2017 feierte Satyagraha an der Komischen Oper Berlin seine umjubelte Premiere. Nun erscheint ein weiteres Werk jener Opern-Trilogie von Philip Glass, in deren Zentrum je eine Persönlichkeit steht, die die Welt veränderte.
Diesmal ist es der ägyptische Pharao Echnaton. Regie führt Barrie Kosky, der nicht nur mit Moses und Aron gezeigt hat, wie bildmächtig und nahbar der Mythos in zeitgenössischen Klängen wirken kann.Theben um 1300 vor unserer Zeit, am Anfang einer neuen Ära: Amenophis III. ist tot. Sein Sohn Amenophis IV., der sich später Echnaton nennt, wird zum König gekrönt. Gezeigt wird seine Liebe zu Nofretete, darauf die Zerstörung der Tempel der herrschenden, polytheistischen Religion der Amun-Priester. Echnaton unterstützt die neue Religion des Aton, in der als Höchstes einzig die Sonne verehrt wird. Seine Herrschaft weilt jedoch nur kurz. Die wiedererstarkten Amun-Priester restaurieren ihre Herrschaft und Echnaton wird als Reformer der ersten monotheistischen Religion gestürzt. Die Handlung springt schließlich in die Gegenwart, wo eine moderne Reisegruppe, die historischen Stätten Ägyptens besucht. Kaum etwas ist von dem einstigen Glanz der Echnaton-Periode übriggeblieben …
In Philip Glass’ Arbeit nimmt die große Form der Oper eine zentrale Stellung ein. Mit Einstein on the Beach , Satyagraha und Echnaton schuf er ein Triptychon, das sich in den zwei ersten Teilen mit Albert Einstein und Mahatma Gandhi zwei prägenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts widmet. Der titelgebende ägyptische Pharao Echnaton lebte hingegen 3500 Jahre früher und gilt als Begründer der ersten monotheistischen Religion. Eine Religion, die sich nie gänzlich durchsetzte, nach Echnatons Tod zugrunde ging und doch als wichtige Wegbereiterin der monotheistischen Religionen – des Judentums, des Christentums und des Islam – gilt.
Die Minimal Music entstand in den 1970er Jahren in den USA als Antwort auf die in Europa damals tonangebende serielle Musik. Die Minimal Music bedient sich in ihrer Struktur quasi »gebetsmühlenartig« wiederholender »patterns«. Durch die daraus resultierenden, fast unmerklichen Verschiebungen und Schichtungen gewinnen die Kompositionen jene suggestive Sogkraft, die als typisch für diesen Musikstil gilt und ihn weit über die klassische Fangemeinde hinaus zu einer der beliebtesten Musikrichtungen des 20. Jahrhunderts macht.
INTERESSANT Der die Oper prägende Bläserklang lässt sie besonders archaisch wirken. Der eigentliche Grund: Die Violinen passten bei der Uraufführung nicht in den Orchestergraben und wurden vom Komponisten einfach weggelassen.
3h inkl. Pause
Künstler/Beteiligte: Danielle Bezaire (Bewegungssequenzen), Martina Borroni (Bewegungssequenzen), Danilo Brunetti (Bewegungssequenzen), Klaus Bruns (Kostüme), David Cavelius (Chöre), Shane Dickson (Bewegungssequenzen), Daniel Andrés Eberhard (Dramaturgie), Benjamin Gericke (Bewegungssequenzen), Claudia Greco (Bewegungssequenzen), Klaus Grünberg (Licht), Klaus Grünberg (Bühnenbild), Barrie Kosky (Bewegungssequenzen), Barrie Kosky (Inszenierung), Anne Kuhn (Ko-Bühnenbildnerin), Jonathan Stockhammer (Musikalische Leitung), Andrii Zubchevskyi (Bewegungssequenzen), Katharina Fritsch (Spielleitung), John Holiday (Echnaton), Susan Zarrabi (Nofretete), Kiandra Howarth (Königin Teje), Giacomo Schmidt (Horemhab), Stefan Cifolelli (Hohepriester des Amun), Frederik Bergman (Aye), Peter Renz (Der Schreiber (Chronist)), Benjamin Gericke (Tänzer), Shane Dickson (Tänzer), Danilo Brunetti (Tänzer), Andrii Zubchevskyi (Tänzer), Danielle Bezaire (Tänzerin), Martina Borroni (Tänzerin), Claudia Greco (Tänzerin), Ambar Arias (Töchter Echnatons), Chorsolisten der Komischen Oper Berlin (Chor), Vocalconsort Berlin (Chor), Komparserie (Komparserie), Orchester der Komischen Oper Berlin (Orchester)