Die Berliner Haushalte sollen im kommenden Jahr eine einheitliche Mülltonne für Verpackungen und ähnliche Materialien erhalten. Diese «Klimatonne» soll ab Januar 2013 die bisherigen gelben und orangen Tonnen ersetzen. Auf diesen Kompromiss hätten sich die privaten Abfallverwertungsfirmen mit dem Berliner Senat geeinigt, sagte Markus Müller-Drexel, Geschäftsführer der Interseroh Dienstleistungs GmbH, die zur Alba-Gruppe gehört. Der Vertrag für das neue System sei «so gut wie unterschriftsreif». In der nächsten Woche solle der Vertragstext fertig sein.
In die neue "Klimatonne" dürfen Metalle, Holz oder Kleinelektrogeräte aber nicht mehr hinein. Laut Müller-Drexel haben mehrere der zehn privaten Entsorger es in den Verhandlungen abgelehnt, Elektroschrott und andere Nichtverpackungsmaterialien in die Klimatonne aufzunehmen, weil ihre Sortierungsanlagen dafür nicht geeignet sein. Der Kompromiss sehe daher vor, dass in die neue Tonne nur Verpackungen und «stoffgleichen Nichtverpackungen» hineindürften. Alles andere müssen die Bürger dann wieder zum Recyclinghof bringen.
Die landeseigene Stadtreinigung sammelt bislang in Gelben Tonnen oder Säcken Kunststoff- und Metallverpackungen. In einer Wertstofftonne namens Orange Box dürfen Elektrokleingeräte, Spielzeug, Metalle, Datenträger, Kunststoffe, Alttextilien und Altholz entsorgt werden. Parallel dazu sammelt der private Konkurrent Alba mit seiner «Gelben Tonne Plus» bei rund 400.000 Berliner Haushalten Metalle, kleinen Elektroschrott, Holz und Plastik ein.
Die künftige Klimatonne soll identisch beschriftet sein, egal ob sie von einer Privatfirma oder der BSR abgeholt wird. BSR und die Privatwirtschaft sollen sich den Markt aufteilen. In einer Ausschreibung, die im Mai beginnt, werde laut Müller-Drexel das Privatunternehmen gefunden, das für die Jahre 2013 bis 2015 den Zuschlag erhält.
Noch bleibt Zeit, die Regelungen zu modifizieren. Auch ein Sprecher der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) äußerte sich bezüglich des Vertrages zurückhaltender: «Es ist noch nichts unterschrieben.» Man sei aber «optimistisch, dass es ab 2013 eine einheitliche "Klimatonne" geben wird». Die Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt, Daniela Augenstein, wollte sich zu Details nicht äußern, bestätigte aber, dass in der kommenden Woche «die Endabstimmung» unter den Beteiligten geplant sei.

