Ein Clown, dem das Lachen im Halse stecken bleibt, ein skrupelloser Liebhaber, ein Auftragskiller mit warmer Stimme: In Rigoletto montiert Verdi derbes Possenspiel, abgründige Charakterstudien und emotionale Überwältigungskraft zu einer schillernden Groteske über Macht und Verwundbarkeit. Die Oper ist viel mehr als «La donna è mobile»! Jan Bosse erzählt in seiner Inszenierung die Tragödie eines Menschen, der daran scheitert, privates Leben und öffentliches Handeln voneinander zu trennen. In seiner Version wird der Zuschauerraum der Deutschen Oper Berlin zum dekadenten Herzogshof von Mantua, die Unterbühne zum klaustrophobischen Versteck. Dort hält Rigoletto seine Tochter Gilda vor den Blicken der Edelleute verborgen. Doch im Verlauf des Geschehens wanken die sorgfältig getrennten Rollen des zynischen Hofnarren und des sanftmütigen Vaters. Im vergeblichen Versuch, seine Tochter zu schützen, richtet Rigoletto unversehens seine Welt zugrunde – bis nur noch eine leere Bühne zurückbleibt. Kapellmeisterin Anna Handler, bereits zum Publikumsliebling avanciert, dirigiert ihre erste Verdi-Produktion.
ca. 2 Stunden 35 Minuten / inkl. einer Pause nach ca. 60 Minuten
Künstler/Beteiligte: Jan Bosse (Regie), Anna Handler (Musikalische Leitung), Stéphane Laimé (Bühnenbild), Kathrin Plath (Kostüme), Marco Medved (Choreinstudierung), Jörg Königsdorf (Dramaturgie), Omar Mancini (Herzog von Mantua), Roman Burdenko (Rigoletto), Serena Sáenz (Gilda), Bongani Justice Kubheka (Graf von Monterone), Michael Bachtadze (Graf von Ceprano), Sophie Salvesani (Gräfin von Ceprano), Tom Nicholson (Marullo), N. N. (Borsa), Tobias Kehrer (Sparafucile), Stephanie Wake-Edwards (Giovanna / Maddalena), Young Choi (Gerichtsdiener), Marlen Bieber (Hofdame), Chor der Deutschen Oper Berlin (Chor), Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.
Jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts