Als einer der maßgeblichen Vertreter des sogenannten „Mächtigen Häufleins“ der russischen Avantgardisten des 19. Jahrhunderts hat Modest Mussorgsky Musikgeschichte geschrieben. Im Grunde ist er das „Originalgenie“ dieser Gruppe, der akademische Bildung und Traditionen ebenso abgelehnt wie sich auf eine natürliche Schöpferkraft aus der Tiefe der eigenen Seele und eine urtümliche Volksmusik berufen hat.
Die berühmten Bilder einer Ausstellung, 1874 für Klavier komponiert, sind dabei neben seiner Oper Boris Godunow zum Signum seines Schaffens geworden – 1922 wurden sie von Maurice Ravel mit großer Raffinesse und höchst eindrucksvoll instrumentiert. In den 1860er Jahren entstand das Orchesterwerk Eine Nacht auf dem kahlen Berge, eine symphonische Dichtung, in der Hexen, Geister und eine bewusst schaurige Szenerie heraufbeschworen wird. Das Violakonzert von Béla Bartók, seine einzige Komposition dieser Art, nahm in dessen Todesjahr 1945 Gestalt an, blieb jedoch unvollendet. Mit seinem tendenziell lyrischen und dennoch ernsten Charakter gehört es zu den besonders eindringlich wirkenden Spätwerken Bartóks.
Modest Mussorgsky
Eine Nacht auf dem kahlen Berge
Béla Bartók
Violakonzert
Modest Mussorgsky
Bilder einer Ausstellung
(Orchestration: Maurice Ravel)