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Der Fall McNeal

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Der Fall McNeal

Jacob McNeal ist das Paradebeispiel für den sprichwörtlichen alten weißen Mann. Er scheint geradezu der Prototyp einer heute als toxisch gebrandmarkten Männlichkeit zu sein: ein berühmter US-amerikanischer Schriftsteller Ende 60, ein Charismatiker mit einem Alkoholproblem und verstörender Ehrlichkeit, prominent, erfolgreich, raumgreifend. Für seine Werke hat er ohne Rücksicht auf Verluste sich selbst, seine Beziehungen und seine Gesundheit ausgebeutet und ruiniert. Doch auf dem Höhepunkt seines Ruhms (Literaturnobelpreis) und am Ende seines Lebens (Leberzirrhose) holt ihn seine Vergangenheit ein. Und gleichzeitig überholt ihn eine Technologie, die die Literaturproduktion verändert: Künstliche Intelligenz, die in rasender Schnelligkeit Texte zu produzieren imstande ist – ausgewiesernermaßen bestsellertauglich. Das Stück variiert inhaltlich und auch formal eine der großen poetologischen Grundfesten: die Tatsache, dass Literatur selten ganz originär ist und jeder Autor oder jede Autorin zunächst immer auch Leser oder Leserin ist und im Weiteren auch die eigenen und die Geschichten derer, die sie umgeben, ausbeutet. Lesend arbeitet er oder sie sich bewusst oder unbewusst mit dem eigenen Schaffen an anderen Werken ab, genau wie die KI, die auch mit Texten und Daten gefüttert sein muss, damit sie etwas schreiben kann. Wird die Zukunft der Kunst eine sein, in der preiswert und schnell schmerz- und geräuschlos produziertes Mittelmaß die Welt überflutet, das niemandem mehr weh tut, aber viele unterhält und ablenkt? Und was wird KI im Kunstkontext künftig sein: Spielzeug, Assistent oder erstzunehmende Konkurrenz? Werden mit neuen Medien auch die Grenzen des Sagbaren neu definiert, z.B. indem die Darstellung von Suizid und Gewalt, Rassismus und Frauenfeindlichkeit als nicht mehr erwünscht unterdrückt wird? Und nicht zuletzt: Kann sich Theater als einer der letzten Orte analoger Vergemeinschaftung und potenziell anarchischer Möglichkeiten behaupten gegen die digitale Gleichförmigkeit und Vereinzelung, die schon jetzt rasant um sich greift und zu einer ganz neuen Form von Einsamkeit und Beeinflussbarkeit führt, weil oft nicht mehr klar ist, was echt und was fake ist? All diesen Fragen geht Der Fall McNeal nach – als nachdenklich machendes well made play, dem eine technologische, moralische und literaturtheoretische Problematik zugrunde liegt. zum Programmzettel

Künstler/Beteiligte: Ayad Akhtar (Autor/in), András Dömötör, Ulrich Matthes (Jacob McNeal, Schriftsteller), Julia Gräfner (Sarah Grewal, Ärztin), Anja Schneider (Stephie Banic, Agentin), Andri Schenardi (Harlan McNeal, Jacobs Sohn), Mercy Dorcas Otieno (Natasha Braithwaite, Journalistin), Evamaria Salcher (Francine Blake, ehemalige Redakteurin), Veniamin Itskovich (Live-Kamera), Mathilda Tzitzi (Live-Kamera)

Alternative Veranstaltungen

Beziehungsweise: ein Abend mit Liedern von Roger Cicero - mit Johannes Hallervorden und Marten Sand

Dieser Abend gleicht einer tiefen Verneigung vor der Vielfalt der Weiblichkeit mit all ihren Facetten. Wie viel humorvolle Beschreibungen über das andere Geschlecht, über den Partner fürs Leben, sind uns alle bekannt und Jedem ist bewusst, wie kompliziert... mehrzu: Beziehungsweise: ein Abend mit Liedern von Roger Cicero - mit Johannes Hallervorden und Marten Sand

Nächster Termin:
Beziehungsweise: Eine Hommage an Roger Cicero - J. Hallervorden & M. Sand
Termin:
Mittwoch, 27. Mai 2026, 18:00 Uhr (3 weitere Termine)
Ort:
Theater am Frankfurter Tor
Adresse:
Karl-Marx-Allee 133, 10243 Berlin-Friedrichshain
Preis:
ab 40,31 €

Beziehungs-weise - Eine Hommage an Roger Cicero

Zwei Künstler treffen auf Ihre schärfsten Kritiker- Ihre eigenen Selbstzweifel. Sie lässt der Wunsch nicht los, einer Frage auf dem Grund zu gehen: Was macht die Faszination von Roger Cicero aus? Warum haben seine Lieder die Menschen so begeistert und... mehrzu: Beziehungs-weise - Eine Hommage an Roger Cicero

Termin:
Mittwoch, 27. Mai 2026, 18:00 Uhr (4 weitere Termine)
Ort:
Theater Berliner Schnauze - Theater am Frankfurter Tor
Adresse:
Karl-Marx-Allee 133, 10243 Berlin
Preis:
ab 36,20 €

FOTZENSCHLEIMPOWER GEGEN RAUBTIERKAPUTTALISMUS

Zwischen Balkan-Wut und Berliner Schnauze entfaltet sich ein radikal persönlicher Abend: laut, verletzlich, witzig - und hochpolitisch. Rasiermesserscharf richtet sich diese Solo-Performance gegen Scham, Anpassung und kulturelles Wohlverhalten. Was passiert,... mehrzu: FOTZENSCHLEIMPOWER GEGEN RAUBTIERKAPUTTALISMUS

Nächster Termin:
Gastspiel von und mit Mateja Meded
Termin:
Mittwoch, 27. Mai 2026, 19:00 Uhr (2 weitere Termine)
Ort:
Heimathafen Neukölln - Studio
Adresse:
Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln
Preis:
ab 20,00 €

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