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"Tunnelfluchten an der Berliner Mauer" am Brandenburger Tor

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"Tunnelfluchten an der Berliner Mauer" am Brandenburger Tor

Gespräch mit Joachim Neumann & Hubert Hohlbein moderiert von Nine-Christine Müller

Was bedeutete der Mauerbau für diejenigen, die ihn direkt erlebten? Wie nahmen sie den 13. August 1961 wahr? Und welche konkreten Folgen hatte die Berliner Mauer für sie? Am Brandenburger Tor geben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Einblicke in ihre persönlichen Erinnerungen – von den ersten Tagen des Mauerbaus bis zur Grenzöffnung im November 1989. Ihre Berichte eröffnen unterschiedliche Blickwinkel auf die deutsch-deutsche Teilung: von kindlichen Wahrnehmungen oder journalistischen Betrachtungen über Erfahrungen von Repression in der DDR bis hin zu Fluchtgeschichten. Diese Erinnerungen machen deutlich, dass die Berliner Mauer zwar eine klare politische Funktion erfüllte, für die Menschen jedoch unterschiedliche Bedeutungen hatte und ihre Lebenswege auf vielfältige Weise prägte. 

In den ersten Monaten nach dem Mauerbau gelang über 50.000 Menschen die Flucht durch die im Aufbau befindlichen Absperrungen in den Westen. Aber der rasche, kontinuierliche Ausbau des Grenzsystems erschwerte Fluchtaktionen zunehmend. Fluchthelfergruppen suchten nach neuen Wegen zur Überwindung der Mauer – beispielsweise unter der Grenze hindurch: Mehr als 300 Menschen flüchteten durch Tunnel in den Westen. Das Graben von Tunneln war aufwendig und risikoreich. Die beiden Zeitzeugen Joachim Neumann und Hubert Hohlbein berichten im Gespräch, wie es zu ihrem Engagement kam und welchen Herausforderungen sie sich beim Tunnelbau und den Fluchtaktionen stellen mussten. 

Joachim Neumann, geboren 1939, legte in Ost-Berlin sein Abitur ab und studierte in Cottbus Bauingenieurwesen. Mit einem Schweizer Pass gelang ihm kurz vor Weihnachten 1961 die Flucht nach West-Berlin. Dort setzte er sein Studium an der Technischen Universität Berlin fort. In West-Berlin wollte Joachim Neumann auch anderen bei der Flucht helfen. Er schloss sich einer Gruppe von Fluchthelfer*innen an und arbeitete an fünf Fluchttunneln mit. Besonders bekannt wurde der „Tunnel 57“ an der Bernauer Straße. Durch diesen Tunnel gelang im Oktober 1964 insgesamt 57 Menschen die Flucht nach West-Berlin – darunter auch seine Freundin. Für seinen Einsatz als Fluchthelfer erhielt Joachim Neumann 2012 das Bundesverdienstkreuz. 

Hubert Hohlbein, geboren 1942, wuchs im Ost-Berliner Bezirk Adlershof auf und lernte den Beruf des Elektrotechnikers. Er flüchtete am 21. November 1963 mit einer Tauchausrüstung durch den Jungfernsee aus der DDR und lebte fortan in West-Berlin. Hier studierte er Elektrotechnik und wurde Teil einer studentischen Fluchthelfergruppe. Hubert Hohlbein war genau wie Joachim Neumann an dem Bau des erfolgreichen Fluchttunnels „Tunnel 57“ beteiligt. Eine der Personen, die durch den Tunnel flüchteten, war Hohlbeins Mutter. Nach der Mithilfe bei der Fluchtaktion durch den Tunnel half Hohlbein noch zwei weiteren Personen bei ihrer Flucht aus der DDR. Er erhielt für seinen Einsatz als Fluchthelfer 2012 das Bundesverdienstkreuz.

Das Angebot findet im Rahmen des Sonderprogramms zum 65. Jahrestag des Mauerbaus statt.
Gefördert mit Mitteln des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und der LOTTO-Stiftung Berlin

Mehr Informationen: mauerbau65.berlin

Treffpunkt: Platz des 18. März am Brandenburger Tor, 10117 Berlin

Alternative Veranstaltungen

Stadtführung: Mystisches Berlin

Sagen, Legenden und Mythen: Auf der Führung Mystisches Berlin werden die rätselhaften Seiten der Stadt von allen Seiten beleuchtet. mehrzu: Stadtführung: Mystisches Berlin

Nächster Termin:
Mystisches Berlin
Termin:
Freitag, 14. August 2026, 16:00 Uhr (21 weitere Termine)
Ort:
Skulptur Georg Der Drachentöter
Adresse:
Propststraße 8, 10178 Berlin-Kreisfreie Stadt Berlin
Preis:
ab 20,29 €

Kreuzberg Tour: Kriminell und kuschelig

Auf dieser Stadtführung der besonderen Art werfen Interessierte einen Blick hinter die Fassaden von Kreuzberg, dem internationalen Hotspot für den Berliner Lifestyle. mehrzu: Kreuzberg Tour: Kriminell und kuschelig

Nächster Termin:
Kreuzberg Tour - kriminell & kuschelig
Termin:
Freitag, 14. August 2026, 19:00 Uhr (111 weitere Termine)
Ort:
U-Bahn-Station Kottbusser Tor. Casino 36
Adresse:
Reichenberger Straße 174, 10999 Berlin-Kreuzberg
Preis:
ab 27,10 €

Berliner-Mauer-Tour / Erlebnisführung

Erlebnis-Stadtführung Willkommen zu einer kompakten Berlin-Tour entlang des ehemaligen Todesstreifens. Mehr als 28 Jahre war die heutige Metropole eine geteilte Stadt. Gemeinsam holen wir die Erinnerung an diese Epoche zurück. Zu Fuß und mit der Bahn Auf... mehrzu: Berliner-Mauer-Tour / Erlebnisführung

Termin:
Samstag, 15. August 2026, 10:00 Uhr (11 weitere Termine)
Ort:
Start/Ziel: Tränenpalast (neben dem Eingang)
Adresse:
Georgenstraße 14/17, 10117 Berlin-Mitte
Preis:
ab 23,70 €

Stadtführung Berliner Mauer - Schicksale, Helden & Liebesgeschichten

Der 13. August 1961: Eine ganze Nation wurde gespalten. Erleben Sie wahre Begebenheiten von tragischen Fluchten und Schicksalen, Liebesgeschichten, Entführungen und der Wiedervereinigung. mehrzu: Stadtführung Berliner Mauer - Schicksale, Helden & Liebesgeschichten

Nächster Termin:
Berliner Mauer (Stadtführung)
Termin:
Samstag, 15. August 2026, 10:00 Uhr (10 weitere Termine)
Ort:
Meetingpoint DB Verwaltung
Adresse:
Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz 1, 10115 Berlin-Kreisfreie Stadt Berlin
Preis:
ab 20,29 €

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