Die Marquise von O. und –

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Die Marquise von O. und –

In einer norditalienischen Festung geschieht das Undenkbare: Während russische Truppen die Stadt stürmen, wird die verwitwete Marquise von O. beinahe Opfer eines Übergriffs – bis ein russischer Offizier, der Graf F., sie scheinbar heldenhaft rettet. Er verschwindet nach dem Angriff ohne ein Wort, und alles scheint überstanden. Einige Wochen später stellt sie jedoch entsetzt fest: Sie ist schwanger. Ohne Erinnerung. Ohne Einwilligung. Und ohne eine Person, die ihren Unschuldsbeteuerungen Glauben schenkt. Verstoßen von der Familie sucht sie per Zeitungsannonce nach dem, der sie vergewaltigt und geschwängert hat. Heinrich von Kleist veröffentlichte 1808 seine Novelle mit dem Hinweis „Nach einer wahren Begebenheit” und berichtet sachlich, nüchtern und in genauem Detail von der Geschichte der Marquise, nur für den Moment der Tat selbst setzt er den vielleicht berühmtesten Gedankenstrich der Weltliteratur: Die Sprache versagt, und es entsteht ein abrupter Schnitt dort, wo eigentlich das Entscheidende stehen müsste. In ihrer ersten Arbeit am Deutschen Theater verwebt die ungarische Regisseurin Ildikó Gáspár drei weitere Fälle „nach wahren Begebenheiten“ mit dem der Marquise. Franca Viola wurde 1966 in Italien von ihrem kriminellen Ex-Verlobten entführt und vergewaltigt, um sie durch das juristische Mittel der „Wiederherstellungsehe” dazu zu zwingen, doch eine Ehe mit ihm zu schließen. Erika Renner wurde 2013 von ihrem Exfreund in ihrer eigenen Wohnung attackiert, betäubt – und anschließend mit Lauge verstümmelt. Und schließlich Gisèle Pelicot, die Frau, die nach 50 Jahren Ehe von Ermittlern erfährt, dass ihr Ehemann sie über fast zehn Jahre regelmäßig betäubt, vergewaltigt und in diesem Zustand dutzenden anderen Männern im Internet zur Vergewaltigung angeboten hatte. Vier Frauen. Drei Jahrhunderte. Und doch dieselben Muster: Gewalt. Schweigen. Schuldumkehr. Aber auch: Widerstand. Stimme. Wandel. Ob fiktiv wie die Marquise, historisch wie Viola oder gegenwärtig wie Pelicot und Renner – sie alle erzählen uns, was passiert, wenn Frauen nicht länger schweigen, wenn sie den Raum der Scham verlassen und die Täter dorthin zwingen.

Künstler/Beteiligte: Heinrich von Kleist (Autor/in), Ildikó Gáspár, Maren Eggert, Alexander Khuon, Mathilda Switala, Almut Zilcher, Jörg Pose, Florian Köhler, Lenz Moretti

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Termin:
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Ort:
Deutsch-Jüdisches Theater im Theater Coupé
Adresse:
Hohenzollerndamm 177, 10713 Berlin-Wilmersdorf
Preis:
ab 29,37 €

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Termin:
Samstag, 03. Oktober 2026, 19:00 Uhr (5 weitere Termine)
Ort:
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Adresse:
Groß Eichholz 71, 15859 Storkow (Mark)
Preis:
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Tot ist Tot - Kriminalkomödie

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Krimikomödie
Termin:
Samstag, 03. Oktober 2026, 19:00 Uhr (1 weiterer Termin)
Ort:
Varieté Grüne Bühne
Adresse:
Luckenwalder Straße 5, 12629 Berlin
Preis:
ab 20,45 €

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