In Zeiten, in denen die Welt kompliziert scheint und die wirtschaftliche Lage schlecht ist, wird die Sehnsucht nach dem Einen, der vermeintlich einfache Lösungen für schwierige Probleme anzubieten hat, übergroß. Dafür liefert das 20. Jahrhundert Anschauungsmaterial, und auch die Gegenwart kennt Beispiele. In Richard Wagners Lohengrin ist es ein geheimnisvoller Ritter, der für Elsa von Brabant zu kämpfen verspricht; dabei wird er zur Projektionsfläche für die Sehnsucht eines zerrütteten Volkes nach einer charismatischen Führerfigur. Wagner, Mitte des 19. Jahrhunderts selbst Revolutionär, brachte im Lohengrin seine politische Utopie von einer anderen Weltordnung auf künstlerische Weise zum Ausdruck – eine Utopie von der Rettung der Welt durch die Kunst, hier jedoch zum Scheitern verurteilt. Mit Eric Cutler präsentiert sich in der Titelpartie ein am Belcanto geschulter jugendlicher Heldentenor, die finnische Sopranistin Miina-Liisa Värelä bringt als Ortrud das geforderte Gegengewicht. Ihre Landsfrau, die Dirigentin Susanna Mälkki, debütiert sowohl mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin als auch mit dem Werk.
4 Stunden 30 Minuten / inkl. zweier Pausen nach ca. 65 Minuten sowie nach ca. 3 Stunden
Künstler/Beteiligte: Kasper Holten (Regie), Susanna Mälkki (Musikalische Leitung), Steffen Aarfing (Bühnenbild und Kostüme), Jesper Kongshaug (Licht), Marco Medved (Choreinstudierung), Alexander Vinogradov (Heinrich der Vogler), Eric Cutler (Lohengrin), Jennifer Davis (Elsa von Brabant), Jordan Shanahan (Friedrich von Telramund), Miina-Liisa Värelä (Ortrud), Vincenzo Neri (Der Heerrufer des Königs), N. N. (Erster brabantischer Edler), Thomas Cilluffo (Zweiter brabantischer Edler), Tom Nicholson (Dritter brabantischer Edler), Christopher Humbert Jr. (Vierter brabantischer Edler), N. N. (Erster Edelknabe), N. N. (Zweiter Edelknabe), N. N. (Dritter Edelknabe), N. N. (Vierter Edelknabe), Chor der Deutschen Oper Berlin (Chor), Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.
Jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts