Aktuelle Sprache: Deutsch

Berliner Künstlerinnen in den "goldenen" 1920er Jahren

Die 1920er Jahre in Berlin waren weit mehr als eine Epoche kulturellen Aufbruchs – sie waren das Ergebnis tiefgreifender gesellschaftlicher Erschütterungen. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg, der Zusammenbruch der Monarchie und die Ausrufung der Weimarer Republik 1918 hatten die alten Ordnungen ins Wanken gebracht und neuen gesellschaftlichen Kräften Raum geschaffen – darunter einer erstarkenden Frauenbewegung, die nun auch in Kunst und Kultur sichtbar wurde.

Ein zentrales Symbol dieses Wandels war das Frauenwahlrecht, das 1918 eingeführt wurde, sowie die schrittweise Öffnung akademischer Institutionen für Frauen. Ab 1919 durften Frauen erstmals an der Berliner Akademie der Künste studieren – ein Recht, das ihnen zuvor verwehrt geblieben war und das viele in die künstlerische Emigration oder an private Kunstschulen gezwungen hatte. Jeanne Mammen etwa hatte an der Brüsseler Akademie studiert, Hannah Höch den Weg über die Berliner Kunstgewerbeschule genommen. Lotte Laserstein gehörte dann zur Pionierinnengeneration, die von dieser Öffnung unmittelbar profitierte – und fand an der Akademie mit Käthe Kollwitz und später Renée Sintenis sogar weibliche Vorbilder in Lehrpositionen, was einem doppelten Tabubruch gleichkam.

Die Künstlerinnen schufen ihr Werk in einer Stadt, die zwischen Inflation und Modernisierung, zwischen politischer Radikalisierung und kultureller Explosion zerrissen war – ebenso Hauptstadt der Avantgarde wie Seismograf tiefer gesellschaftlicher Widersprüche. Wie unmittelbar sich dieses Spannungsfeld in der Kunst niederschlug, zeigt eindrucksvoll die Ausstellung "Ruin und Rausch" in der Neuen Nationalgalerie.

Aus diesem Anlass stellt der Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann Werke von Mammen, Höch, Laserstein, Kollwitz und Sintenis in einen inhaltlichen Dialog und fragt danach, wie diese Frauen – als Außenseiterinnen im Kunstbetrieb und als Zeuginnen des Umbruchs – ihre Zeit wahrnahmen, deuteten und gestalteten.

Foto: Thomas Hoffmann (c) Helen Nicolai

Termin-Details

Tickets für diesen Termin buchen

Karte

Es folgt eine Kartendarstellung. Karte überspringen

Zum Stadtplan

Ende der Karte.

Verkehrsanbindungen

Berliner Künstlerinnen in den "goldenen" 1920er Jahren

LANGE LINIEN

Die 1920er Jahre in Berlin waren weit mehr als eine Epoche kulturellen Aufbruchs – sie waren das Ergebnis tiefgreifender gesellschaftlicher Erschütterungen. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg, der Zusammenbruch der Monarchie und die Ausrufung der Weimarer Republik 1918 hatten die alten Ordnungen ins Wanken gebracht und neuen gesellschaftlichen Kräften Raum geschaffen – darunter einer erstarkenden Frauenbewegung, die nun auch in Kunst und Kultur sichtbar wurde.

Ein zentrales Symbol dieses Wandels war das Frauenwahlrecht, das 1918 eingeführt wurde, sowie die schrittweise Öffnung akademischer Institutionen für Frauen. Ab 1919 durften Frauen erstmals an der Berliner Akademie der Künste studieren – ein Recht, das ihnen zuvor verwehrt geblieben war und das viele in die künstlerische Emigration oder an private Kunstschulen gezwungen hatte. Jeanne Mammen etwa hatte an der Brüsseler Akademie studiert, Hannah Höch den Weg über die Berliner Kunstgewerbeschule genommen. Lotte Laserstein gehörte dann zur Pionierinnengeneration, die von dieser Öffnung unmittelbar profitierte – und fand an der Akademie mit Käthe Kollwitz und später Renée Sintenis sogar weibliche Vorbilder in Lehrpositionen, was einem doppelten Tabubruch gleichkam.

Die Künstlerinnen schufen ihr Werk in einer Stadt, die zwischen Inflation und Modernisierung, zwischen politischer Radikalisierung und kultureller Explosion zerrissen war – ebenso Hauptstadt der Avantgarde wie Seismograf tiefer gesellschaftlicher Widersprüche. Wie unmittelbar sich dieses Spannungsfeld in der Kunst niederschlug, zeigt eindrucksvoll die Ausstellung "Ruin und Rausch" in der Neuen Nationalgalerie.

Aus diesem Anlass stellt der Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann Werke von Mammen, Höch, Laserstein, Kollwitz und Sintenis in einen inhaltlichen Dialog und fragt danach, wie diese Frauen – als Außenseiterinnen im Kunstbetrieb und als Zeuginnen des Umbruchs – ihre Zeit wahrnahmen, deuteten und gestalteten.

Foto: Thomas Hoffmann (c) Helen Nicolai

Hinweise zu Ermäßigungen: Ermäßigte Eintrittspreise: Rentner, Pensionäre, Schwerbehinderte (Karten für die Begleitpersonen erhalten Sie nur in der Urania), Schüler, Studenten, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger sowie Mitglieder kultureller und anderer Organisationen mit denen eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde.
Bitte halten Sie den entsprechenden Nachweis am Einlass bereit.
Urania-Mitglieder geben ihre Mitgliedsnummer in dem Feld "Aktionscode" ein und erhalten dann ihre ermäßigten Tickets zum Mitgliedspreis.

Alternative Veranstaltungen

Food Tour: Kreuzberg kulinarisch

Bei dieser Tour entdeckst du die wichtigsten Orte und die größten Skandale Kreuzbergs. Sei Teil einer 3-stündigen Führung mit spannenden Insider-Geschichten und mache fünf kulinarische Stopps mit je einer internationalen oder lokalen Köstlichkeit. mehrzu: Food Tour: Kreuzberg kulinarisch

Nächster Termin:
XFood Tour - Kreuzberg kulinarisch
Termin:
Donnerstag, 17. September 2026, 15:30 Uhr (181 weitere Termine)
Ort:
vor dem Casino 36, am U-Bahnhof Kottbusser Tor
Adresse:
Reichenberger Straße 174, 10999 Berlin-Kreuzberg
Preis:
ab 59,61 €

Berliner Künstlerinnen in den "goldenen" 1920er Jahren

Die 1920er Jahre in Berlin waren weit mehr als eine Epoche kulturellen Aufbruchs – sie waren das Ergebnis tiefgreifender gesellschaftlicher Erschütterungen. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg, der Zusammenbruch der Monarchie und die Ausrufung der Weimarer... mehrzu: Berliner Künstlerinnen in den "goldenen" 1920er Jahren

Termin:
Donnerstag, 17. September 2026, 17:30 Uhr
Ort:
Urania Berlin - Humboldtsaal
Adresse:
An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg
Preis:
ab 10,00 €

Berliner Künstlerinnen in den "goldenen" 1920er Jahren

Die 1920er Jahre in Berlin waren weit mehr als eine Epoche kulturellen Aufbruchs – sie waren das Ergebnis tiefgreifender gesellschaftlicher Erschütterungen. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg, der Zusammenbruch der Monarchie und die Ausrufung der Weimarer... mehrzu: Berliner Künstlerinnen in den "goldenen" 1920er Jahren

Termin:
Donnerstag, 17. September 2026, 17:30 Uhr
Ort:
Urania Berlin - Humboldtsaal
Adresse:
An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg
Preis:
ab 10,00 €

Kreuzberg Tour: Kriminell und kuschelig

Auf dieser Stadtführung der besonderen Art werfen Interessierte einen Blick hinter die Fassaden von Kreuzberg, dem internationalen Hotspot für den Berliner Lifestyle. mehrzu: Kreuzberg Tour: Kriminell und kuschelig

Nächster Termin:
Kreuzberg Tour - kriminell & kuschelig
Termin:
Donnerstag, 17. September 2026, 19:00 Uhr (180 weitere Termine)
Ort:
U-Bahn-Station Kottbusser Tor. Casino 36
Adresse:
Reichenberger Straße 174, 10999 Berlin-Kreuzberg
Preis:
ab 27,10 €

Putin's Global Campaign to Defeat the West (EN)

The German book launch of Hanna Nottes "We shall outlast them" - the chilling and revelatory story of how Russia’s confrontation with the West went global. Putin’s invasion of Ukraine in 2022 produced a rupture with the United States and Europe not... mehrzu: Putin's Global Campaign to Defeat the West (EN)

Termin:
Donnerstag, 17. September 2026, 19:30 Uhr
Ort:
Urania Berlin - Kleist-Saal
Adresse:
An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg
Preis:
ab 8,00 €

Mehr Veranstaltungen der Kategorie "Bildung & Vorträge" anzeigen…

Fragen zum Veranstaltungskalender beantwortet unsere Hilfe. Nutzungsbedingungen finden Sie unter Informationen zu unseren Partnern und Nutzungsbedingungen.