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Die Dreigroschenoper

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Die Dreigroschenoper

nach John Gay’s Beggar’s Opera

Barrie Kosky verwandelt die "Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht und Kurt Weill zu einer Großstadtballade über Menschen, die in einer funktionalen, nüchternen Welt ihr Glück suchen.

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Mit ihren legendären Songs und einer ebenso unverschämt wie klug im Hinblick auf Sozialkritik umgearbeiteten, im Kern trivialen Geschichte um Liebe, Verrat, Geschäft und Moral wurde die 1928 an diesem Theater uraufgeführte "Dreigroschenoper" über Nacht zu einem weltweiten Überraschungshit. "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral", lauten die berühmten Zeilen – doch wer im Wohlstand lebt, lebt zwar angenehm, ist aber noch lange nicht gut. So haben Mackie Messer, Peachum und Co notgedrungen vor allem ihren eigenen materiellen Vorteil im Blick und betreiben einen erheblichen theatralen Aufwand, um ihn ohne Skrupel durchzusetzen und gleichzeitig genau das zu verschleiern oder gar zu beschönigen. Denn wer wäre nicht gern gut?

In Barrie Koskys Lesart wird die "Dreigroschenoper" zu einer Großstadtballade über Menschen, die in einer funktionalen, nüchternen Welt ihr Glück suchen. Das würde zunächst damit beginnen, dass man nicht ständig befürchten muss, übervorteilt zu werden oder zu kurz zu kommen. Doch eben das ist in der Welt, die Brecht beschreibt, nicht der Fall. Im Gegenteil.

Die Angst vor dem Absturz lauert im System, das keine Regeln, sondern nur Gewinner:innen oder Verlierer:innen kennt: Zerrspiegel des totalen Kapitalismus. So sind es bei Brecht nicht menschliche Untugenden, die gesellschaftliche Missstände erzeugen, sondern umgekehrt. Um daraus jedoch entsprechende Schlüsse zu ziehen und an den Verhältnissen grundsätzlich etwas zu ändern, sind die Figuren zu sehr damit beschäftigt, anderen und sich selbst etwas vorzuspielen.

Gespielt wird mit gängigen, bis zum Klischee geronnenen Vorstellungen von der einmaligen Liebe als romantische Zweierbeziehung, mit Ideen von ewiger Freundschaft, von familiärer Fürsorge und von Mitleid als unabdingbare Voraussetzung für den Kampf gegen Unrecht; mit Versatzstücken aus dem Melodram, aus moralischen Rührstücken, aus Groschenromanen, aus dem Singspiel, der Oper, der Operette und vielem mehr.

Die Autoren haben sich damit einerseits einen großen theatralen Spaß erlaubt und gleichzeitig erzeugt dieser ganze falsche Schein viel Einsamkeit, in manchen Fällen vielleicht so etwas wie "splendid isolation", in anderen führt der Weg eher ins Dunkel, in all die gesellschaftlichen Bereiche, die ausgeschlossen werden.

Brecht gelingt das Kunststück, über soziale Kälte zu erzählen, ohne die Figuren herzlos erscheinen zu lassen. Ihr Verlangen nach Sicherheit, Nähe und Verbindlichkeit bleibt vor allem dadurch präsent, dass es sich nicht erfüllt – und durch die unvergessliche Musik von Kurt Weill. 

Künstler/Beteiligte: Von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann (Autor/in), Nico Holonics (Mackie Messer), Cynthia Micas (Polly Peachum), Tilo Nest (Jonathan J. Peachum), Constanze Becker (Celia Peachum), Pauline Knof (Mrs. Peachum (am 28.+29.1.)), Kathrin Wehlisch (Tiger-Brown), Laura Balzer (Lucy Brown), Bettina Hoppe (Spelunken-Jenny), Sonja Beißwenger (Spelunken-Jenny (8., 25., 26. Dezember)), Josefin Platt (Der Mond über Soho), Julia Berger (Bandit/Hure), Nico Went (Filch/Smith/Bandit und Hure), Heidrun Schug (Mond über Soho (Double)), Barrie Kosky, Adam Benzwi, Sibylle Baschung, Ulrich Eh, Rebecca Ringst, Dinah Ehm

Laufzeit: Do, 30.04.2026 bis So, 03.05.2026

"Die Dreigroschenoper" mit Audiodeskription

Das Berliner Ensemble bietet Vorstellungen der "Dreigroschenoper" regelmäßig mit Audiodeskription – Live-Beschreibung über Funk-Kopfhörer – für Zuschauer:innen mit Sehbehinderung an.

Alternative Veranstaltungen

LADIES NIGHT - Ganz oder gar nicht!

Mit "Ladies Night" zeigen die Schlossfestspiele Ribbeck eine der erfolgreichsten Komödien des letzten Jahrzehnts. Unter dem Titel "Ganz oder gar nicht" wurde das Stück auch zum Kinohit. Es geht um vier Freunde in einer englischen Industriestadt. Kein... mehrzu: LADIES NIGHT - Ganz oder gar nicht!

Termin:
Freitag, 19. Juni 2026, 19:00 Uhr
Ort:
Stadtklubhaus Hennigsdorf - Garten des Stadtklubhauses Hennigsdorf
Adresse:
Edisonstraße 11, 16761 Hennigsdorf
Preis:
ab 25,00 €

Goethes ungeliebter Engel

"Goethes ungeliebter Engel" ein Stück von Johanna Wech "JOHANNA WECH, die Autorin des Theaterstücks "Goethes ungeliebter Engel" ist sogleich Schauspielerin Ihres eigenen Werkes. Sie weiß die emotional aufgeladene und vom Tatendrang beherrschte Figur... mehrzu: Goethes ungeliebter Engel

Nächster Termin:
In der Hauptrolle und Autorin Johanna Wech
Termin:
Freitag, 19. Juni 2026, 19:00 Uhr
Ort:
Stadttheater Köpenick (im Hauptmannsklub)
Adresse:
Wendenschloßstraße 103 - 105, 12559 Berlin-Köpenick
Preis:
ab 29,37 €

Cold Case: Felix Krull

Felix Krull ist ein Verführer, ein Menschenfänger, ein Illusionist – aber auch ein gerissener Krimineller, ein Dieb, ein Betrüger. Aufgewachsen als Sohn eines bankrotten Fabrikanten für miserablen Schaumwein, fühlt er sich zu Größerem berufen und lügt... mehrzu: Cold Case: Felix Krull

Termin:
Freitag, 19. Juni 2026, 19:30 Uhr
Ort:
Hans Otto Theater / Reithalle - Reithalle/ Box
Adresse:
Schiffbauergasse 16, 14467 Potsdam
Preis:
ab 17,60 €

Was ihr wollt

Er liebt sie. Sie liebt ihn nicht. Dafür liebt ihn eine andere, die ihre Liebe nicht zeigen darf. Was nach einer herzerweichenden Tragödie mit tödlichem Ausgang klingt, hat William Shakespeare zu einer Komödie mit Tiefgang inspiriert. Durch einen Schiffbruch... mehrzu: Was ihr wollt

Termin:
Freitag, 19. Juni 2026, 19:30 Uhr (3 weitere Termine)
Ort:
Hans Otto Theater / Seebühne
Adresse:
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Preis:
ab 31,90 €

Miss Merkel - Mord in der Uckermark - Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal

Miss Merkel – Mord in der Uckermark in der Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal Sie war die mächtigste Frau der Welt. Nun ist Miss Merkel Rentnerin und freut sich auf Ruhe und Erholung. In Kleinfreudenstadt am Dumpfsee möchte sie gemeinsam... mehrzu: Miss Merkel - Mord in der Uckermark - Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal

Nächster Termin:
Miss Merkel - Mord in der Uckermark
Termin:
Freitag, 19. Juni 2026, 19:30 Uhr
Ort:
Komödie im Ernst-Reuter-Saal connect
Adresse:
Eichborndamm 215, 13437 Berlin-Reinickendorf
Preis:
ab 36,50 €

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