Aufbau, Glanz und Untergang – Hausgeschichten der Tiergartenstraße
Das Haus, in dem die Berliner Zeichnerin und Malerin Martha Musil 1874 geboren wurde, die Matthäikirchstraße 1, war eines der ersten schönen Bürgerhäuser des Tiergartenviertels. Im Jahr 1843 vom wohlhabenden jüdischen Seidenwarenfabrikanten Joel Wolff Meyer nach französischem Vorbild als geräumiges Landhaus geplant und erbaut, wurde es bald zum Wohnsitz der wachsenden Familie Meyer, deren Nachkommen sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts auch in den umliegenden Straßen des Viertels ansiedelten.
Margarete Mauthner, eine andere Urenkelin, eine Kunstsammlerin und Übersetzerin, schrieb 1915 bis 1917 die Geschichte der Familie in einem Erinnerungsbuch auf, das 2004 unter dem Titel „Das verzauberte Haus“ herausgegeben wurde. Beide, Martha und Margarete, sind im Exil, in Rom und in Johannesburg, gestorben.
Marthas Ehemann, der weltbekannte österreichische Schriftsteller Robert Musil, hatte dieses Haus 1921 zum Schauplatz seines Dramas „Die Schwärmer“ gemacht. Aber was ist aus dem Haus geworden und was ist daran „verzaubert“ gewesen?
Ein Vortrag von Dr. Gesine Bey: Literaturwissenschaftlerin, Herausgeberin und Kuratorin
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