Giuseppe Verdis Don Carlo verschränkt Familientragödie und Historienpanorama. 1867 wird diese «Grand opéra» uraufgeführt – und in den folgenden Jahrzehnten immer wieder umgearbeitet. In der vieraktigen italienischen Version öffnen sich die Abgründe des spanischen Absolutismus noch dramatischer: Willkürherrschaft, ein ausgezehrtes Volk, fanatische Autodafés – und die Erfahrung, dass Freundschaft stärker sein kann als Blutsbande. Nach Schillers «dramatischem Gedicht» rückt Verdi die inneren Zerreißproben zwischen politischer Pflicht und persönlichem Begehren ins Zentrum. In der Inszenierung von Marco Arturo Marelli verdichtet sich dieses Ringen zu einem archetypischen Spiel. Ein solches Drama braucht charismatische Stimmen; hier sind Sänger*innenpersönlichkeiten wie Tareq Nazmi als Filippo II, Ève-Maud Hubeaux als Eboli, Adriana Gonzáles als Elisabetta sowie Nicola Alaimo als Posa neu zu entdecken. Najmiddin Mavlyanov übernimmt die Titelrolle. Erstmals an der Deutschen Oper Berlin dirigiert Dan Ettinger, der bereits in Mannheim und Tel Aviv Generalmusikdirektor war.
3 Stunden 30 Minuten / inkl. einer Pause nach ca. 105 Minuten
Künstler/Beteiligte: Michele Spotti (Musikalische Leitung), Marco Arturo Marelli (Regie, Bühnenbild und Licht), Dagmar Niefind (Kostüme), Marco Medved (Choreinstudierung), Tareq Nazmi (Filippo II.), Najmiddin Mavlyanov (Don Carlo), Nicola Alaimo (Rodrigo, Marquis von Posa), Taras Shtonda (Großinquisitor), Mark Kurmanbayev (Mönch), Adriana González (Elisabetta von Valois), Ève-Maud Hubeaux (Prinzessin Eboli), Marlen Bieber (Tebaldo), Thomas Cilluffo (Graf von Lerma / Herold), Lilit Davtyan (Stimme vom Himmel), Vincenzo Neri (Erster flandrischer Deputierter), Young Choi (Zweiter flandrischer Deputierter), Tom Nicholson (Dritter flandrischer Deputierter), Christopher Humbert Jr. (Vierter flandrischer Deputierter), Byung Gil Kim (Fünfter flandrischer Deputierter), Padraic Rowan (Sechster flandrischer Deputierter), Chor der Deutschen Oper Berlin (Chor), Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.
Jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts