Wohl dem, der keine Heimat hat
© Sven Tillmann
Hannah Arendt schreibt ein Märchen. Hannah Arendt? Ein Märchen? Die berühmte rauchende Denkerin, die scharfsinnige politische Theoretikerin? Wir waren überrascht. Und berührt. Gemeinsam mit der Hauptfigur des Märchens, einem Gänse hütenden Mädchen, begibt sich das Publikum auf eine Entdeckungsreise durch Hannah Arendts Welt. An ihrem Schreibtisch werden Anekdoten aus ihrer Biografie entdeckt. Gedichte, Briefe und Zitate flattern durch den Raum. Und natürlich kommt auch Hannah Arendt selbst zu Wort. Diese Inszenierung versucht sich einer Ännäherung an Arendts umfangreichem Werk. Der Fokus liegt dabei auf der prägenden Erfahrung ihrer Immigration, Flucht und Heimatlosigkeit. Wie das Mädchen im Märchen war Hannah Arendt immer gezwungen nach vorne zu schauen, weiterzugehen und weiterzusuchen. Was bedeutet es, die vertraute Heimat zu verlieren und wie ging Arendt damit um? Und was kann es heißen, dennoch ein »Jemand« in der Welt zu sein? Die Inszenierung zeigt die Theoretikerin von ihrer poetischen Seite und ergründet Fragen, die bis heute nachhallen. Wie Hannah Arendt selbst, will auch diese Insznierung ein Stück weit ‚verstehen‘. Hinweise zur Barrierefreiheit: Informationen zur baulichen Barrierefreiheit des Spielorts finden Sie hier.
Konzept, Idee Annika Schaper Spiel Robert Richter, Annika Schaper Bau Madita Kuhfuhs Kostüm Lena Peschke Text Almut Schäfer-Kubelka Outside Eye Sarah John