Vicki Baum, Gabriele Tergit und Mascha Kaléko
Chronistinnen ihrer Zeit. Eine literarische Collage mit Lola Giwerzew und Anna Seeberger
Ende der 1920er-Jahre ist Berlin die Pressemetropole Europas. In ihren Zeitungen und Zeitschriften erobern sich drei jüdische Autorinnen eine Öffentlichkeit: Vicki Baum, Gabriele Tergit und Mascha Kaléko schreiben sich frei – als Frauen in einer von Männern beherrschten Welt, als Chronistinnen einer Stadt im Umbruch. In Reportagen, Feuilletons, Gedichten und Romanen erzählen sie von neuen Freiheiten und alten Ungerechtigkeiten, von Emanzipation, Vergnügungskultur und sozialen Gegensätzen. Scharfsinnig und sprachlich brillant zeichnen sie das Bild einer Gesellschaft zwischen Aufbruch und Abgrund.
1933 kommt der Bruch. Die Nationalsozialisten zerstören die freie Presse und schließen jüdische Menschen aus der deutschen Gesellschaft aus. Damit vernichten sie auch die Lebens- und Arbeitswelt, in der diese drei Autorinnen berühmt geworden sind.
Vicki Baum (1888–1960) beginnt ihr Berufsleben als Harfenistin und wird über Umwege zur Schriftstellerin. Bei Ullstein steigt sie zu einer der meistgelesenen Autorinnen der Weimarer Republik auf. Mit dem Roman „Menschen im Hotel“ (1929) erlangt sie Weltruhm. 1931 folgt sie einer Einladung nach Hollywood und lässt sich später mit ihrer Familie in Kalifornien nieder.
Gabriele Tergit (1894–1982) berichtet für das Berliner Tageblatt aus dem Strafgericht Moabit. Sie zeigt, wie Armut und Not Menschen vor Gericht bringen und wie sich die politische Radikalisierung der Weimarer Republik in den Prozessen spiegelt. Mit ihrem Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ gelingt ihr 1931 ein großer Erfolg. 1933 flieht sie vor den Nationalsozialisten ins Exil. Ihr Roman „Effingers“ (1951) findet erst Jahrzehnte später die verdiente Anerkennung.
Mascha Kaléko (1907–1975) trifft schon mit ihren ersten Gedichten einen unverwechselbaren Ton: knapp, schnoddrig, melancholisch. Das „Lyrische Stenogrammheft“ macht sie 1933 zur Stimme einer jungen Großstadtgeneration; 1935 folgt der Lyrikband „Kleine Lesebuch für Große“. Noch im selben Jahr schließen die Nationalsozialisten sie aus der Reichsschrifttumskammer aus. 1938 emigriert sie mit ihrer Familie nach New York und schreibt dort für die deutsch-jüdische Zeitung Aufbau.
Die Schauspielerinnen Lola Giwerzew und Anna Seeberger zeichnen mit Engagement und Spielfreude die Berliner Jahre der drei Autorinnen nach und lassen sie selbst zu Wort kommen. So entsteht ein vielschichtiges, lebendiges Porträt dreier Schriftstellerinnen, die ihre Epoche hellsichtig beobachteten und den literarischen Ton ihrer Zeit prägten. Ihre Werke überraschen noch heute durch ihre Schärfe, ihren Witz und ihre Zeitlosigkeit.
Lola Giwerzew studierte Germanistik und Französisch an der Freien Universität Berlin sowie Schauspiel am Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum Salzburg. Die Stipendiatin des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks wirkte unter anderem bei den Salzburger Festspielen mit.
Anna Seeberger studierte Schauspiel am Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum Salzburg. Von 2020 bis 2025 gehörte sie zum Ensemble des Oldenburgischen Staatstheaters. Eine Inszenierung von Tschechows „Drei Schwestern“, an der sie mitwirkte, erhielt beim Körber Studio Junge Regie den Publikumspreis. 2024 gab sie ihr Regiedebüt.
1933 kommt der Bruch. Die Nationalsozialisten zerstören die freie Presse und schließen jüdische Menschen aus der deutschen Gesellschaft aus. Damit vernichten sie auch die Lebens- und Arbeitswelt, in der diese drei Autorinnen berühmt geworden sind.
Vicki Baum (1888–1960) beginnt ihr Berufsleben als Harfenistin und wird über Umwege zur Schriftstellerin. Bei Ullstein steigt sie zu einer der meistgelesenen Autorinnen der Weimarer Republik auf. Mit dem Roman „Menschen im Hotel“ (1929) erlangt sie Weltruhm. 1931 folgt sie einer Einladung nach Hollywood und lässt sich später mit ihrer Familie in Kalifornien nieder.
Gabriele Tergit (1894–1982) berichtet für das Berliner Tageblatt aus dem Strafgericht Moabit. Sie zeigt, wie Armut und Not Menschen vor Gericht bringen und wie sich die politische Radikalisierung der Weimarer Republik in den Prozessen spiegelt. Mit ihrem Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ gelingt ihr 1931 ein großer Erfolg. 1933 flieht sie vor den Nationalsozialisten ins Exil. Ihr Roman „Effingers“ (1951) findet erst Jahrzehnte später die verdiente Anerkennung.
Mascha Kaléko (1907–1975) trifft schon mit ihren ersten Gedichten einen unverwechselbaren Ton: knapp, schnoddrig, melancholisch. Das „Lyrische Stenogrammheft“ macht sie 1933 zur Stimme einer jungen Großstadtgeneration; 1935 folgt der Lyrikband „Kleine Lesebuch für Große“. Noch im selben Jahr schließen die Nationalsozialisten sie aus der Reichsschrifttumskammer aus. 1938 emigriert sie mit ihrer Familie nach New York und schreibt dort für die deutsch-jüdische Zeitung Aufbau.
Die Schauspielerinnen Lola Giwerzew und Anna Seeberger zeichnen mit Engagement und Spielfreude die Berliner Jahre der drei Autorinnen nach und lassen sie selbst zu Wort kommen. So entsteht ein vielschichtiges, lebendiges Porträt dreier Schriftstellerinnen, die ihre Epoche hellsichtig beobachteten und den literarischen Ton ihrer Zeit prägten. Ihre Werke überraschen noch heute durch ihre Schärfe, ihren Witz und ihre Zeitlosigkeit.
Lola Giwerzew studierte Germanistik und Französisch an der Freien Universität Berlin sowie Schauspiel am Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum Salzburg. Die Stipendiatin des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks wirkte unter anderem bei den Salzburger Festspielen mit.
Anna Seeberger studierte Schauspiel am Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum Salzburg. Von 2020 bis 2025 gehörte sie zum Ensemble des Oldenburgischen Staatstheaters. Eine Inszenierung von Tschechows „Drei Schwestern“, an der sie mitwirkte, erhielt beim Körber Studio Junge Regie den Publikumspreis. 2024 gab sie ihr Regiedebüt.
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