Innovationslandkarte
Polizei Berlin, Landeskriminalamt – Kriminaltechnisches Institut
| Behördenbezeichnung lang: | Polizei Berlin, Landeskriminalamt – Kriminaltechnisches Institut |
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| Behördenbezeichnung kurz: | Polizei BE, LKA – KTI |
| Bezeichnung des Vorhabens lang: |
P20 Projekt INSITU – Die digitale Tatort- und Einsatzdokumentation – wie eine App die Polizei entlastet |
| Bezeichnung des Vorhabens kurz: | Projekt INSITU – Die digitale Tatort- und Einsatzdokumentation |
| Beschreibung des Vorhabens: | INSITU schließt die digitale Lücke von der Aufnahme eines polizeilich relevanten Ereignisses vor Ort bis zur Fallbearbeitung auf der Dienststelle. Bisher erfolgt die Spuren- und Sacherfassung am Einsatz- bzw. Tatort überwiegend analog – mit Stift, Zettel und Medienbrüchen. Vor der Entwicklung von INSITU gab es keine passende kommerziell oder behördlich entwickelte Softwarelösung auf dem Markt, die diese Arbeiten ganzheitlich unterstützen konnte. INSITU ist ein Software-System, bestehend aus einer nativen Applikation für mobile Android- und iOS-Endgeräte, einer Webanwendung und einem standardisierten Datenmodell (XPolizei). Durch automatisierte Prozesse (z.B. Asservatenlisten, Lichtbildmappen, Datenübertragung) sparen Einsatzkräfte Zeit und Ressourcen und arbeiten effizienter. Ziel ist es, mehr „Blau auf der Straße“ zu haben. Künftig soll INSITU bundesweit in allen Polizeiorganisationen eingesetzt werden, auch zur besseren und effektiveren Bewältigung behördenübergreifender Einsatzlagen |
| Woraus ergab sich der Handlungsbedarf für die Durchführung des Vorhabens und was war Ihr Ziel?: | Die Erfassung aller Spuren, Asservate und Zusammenhänge an polizeilichen Einsatz- bzw. Tatorten findet in Berlin und deutschlandweit trotz fortschreitender Digitalisierung weiterhin „traditionell“ mit Stift und Notizblock statt. Anschließend müssen diese Daten umständlich in nachgelagerte Systeme eingegeben oder sogar manuell weiterverarbeitet werden. Ziel ist eine Applikation für mobile Endgeräte, mit welcher Asservate und Spuren inklusive aller Abhängigkeiten bereits am Ereignisort ganzheitlich digital erfasst werden und die Daten anschließend medienbruchfrei in weiterverarbeitende Systeme überführt werden können, um somit jederzeit Antworten auf die zentralen Fragen zu haben: „Was wurde wann, wo, wie, von wem und warum gesichert?“. |
| Warum ist Ihr Vorhaben innovativ und welchen Nutzen/Mehrwehrt hat es ggf. für andere Verwaltungsbereiche?: | Von INSITU profitieren Dienstkräfte im Ersten Angriff der Schutz- und Kriminalpolizei, sachbearbeitende Dienststellen sowie Spezialdienststellen der Kriminaltechnik bundesweit. Ihre Arbeit wird durch automatiserte Prozesse erheblich erleichtert. Dank Echtzeitsynchronisierung können Einsatzkräfte an einem oder mehreren Einsatzorten auf einer gemeinsamen Datengrundlage zusammenarbeiten. Das führt zu einer besseren Abstimmung und Zusammenarbeit vor Ort – auch bei Lagen mit mehreren Polizeibehörden. |
| Gab es besondere Meilensteine im Vorhaben über die Sie berichten möchten?: | INSITU wurde mit 250 Testpersonen aus allen 20 Polizeiorganisationen in zehn agilen Iterationen entwickelt – mit über 1500 eingebrachten Anforderungen. INSITU ist somit eine App von Dienstkräften für Dienstkräfte. Seit Juni 2025 wird INSITU bei der Polizei Berlin pilotiert und hat das Barrierefreiheits-Audit erfolgreich durchgeführt. Ziel ist die flächendeckende Einführung von INSITU für alle Dienstkräfte. Ab September folgt die Pilotierung beim BKA. Weitere Polizeiorganisationen folgen in 2026. |
| Welche Akteure waren an Ihrem Vorhaben beteiltigt oder davon betroffen?: | Die Polizei Berlin und das BKA verantworten gemeinsam INSITU mit dem Ziel der bundesweiten Einführung. BAYOOTEC entwickelt die Anwendung weiter. INSITU nutzt Shared Services wie UI (User Interface) und UX (User Experience) von P20, GDI/GIS (Geodatendienst), Protokollierung und zukünftig auch KI-basierte Spracherkennung. Durch die digitale Erfassung gewährleistet INSITU eine gerichtsfeste Dokumentation, bis hin zur Übergabe an die Justiz - nach Einführung der digitalen Strafakte in 2026 elementar |
| Kategorie: | Kategorie 2 - Prozess- und Qualitätsmanagement und ressortübergreifende Zusammenarbeit |
| Haben Sie Ideen, wie man die Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit Ihres Vorhabens sichern kann?: | Nach erfolgreicher Pilotierung bei der Polizei Berlin ist Ende 2025/ im Laufe des Jahres 2026 der Übergang in den Wirkbetrieb geplant, ebenso in den anderen Bundesländern. Es erfolgt eine nutzerzentrierte Weiterentwicklung der App in Zusammenarbeit mit dem BKA und den anderen Polizeiorganisationen. Durch unsere Lizenzinhaberschaft kann die Technologie von INSITU flexibel auf andere Verwaltungseinheiten übertragen werden, z. B. Katastrophenschutz/Risikoanalyse bei öffentlichen Plätzen, Feuerwehr. |
| Wann wurde bzw. wird das Vorhaben beendet?: | 31.12.2025 |
| Einreichung: | Bewerbung Verwaltungspreis 2025 |
| Ansprechperson: | Frau Juliane Joswig |
| Straße_Hausnummer (Dienstsstelle): | Tempelhofer Damm 12 |
| Postleitzahl: | 12101 |
| Telefon: | (030) 4664 99 01 00 |