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Simone Young & Christian Tetzlaff

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Glück kann sehr romantisch sein

Noch einmal erweist uns Christian Tetzlaff die Ehre. Der Artist in Residence der RSB-Saison
2025/2026 hat für sein letztes Konzert in diesem Rahmen den Gattungsbeitrag von Antonín
Dvořák ausgesucht, so recht frei von eitler Selbstsucht und virtuoser Prahlerei. Das hat dem
Werk in den Augen von Joseph Joachim zwar geschadet, aber heute nutzt es ihm umso
mehr. Der langsame Mittelsatz als wahrer Kern des Werkes bezieht seine beseelte
Dringlichkeit aus dem herrlich geigerisch komponierten Solopart und den herzensklug
nachfragenden, abwägend beipflichtenden und harmonisch ergänzenden Orchesterstimmen.
Im Finale hingegen brilliert und tiriliert das Soloinstrument in höchster Lage, stürzt sich
lustvoll in einen temperamentvollen Ballwechsel mit den Gruppen des Orchesters um die
Krone in einem rasanten Spiel der slawischen Volkstänze und -lieder, die den berühmtesten
Duftmarken Dvořáks in nichts nachstehen.
Ein ebenso erfindungsreicher Komponist, der sich allerlei Nörgeleien von den trockenen
Verfechtern einer akademischen Musik gefallen lassen musste, ist Erich Wolfgang Korngold.
Sein Statement anno 1952 beleuchtet selbstbewusst den Platz im großen Kanon der
romantischen Musik, den er für seine Sinfonie Fis-Dur in Anspruch nimmt: „Ich glaube, meine
neue Symphonie wird der Welt zeigen, daß Atonalität und häßlicher Mißklang unter
Preisgabe von Inspiration, Form, Ausdruck, Melodie und Schönheit letztlich im Untergang
der Tonkunst enden werden.“

Konzerteinführung: 19:10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi

Copyright (Bild): Sandrah Steh

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