Julian Voloj – Person mit dunklen Haaren und Dreitagebart, trägt einen schwarzen Strickpullover, schaut ernst. Hintergrund unscharf.
© Bob Krasner
Der aus Münster stammende und seit 2002 in New York City beheimatete Julian Voloj, Autor zahlreicher international erfolgreicher Graphic Novels, kreiert für die 39. Jüdischen Kulturtage Berlin drei Comichefte, die den Besucherinnen und Besuchern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Voloj, der als Gastdozent an renommierten US-amerikanischen Universitäten sowie an Schulen tätig war, gibt darüber hinaus einen Einblick in die jüdisch-amerikanische Comicgeschichte.
Als früher Meilenstein des modernen Comics gilt der 1897 erschienene Comicstrip „The Katzenjammer Kids“ des deutschstämmigen Zeichners Rudolph Dirks, der sich stark an Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ (1865) orientierte. Die anfangs belächelte Gattung erlangte mit „Superman“ (1938) ungeahnte Popularität. Die von Joe Shuster und Jerry Siegel geschaffene Figur inspirierte gleich eine neue Gattung: Superhelden! Es folgten Batman, Captain America und dann in den 1960er-Jahren eine Renaissance des Superhelden-Genres dank Stan Lee und Jack Kirby, die fast im Alleingang das Marvel-Universum kreierten. Art Spiegelman erhielt schließlich 1992 für „Maus – Die Geschichte eines Überlebenden“ als erster Comic-Künstler den Pulitzer-Preis.
Voloj zeichnet in seiner Lecture die Evolution des Genres kenntnisreich und kurzweilig bis in die Gegenwart nach.