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Fetisch Intelligenz – Wie ein überbewertetes Konzept unser Leben prägt

bzw.:BEZIEHUNGSWESEN

Warum gelten heute so viele Kinder als hochbegabt? Warum sind Tech-Manager und rechtsextreme Influencer von Intelligenz besessen? Was macht den Intelligenzbegriff so attraktiv?

Gisela Schmalz und Mario de la Piedra Walter diskutieren, wie der "IQ" als Machtinstrument gebraucht und „Intelligenz“ von linker, libertärer und rechter Seite vereinnahmt wird, um bildungs-, sozial-, wirtschafts- und einwanderungspolitische Ziele durchzusetzen. Das von Christian Dunker moderierte Gespräch macht deutlich, wie IQ-Tests, Ideologien und KI-Diskurse den Blick verengen und grundlegende Dimensionen menschlicher Intelligenz ausklammern.

Dabei gilt Intelligenz heute als Wertmaß für Menschen und Maschinen. In Schule, Politik oder beim Hype um künstliche Intelligenz geht es um Vergleichbarkeit. Der IQ wird benutzt, um Menschen zu sortieren und auszusortieren und so Gesellschaft zu organisieren. In einer von Effizienz bestimmten Welt wird der zum "IQ" geschrumpfte Intelligenzbegriff zum politischen Instrument, Technologieversprechen und schließlich zum Fetisch, der individuelle Lebensläufe und ganze Gesellschaftsstrukturen prägt. Wie kann ein humanistischer Intelligenzbegriff aussehen, der das ganzheitliche Potential eines Individuums umfasst?

Gisela Schmalz, Professorin für Wirtschafts- und Digitalethik, studierte Philosophie und Ökonomie. Als Professorin für Digital Business ist sie an einer internationalen Hochschule tätig und leitet bei der Deutschen Gesellschaft für Philosophie die „Fokusgruppe Künstliche Intelligenz“. Zu ihren Büchern zählen "Cliquenwirtschaft" und "Mein fremder Wille". Sie forscht an der Schnittstelle von Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft.

Mario de la Piedra Walter, geboren in Mexico City, ist Autor und Mediziner. Er arbeitet als Arzt in der Neurologie in Berlin. Für die mexikanischen Zeitschriften ›Nexos‹ und ›Mercurio Volante‹ schreibt er über Kultur und Naturwissenschaften. Sein Buch "Unser kreatives Gehirn" ist 2026 in bei Diogenes erschienen.

Foto: Gisela Schmalz (c) Joachim Gern

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