© Deutsches Historisches Museum, Berlin, Inv.-Nr.: P 95/514
Buchpräsentation: Dr. Felix Berge
Kommentar: Dr. Andrea Riedle,
Moderation: Prof. Dr. Dierk Hoffmann
Im Januar 1942 schlug der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS Alarm: Die Bevölkerung baue sich „ihr Bild“ zusammen und übernehme „die unsinnigsten Gerüchte“ kritiklos. Was der SD als ein Problem wahrnahm, bildet den Ansatzpunkt für das Buch Hören und Sprechen im Krieg (2025) von Felix Berge. Auf breiter Quellenbasis untersucht er die Alltagskommunikation in der deutschen Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg als Sammlung, Aneignung und Verbreitung von Informationen. Wie tauschten sich Menschen unter den Herrschaftsbedingungen des Nationalsozialismus aus? Wie veränderte sich Kommunikation im Krieg, als das Vertrauen in die Medien zerfiel und die Wahrheit von allen Seiten unter Beschuss geriet? Informelle Kommunikation konnte die Gesellschaft in der Krise strukturieren, verlieh Individuen Souveränität und war ein Überlebensmittel. Wer mehr wusste, besaß Vorteile. Doch die Deutschen artikulierten auch Ängste und Gewalt, sie sprachen über Verbrechen und Holocaust. Das NS-Regime bekämpfte diese „Gerüchtemacherei“ nicht nur, es nutzte informelle Kommunikation in der „Mundpropaganda“ auch selbst.
Im Anschluss wird die Veranstaltung als Podcast zum Nachhören zur Verfügung gestellt.
Eine Kooperationsveranstaltung der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin und des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors.
Treffpunkt: Auditorium
Anmeldung/Buchung: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.