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Wie von #MeToo erzählen, bevor es #MeToo gab?

Theatertreffen 2026 | Dramatik und Diskurs

In einer Zeichnung in den Farben orange und grün sitzen Besucher*innen im Großen Saal des Haus der Berliner Festspiele und schauen Richtung Bühne

– In einer Zeichnung in den Farben orange und grün sitzen Besucher*innen im Großen Saal des Haus der Berliner Festspiele und schauen Richtung Bühne

Eine Filmvorführung von „Die Deutschen und ihre Männer – Bericht aus Bonn“ (BRD 1989) von Helke Sander“

Mit einer Einführung von Matthias Dell

 

Fräulein Else hat ein Problem, für das es lange keinen Namen gab. Keinen Begriff, der Eindruck gemacht hätte, weil er festhält, dass es das gibt: sexuelle Belästigung, sexualisierte Gewalt, Sexismen. In Arthur Schnitzlers Novelle, geschrieben vor 100 Jahren, wird nicht #MeToo gesagt zur Skandalisierung eines Verhaltens, bei dem der Mann seine Privilegien spielen lässt als Verfügungsgewalt über den Körper der jungen Frau. Leonie Böhms Inszenierung erkundet mit Julia Riedler den Stoff von heute aus und öffnet damit eine Geschichte, in die auch Helke Sanders Film Die Deutschen und ihre Männer – Bericht aus Bonn von 1989 gehört: Wie redet man von etwas, das in einer patriarchalen Kultur öffentlich angezweifelt, Täter-Opfer-umgekehrt, beschwiegen wird? Die Deutschen und ihre Männer – Bericht aus Bonn findet dafür eine ungemein originelle Form. Auf der Suche nach einer Lösung geht Sanders Film mit dem Problem zu denen, die es verursachen. Wer keine Macht hat, hat Humor – und bringt die Bonner Republik von Gerhart Baum (FDP) bis Werner Sonne (ARD) in Erklärungsnot.

 

Film mit

Renée Felden, Luise F. Pusch, Claudia von Alemann, Helke Sander

Helke Sander  – Regie, Buch, Produktion

Lilly Grote – Kamera

Helke Sander, Claudia Vogeler, Wolfgang Heine – Montage

Mia Schmidt – Musik

Volker Zeigermann, Kurt Eggmann, Csaba Kuksar, Ursula Ollendorf – Ton

BRD 1989 – Produktion

98 min – Filmlänge

Einführung von

Matthias Dell – Theater-, Film- und Medienkritiker

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