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EROSÃO // Anthony Braxton Septet

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Jazzfest Berlin 2026: EROSÃO PERCUSSION TRIO // DREAM BABY DREAM // Anthony Braxton Septet // Alexander Hawkins Willow Music

Alexander Hawkins, Anthony Braxton, EROSÃO PERCUSSION TRIO – Collage aus Portrait eines Mannes, älterer Mann mit Saxophon und Gruppe von drei Personen im Wald.

Alexander Hawkins, Anthony Braxton, EROSÃO PERCUSSION TRIO – Collage aus Portrait eines Mannes, älterer Mann mit Saxophon und Gruppe von drei Personen im Wald.

18:00

EROSÃO PERCUSSION TRIO

(BR, DE, MX)

Die Schlagzeugerin, Komponistin und Sängerin Mariá Portugal ist in den letzten Jahren nicht zuletzt dank ihrer bemerkenswerten Vielseitigkeit und stilistischen Bandbreite eine feste Größe beim Jazzfest Berlin geworden. Bei Auftritten mit ihrem brasilianischen Kollektiv Quartabê oder in Improvisationen mit Fred Frith und Susanna Santos Silva hat sie einige ihrer vielen künstlerischen Facetten entfaltet. Portugal besitzt die außergewöhnliche Fähigkeit, selbst in den elliptischsten Gesten poetische Qualitäten zu entdecken und mittels multilinearer Abstraktion wunderschöne Melodien heraufzubeschwören. Im Jahr 2021 präsentierte sie beim Jazzfest Berlin ihr Projekt EROSÃO, bei dem sie die gemeinsam mit brasilianischen Musiker*innen entstandenen Songs zusammen mit europäischen Mitwirkenden mit spontanen Arrangements interpretierte.  

Sie hatte Ähnliches geplant, als sie vor einigen Jahren zusammen mit den Perkussionisten Emilio Gordoa und Burkhard Beins das EROSÃO PERCUSSION TRIO gründete. Die beiden sind zentrale Figuren in der Berliner Szene für Echtzeitmusik, die häufig einen reduzierten, minimalistischen Ansatz in der Improvisation verfolgt. Im Laufe der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt des neuen Trios jedoch und die Gruppe fand einen unübertrefflichen Kompromiss, der in einem völlig neuen Repertoire mündete. Mal singt Portugal ihre eigenen Melodien mit fesselnder Zärtlichkeit über schwebenden Wellen eines einzigen Tons, mal kämpft sie sich durch klapperndes Geräuschgewirr. Die Drei bringen einen umfangreichen Katalog ausgefeilter erweiterter Spieltechniken gemeinsam zum Klingen und greifen darauf zurück, um eine Reihe von Passagen zu gestalten, die vom aufmerksamen Zuhören getragen werden und dabei nur so vor Details strotzen. 

Line-up

Mariá Portugal – Perkussion, Schlagzeug, Stimme

Emilio Gordoa – Perkussion, Live-Elektronik

Burkhard Beins – Perkussion, E-Bass

Im Anschluss:

DREAM BABY DREAM

Ein Film von Andrés Aguiló, Lina Ashour, Frederik Britzlmair, Nadin Deventer, Joel Grip, Andrés Hilarión, Chris Jonas, Nelly Thea Köster, Cal Ola und Ahmed Shah

Eine Produktion von Jazzfest Berlin / Berliner Festspiele

2025, 21 min

In verschiedenen Sprachen mit englischen Untertiteln 

60 Berliner Akteur*innen, darunter Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie professionelle und nicht-professionelle Künstler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen, erkunden in diesem experimentellen Kurzfilm durch Musik, Bewegung und Poesie zentrale Fragen unserer Gegenwart. Das Projekt wurde im Herbst 2025 von einem zehnköpfigen Creative Team entwickelt, produziert und während der Jazzfest Community Week Ende Oktober 2025 in Berlin gedreht. Der Film feierte im April 2026 seine Premiere in Washington, D.C., wo er mit dem IN Series Counterpoint Award ausgezeichnet wurde, und war seitdem bei über zwanzig Screenings auf Musik- und Filmfestivals im In- und Ausland zu sehen.

19:45

Anthony Braxton Septet

(BE, CA, DE, FR, US)

Uraufführung

Im Jahr 2019 präsentierte der legendäre US-amerikanische Komponist und Saxofonist Anthony Braxton eines der bemerkenswertesten Ereignisse in der Geschichte des Jazzfest Berlin, als er mit mehr als 60 Musiker*innen im Gropius Bau sein Sonic Genome realisierte – das herausragende Statement einer Persönlichkeit, die ihr Leben lang die Musikwelt geprägt hat. Als Gründungsmitglied der Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) in Chicago setzte sich Braxton unbeirrt über jegliche Genregrenzen hinweg und legte damit den Grundstein für seine kreative Vorgehensweise, die aus der Gesamtheit der menschlichen Vorstellungskraft schöpft. Experimentierfreudigkeit, Improvisation und Kollektivität standen in seinem Schaffen stets im Vordergrund. Die Liste der Musiker*innen, die unter Braxton gearbeitet und bei ihm studiert haben, liest sich wie ein Who’s who der improvisierten Musik. Darunter finden sich auch viele Künstler*innen des diesjährigen Jazzfest Berlin wie George Lewis, Mary Halvorson, Alexander Hawkins und Tomeka Reid, um nur einige zu nennen.

Im Rahmen dieses besonderen Konzerts werden ein neues Ensemble, eine Reihe von Kompositionen und ein neues Organisationssystem vorgestellt. Braxtons Musik war schon immer von einer kumulativen Entwicklung geprägt: Sein Werk befindet sich in stetigem Wandel und wird fortlaufend durch neue Konzepte und Ideen erweitert. Einige dieser Ideen lotete er bereits in seinem Saxofonquartett Lorraine (2022) aus. Darin fügte der Bandleader elektronische Elemente zum dicht verwobenen melodischen Zusammenspiel hinzu, welches durch die prismatische Perspektive seiner Improvisationssprache „Language Music“ (auch als „Ghost Trance Music“ bekannt) interpretiert wurde. Die beim Jazzfest Berlin vorgestellte Version indes erweitert das Material um eine neue Dimension von Möglichkeiten, die Braxton sich als eine Art unterirdisches Universum vorstellt. An der Seite des Bandleaders stehen sein langjähriger Kollege James Fei sowie zwei spannende Neuzugänge. Die Berliner Holzbläserin Silke Eberhard hat bereits im Jahr 2023 beim Jazzfest Berlin mit einem anderen AACM-Schwergewicht, Henry Threadgill, zusammengearbeitet. Und die in New York lebende kanadische Saxofonistin Anna Webber ist eine brillante Komponistin, die im Jahr 2024 als Mitglied von John Hollenbecks GEORGE beim Jazzfest Berlin auftrat. Das Ensemble wird durch drei Tubist*innen vervollständigt: der in Berlin ansässige Matthew Bookert, die Belgierin Berlinde Deman und die Französin Fanny Méteier.

Line-up

Anthony Braxton – Saxofon

James Fei – Saxofon

Anna Webber – Tenorsaxofon

Silke Eberhard – Altsaxofon

Fanny Méteier – Tuba

Berlinde Deman – Tuba

Matthew Bookert – Tuba

21:15

Alexander Hawkins Willow Music

(DE, GB, IT, US)

Europapremiere

Bei Willow Music mag es sich zwar um ein neues Projekt des herausragenden britischen Pianisten, Komponisten und Bandleaders Alexander Hawkins handeln, doch gingen ihm eingehende Überlegungen und ein sorgfältiger künstlerischer Entwicklungsprozess voraus. Hawkins ist in den vergangenen Jahren als Mitglied des Trios Decoy und im Duo mit der Sängerin Sofia Jernberg beim Jazzfest Berlin aufgetreten. Zuletzt sehnte er sich danach, seine kontrapunktische Kompositionsweise, bei der sich Melodielinien gegenseitig ergänzen, weiter auszubauen. Er hatte diese Technik bereits in seinem langjährigen Trio erforscht, doch wünschte sich der Pianist die Möglichkeit einer orchestralen Umsetzung, die ihm sowohl den Spielraum für den Einsatz von Kontrapunkten vergrößern als auch die Chance bieten würde, dichte Akkordharmonien zu erzeugen. Inspiration fand er unter anderem bei Ornette Coleman und Anthony Braxton, deren Ideen er sehr bewundert.

Darüber hinaus spielen die meisten der Bandmitglieder mehr als nur ein Instrument, was das klangliche Spektrum der Band exponentiell erweitert. Das ermöglicht Hawkins, seine Arrangements à la Ellington aufzuziehen. Ihm zufolge handelt es sich sogar bei denen aus jeweils nur einem Wort bestehenden Namen seiner Kompositionen um Anspielungen auf den gelegentlichen Hang von Duke Ellington, seine Titel knapp zu halten und in Großbuchstaben zu schreiben. Bei den ersten Auftritten des Ensembles im Londoner Cafe Oto diesen Mai wirkte die Rhythmussektion seines langjährigen Trios – Bassist Neil Charles und Schlagzeuger Stephen Davis – an der Entstehung der Musik mit. Das gewährleistet Kontinuität, obwohl der Großteil des Ensembles aus Musiker*innen besteht, mit denen Hawkins zuvor noch nicht zusammengearbeitet hat. In Berlin gehören zur Besetzung einige der wichtigsten Figuren der britischen Szene, darunter die Holzbläser Chelsea Carmichael und Tom Challenger, sowie der italienische Klarinettist Marco Colonna, der in Berlin lebende Posaunist Matthias Müller und der Bassist Nick Dunston. 

Line-up

Chelsea Carmichael – Flöte, Tenorsaxofon

Tom Challenger – Flöte, Klarinette, Altsaxofon

Marco Colonna – Klarinette

George Crowley – Bassklarinette, Tenorsaxofon

Stephen Davis – Schlagzeug, Perkussion

Nick Dunston – Kontrabass

Alicia Gardener-Trejo – Flöten, Bassklarinette

Alexander Hawkins – Klavier, Komposition

Olivia Hughes – Tuba

Charlotte Keeffe – Trompete

Matthias Müller – Posaune

Laufzeit: Do, 29.10.2026 bis So, 01.11.2026

Alternative Veranstaltungen

Jazzfest Berlin 2026: Karoline Wallace

Karoline Wallace: Eon (NO) Deutschlandpremiere Wie viele andere Künstler*innen der diesjährigen Ausgabe des Jazzfest Berlin weigert sich die norwegische Sängerin und Komponistin Karoline Wallace, ihr Werk irgendeiner Art von Kategorisierung zu unterziehen.... mehrzu: Jazzfest Berlin 2026: Karoline Wallace

Nächster Termin:
Karoline Wallace: Eon
Termin:
Donnerstag, 29. Oktober 2026, 22:30 Uhr
Ort:
Quasimodo
Adresse:
Kantstraße 12A, 10623 Berlin-Charlottenburg
Preis:
ab 23,78 €

ZIG ZAG HALL

Neue Location, ein legendärer Jazzherbst: Mit der Konzertreihe ZIG ZAG HALL präsentiert der Zig Zag Jazz Club rund 25 Konzerte auf dem EUREF-Campus in Berlin. Freut euch auf einige der größten Namen der internationalen Jazzszene – darunter Chicago, Avishai... mehrzu: ZIG ZAG HALL

Nächster Termin:
Kurt Elling & Yellowjackets
Termin:
Freitag, 30. Oktober 2026, 18:00 Uhr (14 weitere Termine)
Ort:
Zig Zag Hall
Adresse:
EUREF-Campus 26, 10829 BERLIN
Preis:
ab 48,00 €

Jazzfest Berlin 2026: Camila Nebbia Large Ensemble // Amir ElSaffar New Quartet // Immanuel Wilkins Quartet

18:30 Camila Nebbia Large Ensemble: the darkness, overwhelming and imposing, compelled me to light my own fires  (AR, DE, FI, GB, HR, PL, US) Uraufführung Es wird zunehmend schwieriger, mit der Saxofonistin und Komponistin Camila Nebbia Schritt zu... mehrzu: Jazzfest Berlin 2026: Camila Nebbia Large Ensemble // Amir ElSaffar New Quartet // Immanuel Wilkins Quartet

Nächster Termin:
C. Nebbia // A. ElSaffar // I. Wilkins
Termin:
Freitag, 30. Oktober 2026, 18:30 Uhr
Ort:
Haus der Berliner Festspiele - Große Bühne
Adresse:
Schaperstraße 24, 10719 Berlin-Wilmersdorf
Preis:
ab 39,84 €

"Les Passants" Daniel Pacitti & Claudia Renner

Konzert DANIEL PACITTI (Bandoneon) & CLAUDIA RENNER (Sängerin/Schauspielerin) Les Passants – Stimmen der Nacht zwischen Chanson und Jazz Ein musikalischer Streifzug durch die Nächte Europas: Les Passants erzählen von Liebe, Verlust, Sehnsucht... mehrzu: "Les Passants" Daniel Pacitti & Claudia Renner

Termin:
Freitag, 30. Oktober 2026, 19:00 Uhr
Ort:
Kulturfabrik Fürstenwalde
Adresse:
Domplatz 7, 15517 Fürstenwalde/Spree
Preis:
ab 17,50 €

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