Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail mag auf den ersten Blick märchenhaft und fast ein bisschen naiv erscheinen. Und auch die Handlung um Konstanze, die von Seeräubern geraubt wurde und nun im Harem von Bassa Selim festsitzt, scheint diesen Eindruck zu bestätigen. Doch Mozarts Musik sprengt den Rahmen des Singspiels. Sie macht aus den Figuren, die der im 18. Jahrhundert so beliebten, aber meist recht holzschnitthaften «Türkenoper» verhaftet scheinen, zutiefst menschliche Charaktere, die Extremsituationen ausgesetzt werden und dabei widersprüchliche Emotionen durchleben. Denn mehr als um die äußere Handlung ging es Mozart um die inneren Konflikte seiner Figuren, die seine Musik tiefenpsychologisch auslotet. Der argentinisch-spanische Autor und Regisseur Rodrigo García hat die Handlung ins Heute verlegt und die Dialoge neu geschrieben. Mit der französisch-britischen Dirigentin Stephanie Childress stellt sich eine der interessantesten jungen Musikerinnen unserer Tage an der Deutschen Oper Berlin vor. Und mit Kathryn Lewek kehrt die Premieren-Konstanze zurück an die Bismarckstraße.
2 Stunden 45 Minuten / inkl. einer Pause nach ca. 70 Minuten
Künstler/Beteiligte: Stephanie Childress (Musikalische Leitung), Rodrigo García (Regie und Bühnenbild), Ramon Diago (Bühnenbild und Video), Hussein Chalayan (Kostüme), Carlos Marquerie (Licht), Marco Medved (Choreinstudierung), Jörg Königsdorf (Dramaturgie), Anne Oppermann (Dramaturgie), Annabelle Mandeng (Bassa Selim), Kathryn Lewek (Konstanze), Sophie Salvesani (Blonde), Kieran Carrel (Belmonte), Thomas Cilluffo (Pedrillo), Nahuel Di Pierro (Osmin), Chor der Deutschen Oper Berlin (Chor), Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts