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Biedermann und die Brandstifter

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Biedermann und die Brandstifter

Ein Lehrstück ohne Lehre

Die Empörung von Biedermann über die Brandstifter, die seit einiger Zeit überall Feuer legen, ist groß – zumindest am Stammtisch in der Kneipe und auf Social Media.

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Kaum stehen sie jedoch vor seiner Haustür, werden sie höflich hereingebeten, obwohl sie keinen Hehl daraus machen, was sie vorhaben. Man hat ja Manieren. Ein Unmensch ist man auch nicht, schließlich sind es nur zwei harmlose Hausierer. Und falls nicht, macht man sie sich besser nicht zum Feind. Das möchte man sich dann doch nicht leisten, obwohl man sich sonst (fast) alles leisten kann. Geschrieben als politische Parabel zielt das Stück auf eine Geisteshaltung, die dem Zerstörerischen zum Erfolg verhilft. Wie kommt’s? Aus welchen Gründen, wozu und von wem werden Impulse von Einsicht einfach weggeschoben?Regisseurin Fritzi Wartenberg, Jahrgang 1997, gesteht unumwunden, wie ertappt sie sich von Frischs Text fühlt, den er 1948 zuerst als burleske Prosaskizze notierte und später zum Theaterstück umarbeitete. Wartenberg ist Mitbegründerin des FTZN-Kollektivs und erhielt im Rahmen des Nachwuchsförderprogramms WORX am Berliner Ensemble den Helene Weigel Theaterpreis.Bitte beachten Sie: In dieser Inszenierung kommen Stroboskop-Effekte zum Einsatz.

Künstler/Beteiligte: Von Max Frisch (Autor/in), Kathrin Wehlisch (Gottlieb Biedermann), Pauline Knof (Babette Biedermann, ein Polizist), Maximilian Diehle (Anna, ein Dienstmädchen), Max Gindorff (Schmitz, ein Ringer), Maeve Metelka (Eisenring, ein Kellner), Fritzi Wartenberg, Jessica Rockstroh, Esther von der Decken, David Rimsky-Korsakow, Steffen Heinke, Sibylle Baschung

Laufzeit: Mo, 13.04.2026 bis Fr, 05.06.2026

An allen Ecken und Enden brennt es in der Welt, in der Max Frisch seine ins Groteske überhöhte Parabel spielen lässt. Sie handelt von dem Ehepaar Biedermann, das sich mit zwei Brandstiftern gemein macht – obwohl oder gerade weil diese von Anfang an kein Geheimnis aus ihrem Vorhaben machen?Das Zürcher Publikum der Uraufführung 1958 sah in Biedermann das treuherzige Opfer einer kommunistischen Machtübernahme. Entsetzt über diese einseitige Missdeutung, schrieb Frisch ein Nachspiel, in dem er Biedermanns Schauspiel, seine Doppelmoral sowie Täterschaft deutlicher vorführte und auf das Mitläufertum im Nationalsozialismus bezog. Das war ihm später jedoch zu konkret und weil es den deutungsoffenen, beispielhaften Charakter seiner Parabel aushebelte, strich er es wieder. Die Brandstifter, so Frisch, seien Biedermanns eigene Dämonen, letztlich nur dazu da, die Widersprüche von Biedermanns Lebens- und Wirtschaftsweise derart hervorzutreiben, bis er an ihnen zu Grunde geht. Und mit ihm alles und alle um ihn herum. Wobei – vielleicht nicht ganz. Bliebe noch die Frage zu klären, wer sich rettet und ob es danach anders oder genauso weiter geht.Frischs Geschichte ist eine Parabel über Wandel, beziehungsweise über eine bestimmte Art und Weise mit Krisen umzugehen. Biedermann ist nicht naiv und weiß eigentlich genau, was an den Krisen hausgemacht ist. Es gibt auch keinen Grund, ihm nicht zu glauben, dass er gern ein guter Mensch wäre, wenn es ihm die Umstände nur erlauben würden. Doch sein Verhalten, sein Verharren beispielsweise in moralischen Plädoyers bei wachsender Deklassierung seines Angestellten mit dem sprechenden Namen Knechtling, führt letztlich nicht dazu, dass alles so bleibt, wie es im Übrigen nie war – vermeintlich gut –, sondern zu regressivem Wandel.Als "Lehrstück ohne Lehre" bezeichnete Frisch sein Drama, und in der Tat lernt Biedermann scheinbar nichts dazu. Was zur Frage zurückführt, ob er es nicht kann, nicht will oder nur so tut, um von seinen inneren Brandstiftern abzulenken, deren Handeln er für die einzig richtige Antwort auf die Krisen hält – auch wenn oder gerade weil sie möglicherweise systemsprengend sind.Von Sibylle Baschung

Alternative Veranstaltungen

BT Bürgerbühne "Frankenstein"

Düstere Wolken, endloser Regen und eine legendäre Zusammenkunft von Dichter*innen: So beginnt die Geschichte eines der berühmtesten Werke der Weltliteratur. Mit FRANKENSTEIN bringt die Bürgerbühne des Brandenburger Theaters Mary Shelleys zeitlosen Klassiker... mehrzu: BT Bürgerbühne "Frankenstein"

Termin:
Freitag, 05. Juni 2026, 19:00 Uhr
Ort:
Brandenburger Theater, Studiobühne
Adresse:
Grabenstraße 14, 14776 Brandenburg an der Havel
Preis:
ab 16,40 €

Was ihr wollt

Er liebt sie. Sie liebt ihn nicht. Dafür liebt ihn eine andere, die ihre Liebe nicht zeigen darf. Was nach einer herzerweichenden Tragödie mit tödlichem Ausgang klingt, hat William Shakespeare zu einer Komödie mit Tiefgang inspiriert. Durch einen Schiffbruch... mehrzu: Was ihr wollt

Termin:
Freitag, 05. Juni 2026, 19:30 Uhr (9 weitere Termine)
Ort:
Hans Otto Theater / Seebühne
Adresse:
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Preis:
ab 31,90 €

Miss Merkel - Mord in der Uckermark - Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal

Miss Merkel – Mord in der Uckermark in der Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal Sie war die mächtigste Frau der Welt. Nun ist Miss Merkel Rentnerin und freut sich auf Ruhe und Erholung. In Kleinfreudenstadt am Dumpfsee möchte sie gemeinsam... mehrzu: Miss Merkel - Mord in der Uckermark - Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal

Nächster Termin:
Miss Merkel - Mord in der Uckermark
Termin:
Freitag, 05. Juni 2026, 19:30 Uhr (5 weitere Termine)
Ort:
Komödie im Ernst-Reuter-Saal connect
Adresse:
Eichborndamm 215, 13437 Berlin-Reinickendorf
Preis:
ab 36,50 €

Die Überquerung des Niagara - theater.land

Schauspiel von Alonso Alegría. Mit Ilja Schierbaum und Frix Mertin. Der berühmte Hochseilartist Blondin überquerte mehrfach den Niagara und beeindruckte mit spektakulären Nummern die Massen. Bei seiner letzten Überquerung hatte er in der Mitte des... mehrzu: Die Überquerung des Niagara - theater.land

Nächster Termin:
Die Überquerung des Niagara
Termin:
Freitag, 05. Juni 2026, 19:30 Uhr
Ort:
Kulturscheune Ribbeck
Adresse:
Am Birnbaum 15, 14641 Nauen
Preis:
ab 23,69 €

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