken, es mitzuverhandeln und sich mitverantwortlich zu fühlen. Mit Witz, Spontanität, Sprachgewalt und Facettenreichtum spielt Riedler ein umwerfendes Solo, das Doppelmoral offenlegt und patriarchalen Machtstrukturen den Kampf ansagt.
Jurybegründung
„In Leonie Böhms und Julia Riedlers Schnitzler-Adaption ist fast jede Zeile aus 1924. Dass dieser Text dennoch treffsicher in der Gegenwart landet, ist der herausragenden Leistung von Julia Riedler als Else zu verdanken. Aus dem Bewusstseinsstrom der Achtzehnjährigen, die von einem Bekannten erpresst wird, sich vor ihm auszuziehen, um Geld für den verschuldeten Vater zu erhalten, entwickelt sie einen aufregenden Dialog mit dem Publikum. Riedler nimmt ihre Zuschauer*innen damit konsequent in die Verantwortung und macht sie zu Kompliz*innen in Elses auswegloser Situation. Mit unglaublicher Schlagfertigkeit und augenzwinkernder Lässigkeit hat sie den Saal in der Hand – und wickelt ihr Publikum auch gern mal um den Finger. Ihre Else ist hellwach, furchtlos und unberechenbar. Und so erträumt der Abend aus der Schnitzler-Anlage schrittweise eine Utopie für unsere Zeit, in der Machtmissbrauch immer noch allgegenwärtig ist. Ein radikal heutiges Solo und eine Übung in Empathie gleich mit.“
– Vincent Koch für die Theatertreffen-Jury
Zum Videostatement
Künstlerisches Team
Leonie Böhm, Julia Riedler – Konzept
Leonie Böhm – Regie
Belle Santos – Bühne und Kostüm
Ines Wessely – Lichtdesign
Matthias Seier – Dramaturgie
Helena Eckert – Co-Dramaturgie Vorproben
Besetzung
Julia Riedler – Else
von Leonie Böhm und Julia Riedler
Volkstheater Wien
Premiere: 8.2.2025
Mit Fräulein Else entwirft Leonie Böhm für und mit Julia Riedler ein präzise gearbeitetes, mitreißendes Solo, das die Novelle über Machtmissbrauch und die Verwertbarkeit weiblicher Körper in die unmittelbare Gegenwart bringt.
Else verbringt den Sommer in einem noblen Kurort, als sie ein Expressbrief erreicht: Der Vater sei hoch verschuldet, sie solle den deutlich älteren Kunsthändler Dorsday um Geld anpumpen, um den Ruf der Familie zu bewahren. Doch Dorsday stellt eine Bedingung: Die benötigte Summe bekommt Else nur, wenn sie sich ihm für eine Viertelstunde nackt zur Schau stellt. Leonie Böhm sucht in ihren Arbeiten immer wieder neue Lesarten kanonischer Texte, die Begegnung im Hier und Jetzt ist ein Grundprinzip ihrer Theaterpraxis. In ihrem packenden Zugriff auf Arthur Schnitzlers berühmte Novelle Fräulein Else aus dem Jahr 1924 kehrt sie zusammen mit Julia Riedler Elses inneren Monolog nach außen und lädt das Publikum dazu ein, live über ein schambesetztes Dilemma nachzudenken, es mitzuverhandeln und sich mitverantwortlich zu fühlen. Mit Witz, Spontanität, Sprachgewalt und Facettenreichtum spielt Riedler ein umwerfendes Solo, das Doppelmoral offenlegt und patriarchalen Machtstrukturen den Kampf ansagt.
Jurybegründung
„In Leonie Böhms und Julia Riedlers Schnitzler-Adaption ist fast jede Zeile aus 1924. Dass dieser Text dennoch treffsicher in der Gegenwart landet, ist der herausragenden Leistung von Julia Riedler als Else zu verdanken. Aus dem Bewusstseinsstrom der Achtzehnjährigen, die von einem Bekannten erpresst wird, sich vor ihm auszuziehen, um Geld für den verschuldeten Vater zu erhalten, entwickelt sie einen aufregenden Dialog mit dem Publikum. Riedler nimmt ihre Zuschauer*innen damit konsequent in die Verantwortung und macht sie zu Kompliz*innen in Elses auswegloser Situation. Mit unglaublicher Schlagfertigkeit und augenzwinkernder Lässigkeit hat sie den Saal in der Hand – und wickelt ihr Publikum auch gern mal um den Finger. Ihre Else ist hellwach, furchtlos und unberechenbar. Und so erträumt der Abend aus der Schnitzler-Anlage schrittweise eine Utopie für unsere Zeit, in der Machtmissbrauch immer noch allgegenwärtig ist. Ein radikal heutiges Solo und eine Übung in Empathie gleich mit.“
– Vincent Koch für die Theatertreffen-Jury
Zum Videostatement
Künstlerisches Team
Leonie Böhm, Julia Riedler – Konzept
Leonie Böhm – Regie
Belle Santos – Bühne und Kostüm
Ines Wessely – Lichtdesign
Matthias Seier – Dramaturgie
Helena Eckert – Co-Dramaturgie Vorproben
Besetzung
Julia Riedler – Else
Publikumsgespräch
am Donnerstag, 7.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung
3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung in voller Länge im TV sehen
am Samstag, 2.5.2026 um 20:15 Uhr auf 3sat
3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung ist in voller Länge online verfügbar
in der 3satMediathek und in der Berliner Festspiele Mediathek ab Freitag, 1.5.2026 für ein Jahr
Es liegen Hinweise zu sensiblen und/oder gesundheitlich relevanten Inhalten vor.
am Donnerstag, 7.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung
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am Samstag, 2.5.2026 um 20:15 Uhr auf 3sat
3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung ist in voller Länge online verfügbar
in der 3satMediathek und in der Berliner Festspiele Mediathek ab Freitag, 1.5.2026 für ein Jahr
Es liegen Hinweise zu sensiblen und/oder gesundheitlich relevanten Inhalten vor.
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