Bodies_of_Law_19.11.2026 – 19 Nov 2026 6 pm CET MISSING BODIES James Martel und Janez Janša HZT Campus Uferstudios und Livestream. Roter Hintergrund, schwarze Schrift.
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Weltweit werden unzählige Menschen im Zusammenhang mit Kriegen, Umweltkatastrophen oder Migration vermisst. Solange ihr Tod nicht bestätigt und ihr rechtlicher Status nicht offiziell geändert wurde, behalten sie ihre vollen Bürgerrechte. Verschiedene Rechtstexte legen Verpflichtungen bezüglich der Suche nach ihnen und des Schutzes ihrer Würde fest.
Gleichzeitig markieren die Vermissten durch ihre physische Abwesenheit einen Zwischenzustand und eine spezifische Zeitlichkeit. Ihr Einfluss auf die Gemeinschaften, denen sie angehören, ist tiefgreifend und drückt sich in einer Vielzahl von Ritualen und Performances aus, die ihrem Gedenken, der Sehnsucht nach ihnen und der Trauer, die sie hervorrufen, gewidmet sind.
In dieser Sitzung reflektieren der Künstler Janez Janša und der Politikwissenschaftler James Martel den Status vermisster Körper. Dabei stellen sie die Frage, wie sich diese Körper nicht nur als nicht auffindbar, verloren gegangen oder tot begreifen lassen, sondern auch als Träger einer besonderen Form des Widerstands und der Subversion: einer radikalen Handlungsfähigkeit, die staatliche und rechtliche Vorschriften sowie Machtverhältnisse umgehen kann.
Bodies of Law ist kuratiert von Sandra Noeth, mit Unterstützung von Nevena Delić. Die Lectures mit Banu Bargu und Arkadi Zaides werden präsentiert in Zusammenarbeit mit Critical Dance Studies der FU Berlin.James Martel ist Professor am Institut für Politikwissenschaft der San Francisco State University. Seine Forschungsschwerpunkte sind kontinentale Philosophie, Anarchismus, postkoloniale Theorie sowie Theorien zu Geschlecht und Sexualität. Er ist Autor von acht Büchern, darunter zuletzt „Anarchist Prophets: Disappointing Vision and the Power of Collective Sight“ (2022) und „Unburied Bodies: Subversive Corpses and the Authority of the Dead“ (2018).
Janez Janša ist ein zeitgenössischer Künstler, dessen performative, konzeptuelle und interdisziplinäre Kunstwerke sich mit der Beziehung zwischen Kunst und ihrem sozialen und politischen Kontext befassen. Er war Direktor von Maska (1998–2021) und Chefredakteur der Zeitschrift für darstellende Künste Maska (1999–2006), und ist Professor am HZT Berlin. Im Jahr 2007 änderte er gemeinsam mit zwei weiteren slowenischen Künstlern seinen Namen in den des konservativen, viermaligen slowenischen Ministerpräsidenten.