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Schilda oder Die Sache mit der Dummheit

Sommertheater des 3. Studienjahrs Schauspiel der Hochschule für Musik und Theater Rostock

Schilda oder Die Sache mit der Dummheit

Schilda oder Die Sache mit der Dummheit

Wir müssen uns die Leute aus Schilda als glückliche Menschen vorstellen: Um sich unbehelligt von internationalen Jobangeboten dem heimischen Gemeinwesen widmen zu können, greifen sie zu einem Trick. Sie verabreden ein kollektives So-tun-als-ob: Muss ein Rathaus gebaut, das Bürgermeisteramt neu besetzt oder ein Feld bestellt werden, gehen sie eifrig ans Werk. Allerdings lassen sie dabei all ihre Talente und ihr Wissen weg. So ruinieren sie erfolgreich ihren guten Ruf und werden berühmt. Indem sie ein Problem immer so angehen, dass es im Lösungsversuch durch ein neues Problem ersetzt wird, schleppen sie außerdem niemals alte Probleme mit sich herum.

Studierende des 3. Studienjahrs Schauspiel der Hochschule für Musik und Theater Rostock machen das mittelalterliche Lalebuch und die darauf basierende Schwanksammlung „Die Schildbürger“ zum Ausgangspunkt für ein Sommertheater irgendwo zwischen Versuchsanordnung und Spektakel: Anstelle von künstlicher Intelligenz interessieren sie sich für künstliche Dummheit. Statt schlechter Laune durch Enshittification verschreiben sie sich gemeinsam einer fröhlichen Verschildbesserung. Mit eigener Logik und Lust an der Katastrophe probieren sie aus, was passiert, wenn eine Gemeinschaft beschließt, sich dummzustellen – und es durchzieht.

Verschwörungstheorie aus qualmigen Zeiten? Slapstick-Material vom Feinsten? Neurechte Schilda-first-Parabel? Liebevolle Satire auf‘s Einfühlungstheater? Medieval brainrot core? Zumindest in einem Punkt sind sich alle einig: Dumm sind immer die anderen.

Spoiler: Wahrscheinlich entsteht dabei kein fensterloses Rathaus, dafür mindestens ein Theater ohne Dach.

Mit: Luis Backhaus, Jana Dams, Rahel Hawemann, Nikita Heimann, Julius Kutzner, Justus Lüken, Hannah Payr, Luisa Camille Tritzschler

Regie und Ausstattung: Till Doğan Ertener

Dramaturgie: Jutta Wangemann

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