Auch in diesem Jahr gastiert das Blaue Sofa – das Literaturforum von Bertelsmann – bei den Jüdischen Kulturtagen Berlin mit einem Autor und zwei Autorinnen, die ihre aktuellen Bücher vorstellen.
In der Neuen Synagoge begegnen sich drei Stimmen jüdischer Gegenwartsliteratur. Ihre Geschichten führen von Jerusalem über Berlin bis nach New York, von der Erinnerung an die Shoah bis in die Gegenwart nach dem 7. Oktober. Sie erzählen von Verlust und Liebe, von Herkunft und Neubeginn – und davon, wie Literatur Räume öffnet, in denen unterschiedliche Erfahrungen sichtbar werden.
Assaf Gavron beleuchtet die Geschichte von vier Freunden, die in den 1980er-Jahren nahe Jerusalem aufwachsen: mit Musik, Popkultur, erster Liebe und dem Traum von Freiheit. Doch die Konflikte des Landes holen sie ein. Als einer der Freunde bei einem Militäreinsatz stirbt, endet die Unbeschwertheit ihrer Jugend. Es entsteht das Porträt einer israelischen Generation zwischen Aufbruch, Verlust und der Sehnsucht nach Normalität.
Shelly Kupferberg führt ins Berlin der NS-Zeit. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Liane Berkowitz, die sich dem Widerstand anschließt, und Martha E., die beobachtet, schweigt und bewahrt. Jahrzehnte später zeigt sich: Auch die scheinbar stille Zeugin ist Teil der Geschichte geworden.
Dana Vowinckel erzählt von einer Liebe in einer zunehmend polarisierten Gegenwart. Anton ist Jude, Alma nicht. Was als Begegnung zweier Menschen beginnt, wird nach dem 7. Oktober zu einer Geschichte über Zugehörigkeit, Verletzlichkeit und die Frage, was Menschen verbindet, wenn die Welt um sie herum auseinanderdriftet.