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Fake Jews

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Fake Jews

Eine Autofiktion

1995 erscheint bei Suhrkamp ein Band mit Erinnerungen eines lettischen Holocaustüberlebenden. Die Veröffentlichung erhält zahlreiche Preise und wird als bewegendes Zeitdokument bestens besprochen. Bis nur drei Jahre später ein schweizerisch-jüdischer Journalist aufdeckt: Der Autor dieser angeblichen Memoiren ist weder Jude, noch war er je vom Terror der Nationalsozialisten betroffen, sondern schreibt aus einer erfundenen Perspektive, hat sich seine jüdische Biographie also nur ausgedacht. Allerdings: Diese Aneignung einer jüdischen Opferbiografie ist keineswegs ein Einzelfall, und was aufgrund der fiktiven Biografie des Binjamin Wilkomirski anschließend als „Wilkomirski-Syndrom” beschrieben wird, erfährt seit dem zweiten Weltkrieg regelrecht Konjunktur. Insbesondere im Land der Täter und der nicht flächendeckend aufgearbeiteten Familiengeschichten finden sich zahlreiche Figuren, die sich einen Vorteil durch die Behauptung einer Verfolgungsbiographie versprechen, unter ihnen eine bekannte Bloggerin, ein langjähriger Vorsitzender einer jüdischen Gemeinde bei Hamburg oder ein einflussreicher Journalist. In einer Gegenwart, in der die eigene Identität für die Sichtbarkeit und Relevanz einer Aussage zunehmendes Gewicht erhält, werden bestimmte Biographien zum Privileg: Ist die Aneignung jüdischer Identität also ein Karrierevorteil? Ein Verkaufsargument? Oder wird vielmehr nicht allzu genau überprüft, ob das Behauptete stimmt, wenn es historisch so sensibel ist? Noam Brusilovsky untersucht diese Fragen in einem Monologprojekt und beleuchtet die blinden Flecken der deutschen Erinnerungskultur in einer sich zunehmend polarisierenden Gegenwart.

Künstler/Beteiligte: Noam Brusilovsky (Autor/in), Noam Brusilovsky, Moritz Kienemann

Laufzeit: Sa, 19.09.2026 bis Sa, 17.10.2026

Alternative Veranstaltungen

Theater MITEINANDERs zeigt : "Traumpartie" (10+)

nach August Strindberg Wir haben es schon immer gewusst: Etwas stimmt nicht. Doch manchmal braucht es den radikalen Blick einer Außenstehenden, um das Offensichtliche zu erkennen. Als Strindberg eine Göttertochter auf die Erde schickt, stellt sich jedoch... mehrzu: Theater MITEINANDERs zeigt : "Traumpartie" (10+)

Termin:
Freitag, 25. September 2026, 19:00 Uhr (1 weiterer Termin)
Ort:
T-Werk - Potsdam
Adresse:
Schiffbauergasse 4e, 14467 Potsdam
Preis:
ab 16,00 €

Eisern verschossen II - Altstadttheater Köpenick

Eisern verschossen 2 – bis das Tor uns scheidet Die Fortsetzung der Kult-Liebeskomödie rund um Paul und Lucie und den 1. FC Union Berlin.Nachdem Paul und Lucie im ersten Teil („Eisern verschossen – verliebt in einen Unioner“) turbulent und über Umwege... mehrzu: Eisern verschossen II - Altstadttheater Köpenick

Nächster Termin:
Eisern verschossen 2
Termin:
Freitag, 25. September 2026, 19:00 Uhr
Ort:
Altstadttheater Köpenick
Adresse:
Jägerstraße 4, 12555 Berlin-Köpenick
Preis:
ab 35,77 €

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