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Das Taufbecken von Siena

Geschichte, Restaurierung und Wiederaufstellung eines Gipsmodells

  • Fertig restaurierte Teilmodelle – Drei Gipsabgüsse auf einer Palette im Lager; links eine Kuppel, daneben ein Verzierungsteil, rechts ein sechseckiges Stück; Hebewagen daneben.

    Fertig restaurierte Teilmodelle – Drei Gipsabgüsse auf einer Palette im Lager; links eine Kuppel, daneben ein Verzierungsteil, rechts ein sechseckiges Stück; Hebewagen daneben.

  • Gussformen der Putti im Formenlager der Gipsformerei – Regale mit Gipsformen in einem Lagerraum. Vordergrund: vier Gipsabguesse mit Nummern 2162 und 2166. Holzstruktur im Hintergrund.

    Gussformen der Putti im Formenlager der Gipsformerei – Regale mit Gipsformen in einem Lagerraum. Vordergrund: vier Gipsabguesse mit Nummern 2162 und 2166. Holzstruktur im Hintergrund.

  • Frisch ergänzte Teilmodelle in der Werkstatt der Gipsformerei – Werkstatttisch mit einer kopflosen antiken Skulptur in Robe, einem Sockel und diversen Werkzeugen und Materialien im Hintergrund eines hellen Raums.

    Frisch ergänzte Teilmodelle in der Werkstatt der Gipsformerei – Werkstatttisch mit einer kopflosen antiken Skulptur in Robe, einem Sockel und diversen Werkzeugen und Materialien im Hintergrund eines hellen Raums.

  • Probeaufbau in der Modellhalle der Gipsformerei – Zwei Personen restaurieren ein achteckiges, verziertes Taufbecken in einer Werkstatt mit Skulpturen und Geruest. Draufsicht aus der Vogelperspektive.

    Probeaufbau in der Modellhalle der Gipsformerei – Zwei Personen restaurieren ein achteckiges, verziertes Taufbecken in einer Werkstatt mit Skulpturen und Geruest. Draufsicht aus der Vogelperspektive.

  • Das Gipsmodell des Taufbeckens kurz nach der Installation im Bode-Museum – Gotische Taufkapelle aus Kalkstein mit filigranen Figurenreliefs, achteckiger Sockel, zentrale Säule mit Skulptur oben, beleuchteter, moderner Raum.

    Das Gipsmodell des Taufbeckens kurz nach der Installation im Bode-Museum – Gotische Taufkapelle aus Kalkstein mit filigranen Figurenreliefs, achteckiger Sockel, zentrale Säule mit Skulptur oben, beleuchteter, moderner Raum.

  • Donatello, Putto mit Tamburin, 1429 – Bronzestatue eines tanzenden Kindes mit Tamburin, nackt, auf kunstvollem Sockel stehend, antik inspiriert, grauer Hintergrund.

    Donatello, Putto mit Tamburin, 1429 – Bronzestatue eines tanzenden Kindes mit Tamburin, nackt, auf kunstvollem Sockel stehend, antik inspiriert, grauer Hintergrund.

  • Ein demontierter Abguss des Taufbeckens im Dachgeschoss des Bode-Museums, 1980er Jahre – Schwarz-Weiß-Fotografie von Gipsabgüssen antiker Statuen, Reliefs und Architekturmodell in einem Museum. Skulpturen in verschiedenen Größen und Positionen.

    Ein demontierter Abguss des Taufbeckens im Dachgeschoss des Bode-Museums, 1980er Jahre – Schwarz-Weiß-Fotografie von Gipsabgüssen antiker Statuen, Reliefs und Architekturmodell in einem Museum. Skulpturen in verschiedenen Größen und Positionen.

  • Abgüsse der Reliefs und Figuren des Taufbeckens im Verkaufsverzeichnis der Gipsformerei von 1926 – Offenes Buch mit Auflistung von Kunstwerken auf der linken Seite und neun schwarz-weißen Fotografien von Skulpturen und Reliefs auf der rechten Seite.

    Abgüsse der Reliefs und Figuren des Taufbeckens im Verkaufsverzeichnis der Gipsformerei von 1926 – Offenes Buch mit Auflistung von Kunstwerken auf der linken Seite und neun schwarz-weißen Fotografien von Skulpturen und Reliefs auf der rechten Seite.

  • Probeaufbau des Taufbeckens in der Gipsformerei, Detail mit Putto nach Donatello – Holzskulptur eines geflügelten Kindes mit Muschelschale, steht auf einem verzierten Podest in Innenraum; detailliert gearbeitet, helle Patina.

    Probeaufbau des Taufbeckens in der Gipsformerei, Detail mit Putto nach Donatello – Holzskulptur eines geflügelten Kindes mit Muschelschale, steht auf einem verzierten Podest in Innenraum; detailliert gearbeitet, helle Patina.

  • Ein Abguss des Taufbeckens in der Architectural Hall des Carnegie Museum of Art, Pittsburgh, nach 1908 – Schwarzweiß-Fotografie eines Museumsraums mit romanischen Bögen und Arkaden. Große steinerne Verzierungen und ein freistehendes, reich verziertes Taufbecken.

    Ein Abguss des Taufbeckens in der Architectural Hall des Carnegie Museum of Art, Pittsburgh, nach 1908 – Schwarzweiß-Fotografie eines Museumsraums mit romanischen Bögen und Arkaden. Große steinerne Verzierungen und ein freistehendes, reich verziertes Taufbecken.

  • Teilmodelle vor der Restaurierung in der Modellhalle der Gipsformerei, Detail – Sicht von oben auf verschiedene holzgeschnitzte Reliefs und architektonische Elemente auf Paletten in einer Werkstatt. Rechteckige und sechseckige Formen.

    Teilmodelle vor der Restaurierung in der Modellhalle der Gipsformerei, Detail – Sicht von oben auf verschiedene holzgeschnitzte Reliefs und architektonische Elemente auf Paletten in einer Werkstatt. Rechteckige und sechseckige Formen.

In der Krypta des Bode-Museums, jenem Raum unter der Kleinen Kuppel, der in wenigen Jahren den Übergang zur Archäologischen Promenade bilden wird, zeigen die Skulpturensammlung und die Gipsformerei ab Herbst 2024 eine gemeinsam entstandene Dauerpräsentation. Nur je ein Objekt aus den Sammlungen der beiden Häuser bilden die Exponate dieser kleinen Ausstellung: die knapp vierzig Zentimeter große Bronzestatuette „Putto mit Tamburin“ (1429) von Donatello aus der Skulpturensammlung und das über fünf Meter hohe Gipsmodell des Taufbeckens von Siena, das 1876 in der Werkstatt der Gipsformerei entstand. In einem Recherche-Panorama werden neben der gemeinsamen Geschichte beider Stücke auch ihre Verbindungen zur Geschichte der Staatlichen Museen zu Berlin aufgefächert.
Das Taufbecken im Baptisterium von San Giovanni in Siena ist ein Meisterwerk der italienischen Renaissance. Es wurde zwischen 1416 und 1434 von sechs Bildhauern geschaffen, darunter auch Donatello. Auf ihn gehen mehrere Bronzen zurück, so auch ein Putto, der sich seit 1902 in der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin befindet. Wilhelm Bode entdeckte ihn auf dem Londoner Kunstmarkt, nachdem er bereits seit Jahrhunderten in Siena gefehlt hatte.
Neben der Bronzestatuette hat das Taufbecken jedoch auch auf andere Weise Spuren in Berlin hinterlassen: Zur Sammlung der Gipsformerei zählt ein 59-teiliges Gipsmodell des Monuments, das 1876 gegossen wurde. Kurz vorher hatte ein italienischer Gipsformer in monatelanger Arbeit Gipsstückformen direkt von dem Sieneser Taufbecken abgenommen und nach Berlin versendet. Auf diese Weise erlangten die Berliner Museen in den 1870er und 1880er Jahren Gipsabgüsse von über 150 Bildwerken der italienischen Renaissance – und die Gipsformerei einen bedeutenden Bestand von Gussformen, der noch heute bei der Herstellung von Abgüssen zum Einsatz kommt.
In der zweiten Hälfte des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam Gipsabgüssen in der musealen Präsentation eine wichtige Rolle zu. Abgüsse nach italienischen Renaissancebildwerken wurden ab den 1850er Jahren im Neuen Museum und ab 1911 in fünf Ausstellungssälen im Bode-Museum präsentiert. Heute befinden sie sich im Depot und geraten in Vergessenheit – zu Unrecht, wie diese Ausstellung aufzeigen möchte. In der kapellenartigen Krypta des Bode-Museums begegnen sich Donatellos bronzener „Putto mit Tamburin“ und das monumentale Gipsmodell des Taufbeckens, das im Jahr 2023 aufwendig restauriert wurde. Nicht nur der kunsthistorische Kontext des Puttos wird so erfahrbar gemacht, sondern auch ein Stück Berliner Museumsgeschichte. Ganz besonders wird dabei das Gipsmodell gewürdigt: Die Ausstellung spürt den verschiedenen Facetten seiner Objektbiografie nach und beleuchtet die Originalabformung in Siena sowie die Entstehungs- und Nutzungsgeschichte des Modells in Berlin. Das Gipsmodell tritt als historisches Werk eigenen Rechts in Erscheinung und verdeutlicht, dass Abgüsse immer auch selbst Originale sind.
Publikation zur Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation im Verlag Schnell + Steiner mit Beiträgen von Aurelia Badde, Eckart Marchand, Ricardo Mendonça, Neville Rowley und Veronika Tocha sowie Fotografien von Fabian Fröhlich, die die Restaurierung des Gipsmodells und dessen ureigene Charakteristika ins Bild setzen.
Kuratorisches Team
Die Ausstellung wird kuratiert von Neville Rowley und Veronika Tocha.
Die Restaurierung und Rekonstruktion des Modells wurde durchgeführt von Aurelia Badde in Zusammenarbeit mit Judith Kauffeldt und der Gipsformerei, insbesondere Günter Fromme, Stefan Kramer und Thomas Schelper unter Mitarbeit von Lothar Bogdanski, Isabelle Irrgang, Daniel Meyer und Robin Schulz.

Die Restaurierung wurde großzügig gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung.
Die Ausstellung wurde ermöglicht vom Kaiser Friedrich Museumsverein, mit Unterstützung von Museum & Location.
Die Publikation wurde ermöglicht von der Ernst von Siemens Kunststiftung und vom Kaiser Friedrich Museumsverein.
Eine Dauerausstellung der Gipsformerei und der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin

Laufzeit: seit Oktober 2024

Preisinformationen: Museumsinsel + Panorama: 24,00 €

Preis: 12,00 €

Ermäßigter Preis: 6,00 €

Informationen zum ermäßigten Preis: Museumsinsel + Panorama: 12,00 €

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt.

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