Aktuelle Sprache: Deutsch

Eine Minute der Menschheit

Neun sitzende Personen in einer kreisförmigen Bühne mit Lichtern. Eine Person liegt auf einer Couch im Vordergrund. Dunkler, stoffbespannter Hintergrund.

– Neun sitzende Personen in einer kreisförmigen Bühne mit Lichtern. Eine Person liegt auf einer Couch im Vordergrund. Dunkler, stoffbespannter Hintergrund.

Wie kann der Mensch es schaffen, im Bewusstsein dafür zu leben, dass wir nicht allein sind, dass wir uns die Erde teilen? Diese Frage wirft Stanisław Lems 1983 erschienener Text Eine Minute der Menschheit mithilfe einer fiktiven Buchrezension auf: Der Text ist ein Buch über ein Buch, das versucht, festzuhalten, was in einer Minute auf der Welt passiert, was die Menschheit also in sechzig Sekunden erlebt, einander antut und zerstört. Diskutiert werden dabei Statistiken über Tod, Fortpflanzung, Überbevölkerung und Ressourcenknappheit, aber auch die pro Minute produzierte Kunst, entrichtete Kirchensteuer oder von Menschen verspeisten Tiere. Die Bilanz dieses irrwitzigen Versuchs, eine „extreme Zusammenfassung der Menschheit” aufzustellen und dabei dem Menschsein an sich auf die Schliche zu kommen, fällt eher desaströs aus. Erschwert wird das Gedankenexperiment durch das Wesen der Zeit selbst, denn im Moment ihres Porträts läuft die Zeit weiter, verliert die gerade erhobene Statistik schon ihre Aktualität. Doch wo liegen die Grenzen der statistischen Methode? Welche Lebensbereiche, Gefühle und Taten des Menschen entgehen dem Gesetz der großen Zahlen? Und wie lässt sich das alles eigentlich ertragen? Stanisław Lem gilt als einer der wichtigsten Science-Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts. In seinem umfangreichen und kreativ überbordenden Werk hat er zahlreiche technologische Entwicklungen der Zukunft prognostiziert – von Robotik über das Internet bis zur Raumfahrt. Romane wie Solaris oder Der Futurologische Kongress wurden zu Klassikern der fantastischen Literatur. Anita Vulesica, die am Deutschen Theater durch ihre Inszenierungen Der Liebling, Die Gehaltserhöhung und Die Kahle Sängerin als Spezialistin für absurdes und tragikomisches Theater bestens bekannt ist, entdeckt nun einen bisher weniger beleuchteten Text von Lem erstmals für die Bühne.

Künstler/Beteiligte: Stanislaw Lem (Autor/in), Anita Vulesica, Moritz Grove (Prof. B.J. Manhattan), Frieder Langenberger (Dr. Stanley), Katrija Lehmann (Dr. Dr. Crawley), Benjamin Lillie (Go Jo Go Missinger), Wiebke Mollenhauer (Dr. Sharkey), Bernd Moss (Dr. Wooley), Evamaria Salcher (Dr. Aileen Dopamin Roger), Heidi Trull (Statistin), Brigitte Pohlmann (Statistin), Edith Riewer (Statistin), Frank Schmiechen (Statist)

Karte

Es folgt eine Kartendarstellung. Karte überspringen

Zum Stadtplan

Ende der Karte.

Verkehrsanbindungen

Fragen zum Veranstaltungskalender beantwortet unsere Hilfe. Nutzungsbedingungen finden Sie unter Informationen zu unseren Partnern und Nutzungsbedingungen.