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Gabriele Stötzer: Dabei sein und nicht schweigen

Seit über fünf Jahrzehnten setzt sich Gabriele Stötzer mit Themen wie Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Geschlecht auseinander.

Gabriele Stötzer, Mir gegenüber – Selbst im Spiegel, 1985

– Gabriele Stötzer, Mir gegenüber – Selbst im Spiegel, 1985

Ihr eigener Körper spielt dabei oft eine zentrale Rolle – nicht als Objekt, sondern als Schauplatz von Widerstand und feministischer Selbstbehauptung. Mit Dabei sein und nicht schweigen zeigt der Gropius Bau ab Juni 2026 die bislang größte institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin.

1953 in Thüringen geboren, entwickelte Gabriele Stötzer eine experimentelle künstlerische Praxis, die eng mit Erfahrungen der Haft und ihrem politischen Kampf in der DDR verbunden ist. Unter den Bedingungen staatlicher Repression und Überwachung arbeitete sie in selbstorganisierten Netzwerken und formte ein vielschichtiges Werk, das Fotografie, Performance, Film, Keramik sowie Textil‑ und Objektkunst umfasst. Die Ausstellung "Dabei sein und nicht schweigen" versammelt rund 150 Arbeiten und macht die Bandbreite ihres Schaffens über verschiedene Medien hinweg sichtbar. Stötzers Arbeiten verbinden persönliche Erfahrungen mit einem schonungslosen Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse und rücken häufig den eigenen Körper in den Mittelpunkt – als Schauplatz von Widerstand und feministischer Selbstbehauptung. Sie formulieren Gegenentwürfe zu Herrschaft und Repression, indem sie Grenzen unterlaufen und Räume für Freiheit, Begehren und Radikalität erkämpfen. 

Gabriele Stötzers künstlerische Praxis ist untrennbar mit ihrem gesellschaftlichen und politischen Engagement verbunden: Wegen einer Unterschriftenaktion wurde sie 1976 mit dem Vorwurf der „Staatsverleumdung“ in der DDR inhaftiert, woraufhin sie sich dem literarisch-künstlerischen Untergrund anschloss und später die Künstlerinnengruppe Erfurt mitbegründete. Viele ihrer Werke formulieren radikale Gegenentwürfe zu staatlicher Repression und Normierung, indem sie Grenzen unterwandern und Raum für Verletzlichkeit und Sehnsucht öffnen. Die Ausstellung unterstreicht die Vielfalt ihres experimentellen Schaffens zwischen Malerei, Literatur, Fotografie, Textilkunst, Super-8-Film, Performance und Aktionen im öffentlichen Raum – und versteht sich als Impuls für die überfällige breitere Rezeption dieser wegweisenden Künstlerin.

Laufzeit: Fr, 19.06.2026 bis So, 06.12.2026

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