In ihrer Ausstellung verfolgt die Berliner Künstlerin Susanne Kriemann (*1972) die Spuren des Atom- und Industriezeitalters bis in unsere unmittelbare Umgebung.
Susanne Kriemann, Pechblende (Fever), 2026, Planfilm, Gammastrahlung
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2026
Im Zentrum stehen die Landschaften ehemaliger Uranabbaugebiete in Sachsen, Thüringen und im französischen Limousin, in denen Strahlung bis heute in Böden und Pflanzen fortwirkt. In der Werkreihe Pechblende entstehen Bilder ohne Kamera oder äußere Lichtquelle: Radioaktive Stoffe wirken direkt auf fotografischen Film ein. Ebenso richtet Kriemann den Blick auf Rückstände der Schwerindustrie, die unbemerkt in unseren Alltag eingegangen sind. Schlacke etwa, die als Füllmaterial in Berliner Gründerzeithäusern verbaut wurde, darunter auch in ihrem eigenen Atelier. Landschaft und Architektur treten so in einen Dialog über die materiellen Nachwirkungen industrieller Ausbeutung. Die Ausstellung zeigt Kriemanns erweitertes Verständnis von Fotografie, das Material und Prozesse gleichermaßen einbezieht. Sie fragt, wie sich solche verborgenen Wirkungen wahrnehmen lassen und welches Wissen aus der Aufmerksamkeit für dieses Erbe entstehen kann.
Laufzeit: Sa, 12.09.2026 bis Mi, 20.01.2027
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