Die chinesische Prinzessin Turandot verweigert sich der Ehe und demonstriert dies mit einem grausamen Ritual: Jeder Heiratswerber, der ihre drei Rätsel nicht löst, wird enthauptet. Dieser brutale Kreislauf führt sich fort, bis Calaf ihn durchbricht. Giacomo Puccini schuf mit seiner letzten, unvollendeten Oper Turandot über das berühmte «Nessun dorma» hinaus eine unvergleichliche Partitur: Um ein märchenhaftes Fantasie-China zu erzählen, vermischte er traditionell chinesische Musik, pentatonische Skalen, ungewohnte Klangfarben und schroffe Dissonanzen zu einem Kolorit, das zwischen lyrischer Zartheit und brachialer Wucht changiert. Franco Alfano vollendete die Oper und schrieb einen für Puccini ungewöhnlich versöhnlichen Schluss, der in dieser Inszenierung von Lorenzo Fioroni konterkariert wird: In einem zeitlosen Staat, der an gegenwärtige Militärdiktaturen erinnert, bleiben Brutalität und Trauma omnipräsent. Camilla Nylund, bekannte für ihre unvergleichlichen Wagner- und Strauss-Portraits, ist hier für einmal im italienischen Repertoire in der herausfordernden Titelrolle zu erleben.
2 Stunden 35 Minuten / inkl. einer Pause nach ca. 70 Minuten
Künstler/Beteiligte: Lorenzo Fioroni (Regie), Paolo Carignani (Musikalische Leitung), Paul Zoller (Bühnenbild), Katharina Gault (Kostüme), Marco Medved (Choreinstudierung), Christian Lindhorst (Einstudierung des Kinderchores), Camilla Nylund (Turandot), Burkhard Ulrich (Altoum), Alfred Kim (Calaf), Byung Gil Kim (Timur), Martina Russomanno (Liù), Vincenzo Neri (Ping), Thomas Cilluffo (Pang), Omar Mancini (Pong), Nicolai Elsberg (Ein Mandarin), N. N. (Erste Damenstimme), N. N. (Zweite Damenstimme), Chor der Deutschen Oper Berlin (Chöre), Kinderchor der Deutschen Oper Berlin (Chöre), Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Der Kinderchor wird unterstützt von Dobolino e. V.
Jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts