Radialsystem V
Liquid Border of Solid Hope
Performance von Jasmin İhraç
In den 1920er Jahren flohen 58.000 Armenier*innen nach dem Genozid im Osmanischen Reich mit legalen Transitdokumenten nach Marseille. Für die Flucht nutzten sie Passagierschiffe. Diese Schiffe vernetzten damals Städte, die heute aufgrund einer veränderten politischen Situation auf direktem Wasserweg kaum zu erreichen sind. Sie boten damit gleichzeitig sichere Fluchtrouten, die heute fehlen. Bedingt durch eine restriktive europäische Migrationspolitik verloren seit 2014 über 35.000 Menschen auf der zentralen Mittelmeerroute ihr Leben. „Liquid Border of Solid Hope“ ist eine Widmung und ein Gedenken an jene, die auf dem Weg in ein neues Leben nie ankamen. Es ist auch eine Widmung an das Meer selbst als Ökosystem, geophysikalisches Kräfteverhältnis und Ort der Sehnsucht und Faszination.
„Liquid Border of Solid Hope“ wird im Rahmen der :LOVE:-Kooperation zwischen der Tanzfabrik Berlin und Radialsystem in den Räumen des Radialsystems gezeigt. Mit der Initiative „Radialsystem ♥ Tanzfabrik“ kooperieren die beiden Institutionen, um gezielt die Präsentationsbedingungen von Tanzschaffenden zu verbessern.
Künstler/Beteiligte: Jasmin İhraç (Künstlerische Leitung, Choreografie, Tanz, Performance und Raum), Tamar Sonn , Maia Joseph, Omagbitse Omagbemi (Tanz, Performance und choreografische Mitarbeit), Grégoire Simon , Merve Salgar (Live-Musik und Komposition), Catalina Fernández (Lichtdesign und Technische Leitung), Natalia Orendain (Raum und (Papier-)Objekte), Ketan Bhatti (Sound und Komposition), Dora Đurkesac (Video), Lidy Mouw (Dramaturgie), Martina Neu (Künstlerische Produktionsleitung), Juan Corres Benito , Malika Lamwersiek (Choreografische Recherche), Thelma Bonavita (Kostümberatung), Büşra Mutlu (Assistenz), Marcelo Vilela (Presse und Kommunikation)
Koproduziert durch das Radialsystem, Tanzfabrik Berlin, Theater im Ballsaal Bonn, Uferstudios, Life Long Burning, Futures Lost and Found, kofinanziert durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union.
Mit besonderem Dank an alle, die sich Zeit für ein Interview genommen haben. Weiterhin ein großer Dank an Astrid Artin-Loussikian und Houry Varjabedian sowie das gesamte Team von ARAM, L’association pour la recherche et l’archivage de la mémoire arménienne, Marseille für die Einführung in das Archiv, an die bildende Künstlerin Silvina Der-Meguerditchian, an Leil Zehra von Watch The Med Alarmphone, an Naomi Holz von Seapunks, an UNITED for Intercultural Action – campaign ‘Fortress Europe No More Deaths’ für die Nutzung der ‘List of Refugee Deaths’. Vielen Dank an Joshua Wicke, Marian Sparber, Torsten Podraza und Sasha Waltz & Guests.
Medienpartnerschaften Radialsystem: The Berliner, tip Berlin, taz. die tageszeitung.
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